„Von unserem Konzept überzeugt“

„Von unserem Konzept überzeugt“

Originaltext aus dem Weinheimer Nachrichten vom 11. August 2017

Weinheim. Christian Schmitt ist der neue Trainer der neuen TSG 62/09 Weinheim in der neuen Fußball-Oberliga. Nach dem kompletten Zerfall des souveränen Verbandsligameisters hatte der Verein ein komplett neues Team zusammenstellen müssen. Von einer „Notlösung“ will Schmitt nichts hören. Wir sprachen mit dem Mann, der sich auf den Start am Samstag im Sepp-Herberger-Stadion freut. Und das Unterfangen Oberliga als große Herausforderung und Chance sieht.

Christian Schmitt, mit dem Bahlinger SC kommt am Samstag um 15 Uhr gleich einer der Titelfavoriten nach Weinheim. Lampenfieber?

Christian Schmitt: Dem ersten Spieltag fiebert man immer entgegen. Anders ist jetzt die Klasse. Es wird spannend zu sehen wie wir uns im Wettkampf behaupten. Und von daher finde ich es ganz gut, dass wir zu Beginn gleich auf drei Aufstiegskandidaten treffen. Da wird man gleich sehen, wie hoch die Messlatte liegt. Wir müssen so schnell wie möglich so viel wie möglich lernen und hoffen, dass wir Bahlingen vielleicht auf dem falschen Fuß erwischen. Ganz chancenlos sehe ich uns nicht.

Manche betiteln die Situation ja als Himmelfahrtskommando.

Schmitt: Weinheim war ja schon öfter in der Oberliga und hat die Klasse unter ganz anderen Voraussetzungen nur einmal halten können. Jetzt versuchen wir es eben mal so: mit der jüngsten Mannschaft, dem geringsten Budget und Spielern, die nicht wegen finanzieller Anreize spielen, sondern es als große sportliche Chance sehen, Oberliga spielen zu können und zu dürfen. Vielleicht ist das sogar der nachhaltigere Weg. Ich bin von unserem Konzept jedenfalls überzeugt.

Wie weit ist die Mannschaft

Schmitt: Die Jungs sind bereit dazuzulernen und haben in den letzten sieben Wochen gut gearbeitet. Wir sind mit unserer komplett neuen Mannschaft etwas weiter als befürchtet, was auch daran liegt, dass sich viele Spieler von früher kannten. An dieser Stelle ist die Altershomogenität ein Vorteil. Trotzdem wird die Oberliga natürlich eine ganz andere Hausnummer als die bisherigen Vorbereitungsspiele. Wir müssen sehen, wie schnell sich die Mannschaft akklimatisiert und die Jungs die Spielklasse annehmen. Da hoffen wir natürlich auf die Geduld vom Umfeld und der Spieler. Vom Verein her spüren wir vollste Rückendeckung und bekommen immer wider gesagt, dass wir die Zeit bekommen, die wir brauchen.

Wie bewerten Sie die Chancen auf den Ligaverbleib?

Schmitt: Wir sind keine Träumer. Wenn es fünf bis sechs Absteiger gibt, dann sind wir natürlich dabei. Wenn es allerdings nur zwei geben sollte, warum sollten wir es nicht schaffen?

Und wer ist Kapitän?

Schmitt: Tolga Karlidag. Er ist mit 26 nicht nur der Älteste, sondern auch einer, der Verantwortung übernehmen will und vorangeht. Von ihm können junge Spieler wie ein Marvin Kaul, der noch in der A-Jugend-Landesliga ran dürfte und sich jetzt in die Stammformation gespielt hat, profitieren.

Ihre Einschätzung für die Saison?

Schmitt: Es braucht nicht unbedingt erfahrene Spieler, man kann auch mit den Jungen was bewegen. Ich hoffe auf Geduld.