Nur zu Beginn wieder zu viel Respekt gezeigt

Nur zu Beginn wieder zu viel Respekt gezeigt

Weinheim, den 23. August 2017,

Originaltext aus dem Weinheimer Nachrichten vom 24. August 2017

 

TSG 62/09 Weinheim hält bei der 0:2-(0:2)-Niederlage gegen den amtierenden Oberliga-Vizemeister FSV Bissingen in der zweiten Halbzeit ordentlich mit.

Weinheim. Lektion, Teil drei, ist vorüber, wobei sich die Lehrstunde diesmal aber in Grenzen hielt. Zwar stehen die Oberliga-Fußballer der TSG 62/09 Weinheim auch nach drei Spieltagen mit leeren Händen da. Doch im Gegensatz zu den beiden ersten Partien hielt die TSG gestern Abend bei der 0:2-(0:2)-Heimniederlage gegen den amtierenden Vizemeister FSV 08 Bissingen über weite Phasen durchaus gut mit.

„Dafür, dass wir es in der zweiten Halbzeit ordentlich gemacht haben, können wir uns letztlich aber nichts kaufen“, analysierte TSG-Trainer Christian Schmitt das Ganze indes sehr nüchtern. „Das Problem war, dass wir in der schwachen ersten Halbzeit viel zu ängstlich und zu verhalten agiert haben. Insgesamt reicht das dann eben nicht und ich hoffe, die Spieler haben das jetzt begriffen.“

Zu Beginn sah es tatsächlich danach aus, als müssten die Weinheimer erneut chancenlos die Segel streichen. Bissingen wurde seiner haushohen Favoritenrolle zunächst gerecht und hatte in den ersten 20 Minuten gefühlt 90 Prozent Ballbesitz. Während die Gäste das Mittelfeld klar beherrschten und meist einen freien Mitspieler fanden, ging die Taktik der TSG nicht auf. Die Gastgeber wollten mit einer Fünferabwehrkette, vier Mittelfeldspielern und nur einer Spitze die Räume auf dem im Vergleich zum Sepp-Herberger-Stadion deutlich kleineren Rasenplatz im TSG-Waldstadion eng machen. Aber dennoch taten sich immer wieder Lücken auf. Und dann flutschte gleich der erste Torschuss der Partie ins Weinheimer Gehäuse. Der agile Riccardo Gorgoglione nutze seinen Freiraum zu einem 20-Meter-Flachschuss, der rechts unten zum 0:1 einschlug (5.) – den kann man auch mal halten. Die TSG stand auch in der Folge unter Dauerdruck, kam selbst zu keinerlei Entlastung nach vorne. TSG-Torwart Nicolas Köpper entschärfte einen 25-Meter-Freistoß von Oskar Schmiedel (17.). Als der Weinheimer Schlussmann einen Distanzschuss nach vorne abwehrte, setzte ein FSV-Spieler nach, der daraufhin von TSG-Außenverteidiger Dennis Meis im Strafraum zu Fall gebracht wurde. Den fälligen Elfmeter verwandelte Luca Wöhrle zum 0:2 (20.). Zwei Minuten später hebelten die Gäste mit zwei schnellen Pässen fast die gesamte TSG-Abwehr aus, in größter Not klärte Kapitän Tolga Karlidag noch zur Ecke.

Doch das sollte es mit der Bisssinger Herrlichkeit gewesen sein. Danach ließen die Gäste die Konsequenz im Spiel nach vorne vermissen und die Weinheimer konnten sich ein wenig befreien.

Vor allem in der zweiten Halbzeit blieb der FSV den Nachweis gänzlich schuldig, eine Oberliga-Spitzenmannschaft zu sein. Das lag aber auch daran, dass die TSG nach dem Seitenwechsel viel mutiger zu Werke ging. Die taktische Umstellung machte sich bezahlt. Von einem 5:4:1- hatte Trainer Schmitt auf ein 3:5:2-System umgestellt, ließ defensiv mit Dreierkette und im Angriff mit zwei Spitzen spielen. Und der nun nach vorne beorderte Abdullah Köse kam denn auch aus spitzem Winkel zur ersten Möglichkeit (51.).

Kurz darauf verzog Kai Engel aus 18 Metern (52.), und im Gegenzug nach einer Ecke für Bissingen besaß Köse die größte Chance für die TSG. Seinen Schuss lenkte FSV-Torwart Sven Burkhardt gerade noch zur Ecke (55.). „Wenn wir den Anschlusstreffer geschafft hätten, wäre das Spiel vielleicht noch einmal gekippt“, trauerte Schmitt den vergebenen Chancen nach. Danach gab es nur noch eine nennenswerte Offensivaktion von Ramzy Yahaya (63.), ehe das Spiel ausplätscherte.

Die TSG 62/09 beschließt ihre „englische Woche“ am Samstag um 15 Uhr mit der Partie beim FC Astoria Walldorf II.

Tore: 0:1 Gorgoglione (5.), 0:2 Wöhrle (20., Foulelfmeter).

Zuschauer: 160.