TSG 62/09 Weinheim – SG Heidelberg-Kirchheim 4:1 (2:1)

TSG 62/09 Weinheim – SG Heidelberg-Kirchheim 4:1 (2:1)

Doppelpack stoppt den Wechselplan

Weinheim, den 22.April 2017,

Originaltext aus dem Weinheimer Nachrichten vom 24. April 2017

Weinheim. Manchmal hat ein Trainer auch ein glückliches Händchen, wenn er einen schon geplanten Wechsel nicht vollzieht. Gut eine Stunde war im Verbandsliga-Spiel zwischen den Fußballern der TSG 62/09 Weinheim und der SG Heidelberg-Kirchheim am Samstag vorüber, als TSG-Trainer Dirk Jörns für zusätzliche Offensivkraft sorgen wollte und Chris Hiller herbeiwinkte. Der weiterhin durch eine Achillessehnenreizung stark gehandicapte TSG-Kapitän war wie schon im Spitzenspiel gegen Heddesheim nicht fit für 90 Minuten und nahm erst einmal auf der Ersatzbank Platz.

Weinheim führte gegen Heidelberg-Kirchheim nach einem Drittel der ersten Halbzeit mit 2:1, kontrollierte das Geschehen, hatte bis dahin aber noch nicht den vorentscheidenden dritten Treffer nachgelegt. Jörns wollte daher mit Hiller einen neuen Impuls setzen. Der bereitete sich in der 62. Minute schon für seine Einwechslung an der Seitenlinie vor und sollte für Andreas Lerchl ins Spiel kommen. Der TSG-Trainer wartete aber noch einen Angriff seiner Mannschaft ab – gut so. Denn nach einer Hackenvorlage von Oliver Malchow war es ausgerechnet Andi Lerchl, der mit einem Schlenzer aus 18 Metern SGK-Torwart Alexander Jäger überraschte und zum 3:1 traf (63.). Und es kam noch besser. Nur vier Minuten darauf schnürte Lerchl sogar einen Doppelpack, als er nach einer Freistoßflanke von Andreas Adamek und Kopfballablage von Timo Gebhardt in Torjägermanier im Zentrum goldrichtig stand und mit großem Einsatz den Ball zum 4:1 über die Linie drückte. Lerchl hatte in der 67. Minute den Sack zugemacht und Chris Hiller durfte wieder auf der Bank Platz nehmen. „Es ist doch schön, dass die Jungs auch ohne mich gewinnen“, schmunzelte Hiller, der sich noch einmal schonen konnte. „Wir werden Chris in den entscheidenden Spielen aber noch dringend brauchen“, hofft Jörns auf eine baldige Genesung seines Führungsspielers.

Mit dem am Ende ungefährdeten 4:1-Erfolg gegen Heidelberg-Kirchheim hat die TSG 62/09 einen weiteren großen Schritt in Richtung Meisterschaft gemacht. Nach der Niederlage von Verfolger Fortuna Heddesheim beim 1. FC Bruchsal baute Weinheim seinen Vorsprung gegenüber dem Tabellenzweiten nun auf stolze fünf Punkte aus.

Vor rund 150 Zuschauern im Sepp-Herberger-Stadion musste die TSG allerdings ein hartes Stück Arbeit verrichten, ehe der zu Beginn sehr engagiert auftretenden SGK endgültig der Zahn gezogen war. Die Heidelberger zeigten, warum sie unter anderem im badischen Pokalhalbfinale den großen SV Waldhof aus dem Rennen geworfen hatten und präsentierten sich als Mannschaft, die nicht leicht zu knacken ist. Mit starkem und laufintensiven Gegenpressing machte die SGK den Gastgebern das Leben sehr schwer.

Folgerichtig hatten die Gäste auch die erste gute Möglichkeit durch einen Freistoß des sehr agilen Linksaußen Marcel Gessel, an dem in der Vergangenheit auch schon die TSG 62/09 Interesse gezeigt hatte (5.). Nach einer Ecke von Gessel brannte es dann das erste Mal heftig im Weinheimer Strafraum, als ein Schuss von Jan Rehberger gerade noch abgeblockt wurde (8.). Nächste Ecke, das gleiche Spiel und diesmal klingelte es: Wieder brachte Gessel die Ecke nach innen und gegen einen Kopfball von Rehberger aus kurzer Distanz war für TSG-Torwart Marcel Lentz nichts mehr zu halten (8.).

Dass Weinheim nach dem Rückstand recht schnell ins Spiel zurückfand, war einmal mehr Standardspezialist Andreas Adamek zu verdanken. Der zirkelte einen 25-Meter-Freistoß um die SGK-Mauer ins rechte untere Eck zum 1:1 (19.). „Dieses Tor war für uns enorm wichtig“, atmete TSG-Trainer Jörns auf. „Andreas Adamek hat wieder seine individuelle Qualität und seine außerordentliche Schusstechnik unter Beweis gestellt.“ Nach dem Ausgleich änderte sich das Spiel komplett. Weinheim hatte nun klar die Oberhand und fand fortan auch die spielerischen Mittel, um die Gäste wiederum unter Druck zu setzen.

Ein Flugkopfball von Nils Makan nach maßgenauer Flanke von Thomas Süß strich über das SGK-Gehäuse (26.). Lerchl (33.) und Makan (39.) prüften Gäste-Torhüter Jäger aus der Distanz, ein gefährlicher Schuss von Malchow wurde vom eigenen Mitspieler abgeblockt (42.) und eine als Flanke gedachter Ball von Marcel Schwöbel stellte Jäger vor große Probleme (43.). Nach der anschließenden Ecke jubelten die TSG-Spieler bereits, doch ein Kopfball von Timo Gebhardt wurde offenbar noch auf der Torlinie geklärt (43.) – da hätte man sich den Videobeweis gewünscht. Nach diesem Chancenfeuerwerk war die Führung kurz vor der Pause hochverdient. Nach einem von Ilhan eingeleiteten Klassekonter über Lerchl und Adamek, dessen Flachschuss gerade noch von Jäger abgewehrt werden konnte, war Ilhan zur Stelle und staubte zum 2:1 ab (45.).

Auch in der zweiten Halbzeit blieb die TSG bei teilweise sehr böigem Wind dominant. Und als Lerchl zweimal zuschlug und Hiller damit zurück auf die Bank schickte, war das Spiel endgültig gelaufen. Der Rest war Formsache.