In allen Belangen deutlich unterlegen

In allen Belangen deutlich unterlegen

Harmlose TSG 62/09 Weinheim verliert nach einer der schwächsten Saisonleistungen mit 1:4 (0:2) gegen SGV Freiberg

 

Weinheim, 14.10.2017

Originaltext aus dem Weinheimer Nachrichten vom 16. Oktober 2017

Weinheim. Kein einziges Wölkchen trübte den leuchtend blauen Himmel. Die Oktober-Sonne strahlte nach Kräften hinab auf das Sepp-Herberger-Stadion. Ein Tag zum Genießen – außer für die Fußballer der TSG 62/09 Weinheim. Deren sportliche Darbietung am Samstagnachmittag erinnerte vielmehr an die Gefühlslage an einem grau-tristen Novembertag. Nach einer der bisher schwächsten Saisonleistungen verlor der Oberligist in einem Duell zweier Aufsteiger gegen den SGV Freiberg vollauf verdient mit 1:4 (0:2). Die Gastgeber waren in allen Belangen deutlich unterlegen. Das Spiel der TSG wirkte über weite Phasen leblos und vor allem komplett harmlos – bis zur 70. Minute gaben die Weinheimer exakt zwei Torschüsse ab.

Natürlich war schon vor der Saison klar, dass die TSG 62/09 mit ihrer völlig neuformierten, sehr jungen Mannschaft einen extrem schweren Stand in der Oberliga haben wird. Der letzte Tabellenplatz kommt nicht allzu überraschend. Dennoch müssen sich die Spieler nach der Vorstellung gegen den Sport- und Gesangsverein (SGV) Freiberg – keinesfalls eine Oberliga-Übermannschaft – auch mal kritischere Worte gefallen lassen. So wie am Samstag kann man einfach nicht auftreten, falls auch nur die klitzekleine Chance aufrecht erhalten werden soll, im Abstiegskampf weiter auf Augenhöhe mitmischen zu wollen.

Dennoch stellte sich TSG-Trainer Christian Schmitt nach der Partie vor seine Mannschaft. „Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen gegen einen sehr erfahrenen Gegner. Wir sind in einer schweren Phase“, sagte Schmitt nach der zweiten Niederlage in Folge mit vier Gegentoren. „Wir müssen die Jungs jetzt wieder aufbauen.“

Das wird nicht leicht fallen, zumal die Weinheimer in den beiden nächsten Auswärtsspielen bei den Spitzenmannschaften TSG Balingen und FC Nöttingen vor nahezu unlösbaren Aufgaben stehen. Da droht in den nächsten Wochen der Kontakt zu den anderen Teams am Tabellenende verloren zu gehen.

Gegen Freiberg begann die TSG 62/09 mit einer Viererkette, wobei Georgios Roumeliotis in die Doppelsechs vor der Abwehr rückte, sowie zwei Spitzen. Doch gerade Kajally Njie fand im Angriff überhaupt keine Bindung zum Spiel, blieb völlig wirkungslos und wurde zur Pause ausgewechselt.

Gleiches galt auch für Dennis Meis, der auf der linken Verteidigerposition doch große Probleme hatte. So kamen die Gäste vor allem über ihre rechte Angriffsseite und den agilen Hakan Kutlu immer wieder zu gefährlichen Vorstößen.

Nach einer ersten Chance für SGV-Mittelstürmer Marcel Sökler, der an TSG-Torhüter Levent Cetin scheiterte (8.), ging es auch im zweiten nennenswerten Angriff der Freiberger über die rechte Seite. Savino Marotta legte den Ball in die Spitze auf Patrick Fossi, dessen Flanke Niklas Pollex per Kopf aber nicht richtig erreichte (21.). Eine Minute später war der Führungstreffer fällig. Kutlu hatte auf der Rechtsaußenposition erneut zu viel Platz und passte ungestört ins Zentrum, wo der von hinten heranstürmende Clemens Schlimgen zum 0:1 vollstreckte. Auf der Gegenseite resultierte der erste Torabschluss der TSG aus einem Standard. Einen Freistoß an der rechten Strafraumkante zog Abdullah Köse aufs kurze Eck, aber SGV-Torwart Thomas Bromma war mit einer Faustabwehr zur Stelle (32.).

Kurz darauf führte ein einfacher Pass in die Spitze zum 0:2. Die TSG-Defensive spekulierte vergeblich auf Abseits, Kutlu steuerte alleine auf das Tor zu, umspielte auch Schlussmann Cetin und schob mühelos ein (35.). Bis zum Seitenwechsel hätte zweimal Patrick Fossi den Vorsprung ausbauen können (39./44.).

Zur zweiten Halbzeit brachte TSG-Trainer Schmitt zwei frische Spieler und stellte taktisch um. Besser wurde es aber nicht. Als sich Sökler gegen Roumeliotis durchsetzte und zurück auf Niklas Pollex legte, fiel das 0:3 (53.). Die letzten Zweifel zerstreute Sökler selbst mit dem rasch folgenden 0:4 (57.).

In dieser Szene brachen beim ohnehin angeschlagenen Torwart Cetin, den die TSG mit 39 Jahren aus dem Fußball-Ruhestand geholt hat, Rückenprobleme auf und er musste ausgewechselt werden. Für Cetin ging Zweitmannschafts-Torwart Marc Burger zwischen die Pfosten – Nico Umscheid scheint derzeit keine Alternative für das TSG-Trainerteam zu sein. Immerhin hielt Burger in der letzten halben Stunde seinen Kasten sauber, was aber auch daran lag, dass Freiberg nach dem 4:0 das Fußballspielen fast komplett einstellte.

So kamen die Gastgeber nach ihrem zweiten Torschuss durch Kai Engel (69.) noch zum 1:4 durch Leon Koppisch (72.). Im Gegenzug gab es noch eine Doppelchance für die Freiberger Sökler und Julian Schiffmann (73.) – danach passierte gar nichts mehr. 

TSG 62/09 Weinheim: Cetin (60. Burger); Königsmann, Glässer, Karlidag, Meis (46. Koppisch), Roumeliotis, Engel, Goudar, Köse (60. Bunjaku), Tesfagaber, Njie (46. Yahaya).

Tore: 0:1 Schlimgen (22.), 0:2 Kutlu (35.), 0:3 Pollex (53.), 0:4 Sökler (57.), 1:4 Koppisch (72.).

Beste Spieler: keiner – Kutlu, Schlimgen, Sökler.

Zuschauer: 130.

Bilder vom Spiel:

http://www.tsg6209weinheim.de/leistungsmannschaften/1-mannschaft/bildergalerie-1-mannschaft/