ASV Durlach - TSG 62/09 Weinheim 1:3 (1:1)

ASV Durlach – TSG 62/09 Weinheim 1:3 (1:1)

Der Weg zum Titel wie auf Engelsflügeln

Durlach, den 13.Mai 2017,

Originaltext aus dem Weinheimer Nachrichten vom 15. Mai 2017

Durlach. Früher Rückstand, halbstündige Unterzahl – egal. Die TSG 62/09 Weinheim wirft in der laufenden Runde der Fußball-Verbandsliga nichts aus der Bahn. Der Tabellenführer steckte am Samstag beim ASV Durlach auch den einen oder anderen Rückschlag problemlos weg und setzte sich bei einem spielstarken Gegner verdient mit 3:1 (1:1) durch. Damit behauptete der Spitzenreiter Platz eins mit sieben Punkten Vorsprung gegenüber Verfolger Fortuna Heddesheim. Jetzt kann die TSG 62/09 bereits übermorgen den Titelgewinn endgültig perfekt machen. Mit einem Heimsieg am Mittwochabend gegen den FC Zuzenhausen wäre den Weinheimern die Meisterschaft sicher. Anstoß im Sepp-Herberger-Stadion ist um 18.30 Uhr. Und das sollte sich wahrlich kein Weinheimer Fußball-Fan entgehen lassen. Es wäre die erste Verbandsliga-Meisterschaft für die TSG 62/09 seit 14 Jahren.

Auch im Turmbergstadion des ASV Durlach demonstrierte die Mannschaft von Trainer Dirk Jörns ihren unbändigen Siegeswillen. Insbesondere, als die Gäste mit einem Mann weniger auf dem Platz standen. Die Partie schien fast schon gelaufen, nachdem Weinheim Anfang der zweiten Halbzeit auf 3:1 davongezogen war. Doch dann sah Andreas Adamek in der 60. Minute die gelb-rote Karte. Vorausgegangen war eine sehr umstrittene Abseitsentscheidung, die Adamek um die Riesenchance zum 4:1 und damit die endgültige Entscheidung brachte. Daraufhin beschwerte sich Adamek, der erst neun Minuten zuvor nach einem Foulspiel die gelbe Karte gesehen hatte, bei Schiedsrichter Björn Schumann. Die Folge: gelb-rot. Da hätte sich Adamek trotz allem nachvollziehbaren Ärger einfach besser beherrschen müssen.

In Überzahl witterte Durlach plötzlich noch einmal seine Chance. Aber bis auf einen zur Ecke geblockten Schuss von Patrick Berecko (64.) und einen Distanzschuss von Philipp Engert, den TSG-Torwart Marcel Lentz über die Latte lenkte (78.), gerieten die Weinheimer nicht mehr in Gefahr. Die Mannschaft mobilisierte alle Kräfte, wobei ein Spieler beispielhaft voranging.

Kai Engel lieferte sein bisher bestes Spiel im Trikot der TSG 62/09 ab. Der 21-Jährige absolvierte im Mittelfeld ein wahnsinniges Laufpensum, war überall zur Stelle, wo es zu brennen drohte und eroberte nicht nur ganz wichtige Bälle, sondern verwertete diese auch noch in gezielte Offensivaktionen seiner Mannschaft. Als Krönung steuerte Kai Engel, nur einer von drei Spielern des aktuellen Kaders, der auch in der kommenden Saison für Weinheim spielen wird, noch den Siegtreffer zum 3:1 bei – der hochverdiente Lohn für eine extrem engagierte Leistung (59.).

Zu Beginn zeigten aber auch die Durlacher, dass sie dem Ligaprimus unbedingt Paroli bieten wollten. Nach einem langen Ball hatte ASV-Torjäger Tobias Stoll schon in der 4. Minute die erste große Chance. Und auch die nächste gute Möglichkeit verzeichneten die Gastgeber abermals durch Stoll (16.). Das erste Lebenszeichen der TSG sandte Adamek mit einer Direktabnahme nach Flanke von Thomas Süß aus (17.).

Dennoch ging der Führungstreffer für Durlach zu diesem Zeitpunkt in Ordnung. Andreas Lerchl brachte im eigenen Strafraum den agilen ASV-Spieler Philipp Engert zu Fall. Den Elfmeter verwandelte Stoll zum 1:0 (21.). Die TSG musste sich erst einmal schütteln und Ufuk Ekincier hätte für Durlach sogar erhöhen können. Seinen Schuss entschärfte TSG-Torwart Marcel Lentz per Fußabwehr (27.). Fortan übernahm aber Weinheim die Initiative. Nach einer zu kurz abgewehrten Ecke von Adamek und einem geblockten Schuss von Oliver Malchow bewies wieder einmal Chris Hiller seinen Torriecher und erzielte im zweiten Versuch das 1:1 (33.). Ein vermeintlicher TSG-Treffer von Lerchl nach Klassezuspiel von Adamek wurde wegen Abseits nicht gegeben (38.). „Nachdem wir zu Beginn noch unsortiert waren, sind wir gut zurückgekommen und haben in der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit richtig gut gespielt“, lobte TSG-Trainer Jörns.

Gleich nach der Pause gab es nach einem Foul an Lerchl auch Elfmeter für die TSG. Adamek ließ sich die Chance zum 1:2 nicht entgehen (48.). Weinheim setzte nach und wurde mit dem 1:3 durch einen platzierten 20-Meter-Flachschuss von Engel belohnt, der sich zuvor selbst den Ball nach einem Einwurf der Durlacher erkämpft hatte (56.). Dann folgten jedoch zwei strittige Abseitsentscheidungen gegen Adamek (57. und 60.) und der Platzverweis. Aber auch in Unterzahl ließ die TSG nichts anbrennen, die bei einem Konter über Jonas Meier-Küster sogar noch durch den eingewechselten Cihad Ilhan auf 1:4 hätte erhöhen können (72.).

„Jetzt freuen wir uns auf das Heimspiel am Mittwoch und hoffen auf eine große Kulisse, wenn wir die Meisterschaft perfekt machen können“, sagte TSG-Spielleiter David de Vega nach dem Abpfiff – dem ist nichts hinzuzufügen.

TSG 62/09 Weinheim: Lentz; Süß, Geissinger, Gebhardt, Schwöbel, Malchow, Makan (89. Zimmermann), Engel (90. Matthes), Lerchl (65. Meier-Küster), Adamek, Hiller (65. Ilhan).