Jubel wie bei einer kleinen Meisterfeier

Jubel wie bei einer kleinen Meisterfeier

Danke an unsere U23 für die tolle Unterstützung und Stimmung!

Weinheim, den 16. September 2017,

Originaltext aus dem Weinheimer Nachrichten vom 18. September 2017

Weinheim. Wenn sich alle Spieler einer Mannschaft nach dem Schlusspfiff auf den Rasen setzen, die „Humba“ anstimmen, Begriffe wie „Ausrufezeichen“ skandieren und sich dann gemeinsam zum Herumtanzen wieder erheben, dann muss es sich schon um ein besonderes Erfolgserlebnis handeln. Fast wie eine kleine Meisterschaft feierten die Fußballer der TSG 62/09 Weinheim am Samstag ihren ersten Saisonsieg in der Oberliga. Das bisherige Schlusslicht setzte sich vor rund 170 Zuschauern im Sepp-Herberger-Stadion gegen die U 23 des SV Sandhausen mit 2:0 (1:0) durch und reichte die „rote Laterne“ damit an den FC Astoria Walldorf II weiter.

„Mit diesen drei Punkten sind wir überglücklich“, strahlte TSG-Offensivspieler Abdullah Köse, der den Weinheimer Führungstreffer in der 35. Minute mit einem Eckball eingeleitet hatte. „Wir waren sehr gut auf dieses Spiel vorbereitet und haben die Woche über auch viel Standards trainiert.“ Und das zahlte sich aus. Als Köse auf der rechten Seite eine Ecke ausführte, tummelten sich alle TSG-Angreifer am kurzen Pfosten und banden damit auch die Abwehrspieler des SV Sandhausen auf engstem Raum. Der Ball kam nach innen, die Gäste verloren den Überblick und TSG-Stürmer Yigzaw Tesfagaber erzielte im Fallen im zweiten Anlauf das 1:0. Erstmals überhaupt in dieser Runde ging Weinheim in Führung und behauptete den Vorsprung auch bis zur Pause.

In der zweiten Halbzeit glich die Partie phasenweise zwar einer Abwehrschlacht, die TSG ließ hinten aber nichts anbrennen und setzte in der Schlussminute den alles entscheidenden Nadelstich. Bei einem Konter wollte der eingewechselte Dennis Meis eigentlich selbst aufs Tor schießen, doch sein Abschluss entpuppte sich als perfekte Vorlage für den mitgelaufenen Yannick Schneider, der am langen Pfosten zum 2:0 verwandelte (90.). Der Rest war eine euphorische Feier der Weinheimer Fußballer, deren komplette Mannschaft inklusive Auswechselbank auf den Platz stürmte.

„Wir waren heute alle ein Team, jeder hat 110 Prozent gegeben“, jubelte Abdullah Köse. Aus einer kämpferisch vorbildlichen Mannschaft ragten dennoch zwei Spieler heraus. Allen voran der jüngste TSG-Zugang Georgios Roumeliotis. Der regionalligaerfahrene Innenverteidiger war nach dem Saisonstart, aber noch kurz vor Ablauf der Wechselfrist nach Weinheim gekommen und war in seinem zweiten Spiel von Anfang an für die TSG der Fels in der Brandung. Zusammen mit seinem Verteidigerkollegen Tolga Karlidag räumte Roumeliotis insbesondere in der zweiten Halbzeit alles ab, was überhaupt abzuräumen war. „Das Verständnis wird von Spiel zu Spiel besser, so muss es jetzt weitergehen“, sagte Roumeliotis nach dem Erfolg gegen eine allerdings auch enttäuschend auftretende Zweitliga-Reserve aus Sandhausen. „Der erste Saisonsieg tut extrem gut“, atmete Roumeliotis auf. „Wir wissen alle, dass der Klassenerhalt mit dieser jungen Mannschaft sehr schwer wird, aber unmöglich ist er nicht.“

In einer ausgeglichenen, nicht gerade von hohem Spieltempo geprägten ersten Halbzeit besaßen die Gastgeber die erste Möglichkeit durch Tesfagaber (10.). Danach war der SVS am Drücker. Jose Pierre Vunguidica verpasste im Sturmzentrum eine Hereingabe von Luca Stellwagen nur um eine Fußspitze (11.). Zwei Minuten später verfehlte ein Kopfball von Cheick Ahmed Cisse nur knapp das TSG-Gehäuse. In der Folge hatte keine Mannschaft Vorteile, ehe Weinheim mit der zweiten Offensivaktion des Spiels nach einer Ecke zum 1:0 kam (35.). Bei einer ähnlichen Standardsituation in der 40. Minute war dann SVS-Torwart Dominik Machmeier auf dem Posten.

Zur zweiten Halbzeit brachten die Gäste mit dem vor einem Jahr beinahe zur TSG gewechselten Jan Dahlke eine weitere Sturmspitze. Und Sandhausen übte fortan mehr Druck aus. Luca Sterzing scheiterte mit einem 15-Meter-Flachschuss am gut reagierenden TSG-Torhüter Nicolas Köpper (51.). Ein Schuss von SVS-Kapitän Demarveay Sheron wurde gerade noch zur Ecke geblockt (61.). Für Aufregung sorgte eine Szene in der 62. Minute, als Dahlke im TSG-Strafraum zu Fall gebracht wurde. „Das war hier keinen Elfmeter bekommen haben, war für mich spielentscheidend“, sagte SVS-Trainer Kristjan Glibo, der seiner Mannschaft aber auch vorwarf, insgesamt „nicht zwingend genug“ gewesen zu sein. „Über einen Elfmeterpfiff hätten wir uns sicher nicht beschweren können“, räumte TSG-Trainer Christian Schmitt ein. „Aber bei uns hat jeder Einzelne alles reingehauen und mit ein bisschen Glück haben wir den ersten Sieg geholt.“ Die im Spiel nach vorne harmlosen Gäste sorgten nur noch durch einen Freistoß für Gefahr (69.). Ansonsten stand die TSG-Defensive jederzeit sicher.

TSG 62/09 Weinheim: Köpper; Königsmann, Roumeliotis, Karlidag, Keller (80. Glässer), Engel, Goudar, Cermjani (78. Meis), Y. Schneider, Köse (73. Njie), Tesfagaber (59. Yahaya).

Tore: 1:0 Tesfagaber (35.), 2:0 Y. Schneider (90.).

Beste Spieler: Roumeliotis, Karlidag – Sheron.

Zuschauer: 170.

Bilder zum Spiel:

www.tsg6209weinheim.de/leistungsmannschaften/1-mannschaft/bildergalerie-1-mannschaft/