Überragender Abschied für Torhüter Nicolas Köpper

Überragender Abschied für Torhüter Nicolas Köpper

Zweiter Sieg nach kuriosem Eckballtor

TSG 62/09 Weinheim feiert mit dem 1:0 (1:0) gegen 1.CfR Pforzheim den zweiten Heimsieg in Folge

Weinheim, den 30. September 2017,

Originaltext aus dem Weinheimer Nachrichten vom 02. Oktober 2017

Weinheim. Die TSG 62/09 Weinheim ist bei der Musik dabei. Nicht nur wegen des Oktoberfests inklusive Live-Band, zu dem die Fußball-Abteilung am Samstag ins Sepp-Herberger-Stadion eingeladen hatte. Vielmehr, weil der Oberliga-Aufsteiger beim 1:0-(1:0)-Erfolg gegen den 1. CfR Pforzheim den zweiten Heimsieg in Folge landete. Dadurch verbesserte sich die TSG vom 17. auf den 16. Tabellenplatz, hat auf die Pforzheimer, die Rang 15 einnehmen, nur noch einen Punkt Rückstand, und mischt damit im Kampf um den Klassenerhalt wieder auf Augenhöhe mit.

Im Fokus der Partie, die trotz Oktoberfest nicht mehr als maximal 300 Zuschauer verfolgten, standen die beiden Torhüter. Zum einen der Pforzheimer Manuel Salz: Er war mit einem kuriosen Eigentor für den entscheidenden Treffer verantwortlich und verhalf Weinheim so zu einem „glücklichen, aber nicht unverdienten Sieg“, sagte TSG-Trainer Christian Schmitt. Bei der ersten guten Chance der Gastgeber durch Yigzaw Tesfagaber lenkte Torwart Manuel Salz den Schuss noch gekonnt zur Ecke. (15.). Die führte dann der Weinheimer Abdullah Köse aus – und dem Pforzheimer Schlussmann unterlief ein folgenschwerer Aussetzer, als er sich den Ball ins eigene Tor patschte (16.).

Zum anderen drückte TSG-Torwart Nicolas Köpper dem Spiel seinen Stempel auf. Ausgerechnet in seinem letzten Einsatz für den Weinheimer Oberligisten lieferte der 20-Jährige eine herausragende Leistung ab und brachte vor allem den Pforzheimer Torjäger Dominik Salz schier zur Verzweiflung. Dreimal scheiterte er in aussichtsreicher Position an Köpper. Einmal mit einem gefühlvollen Heber, den der TSG-Zerberus im Rückwärtslaufen noch über die Latte lenkte (34.), einmal in einer 1:1-Situation (38.) und einmal mit einem gefährlichen Kopfball (57.). Zudem vereitelte Köpper mit einer Wahnsinnsparade bei einem Kopfball von Joao Paulo Tardelli einen frühen Rückstand (13.). „Das war ein überragendes Ende“, strahlte Köpper nach dem Spiel, in dem er zum zweiten Mal in dieser Saison die „Null“ für die Weinheimer festhielt. „Es freut mich riesig, dass ich mit einem Sieg von den Jungs verabschieden kann, die eine Supertruppe bilden, in der es sehr viel Spaß gemacht hat.“ Köpper beginnt nun sein BWL-Studium in Augsburg, nachdem seine Bewerbungen nur in weiterer Entfernung von der Heimat erfolgreich waren. „Die Zusage in Augsburg musste ich wahrnehmen, das ist eine schöne Stadt mit einer schönen Uni.“

Suche nach neuem Torwart

Köppers Abgang hinterlässt allerdings eine schmerzliche Lücke im TSG-Oberliga-Kader. Nach der längerfristigen Verletzung von Co-Trainer Deniz Yetkin steht jetzt nur noch Nico Umscheid zur Verfügung. Da darf auf der Torwartposition also nichts mehr verrutschen. „Wir sind auf der Suche nach einem weiteren Torhüter“, sagte Trainer Schmitt. „Auch wenn das schwierig ist, jetzt einen Spieler zu finden, der uns zum einen weiterhilft und der zum anderen gerade vereinslos ist.“

Gegen Pforzheim zeigte sich, wie wichtig ein starker Schlussmann ist. Die Gäste besaßen in der ersten Halbzeit ein klares Chancenplus, die Weinheimer Pausenführung durch das Eigentor war daher schmeichelhaft, räumte auch TSG-Trainer Schmitt ein. „Neben dem überragenden Torwart hatten wir auch Glück.“ So etwa bei einem Kopfball von Dominik Salz, der an der Latte landete (21.). Die TSG kam bis zum Seitenwechsel nur noch einmal gefährlich vor das Pforzheimer Gehäuse, als nach einem Einwurf die Zuordnung in der Gästeabwehr nicht stimmte und Leon Koppisch plötzlich freie Schussbahn hatte (42.).

In der zweiten Halbzeit hatte der 1. CfR zwar enorm viel Ballbesitz, aber das nötige Tempo, Druck im Spiel nach vorne und Ideen fehlten nahezu gänzlich. So plätscherte die zerfahrene Partie über weite Phasen dahin. Die TSG-Abwehr war noch zweimal nach einem Freistoß an der Strafraumkante (67.) und der letzten Chance für Dominik Salz (70.) gefordert. Ansonsten hatte die Weinheimer Defensive um Georgios Roumeliotis alles im Griff. Bei Möglichkeiten für Tesfagaber nach einem Schnitzer des Pforzheimers Robert Stark (63.) sowie einem Konter über Kai Engel und einem strammen Distanzschuss von Yannick Schneider (77.) wäre sogar noch das 2:0 möglich gewesen. „Ich bin von unserer Leistung wahnsinnig enttäuscht“, sagte CfR-Trainer Adis Herceg. „Nach dem komischen Tor zum 1:0 waren wir auch blockiert. Der TSG, die bis zum Schluss toll gekämpft hat, müssen wir gratulieren.“

Tore: 1:0 M. Salz (16., Eigentor).

Beste Spieler: Köpper, Roumeliotis – Grupp, Tardelli.

Zuschauer: 250 bis 300 (inklusive Oktoberfestbesucher).