U23: Das grosse Wiedersehen in Leutershausen

U23: Das grosse Wiedersehen in Leutershausen

Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 14. September 2018

Bergstraße. Es ist weit mehr als nur ein Derby zweier Bergstraßen-Vereine: Wenn sich am Sonntag um 15 Uhr der FV Leutershausen und die TSG 62/09 Weinheim II in der Fußball-Kreisliga gegenüberstehen, bedeutet das für viele Spieler der Gastgeber ein ganz spezielles Wiedersehen. Schließlich weist der aktuelle Kader des FV Leutershausen gleich acht Spieler auf, die früher das Weinheimer Trikot getragen haben: Nico Manu, Sabri und Gabar Dalman, Dennis Kupfer, Tiberio Ferrarese, Daniel da Silva Guardado, Habib Arifi und Spielertrainer Stefan Matthes. Klar, dass die Partie am Sonntag auch zu einer emotionalen Geschichte wird.

Das kann und will der Leutershausener Spielertrainer auch nicht relativieren. „Die TSG Weinheim ist der Verein, für den ich mit Abstand am längsten gespielt habe“, blickt Matthes auf 13 Jahre vom zweiten Jahr C-Jugend bis zur Verbandsliga-Meisterschaft mit der ersten Mannschaft im Jahr 2017 zurück. Danach wechselte er zum FVL, mit dem er in der zurückliegenden Runde die Meisterschaft in der A-Klasse und den direkten Kreisliga-Aufstieg schaffte. „Jetzt gegen die TSG anzutreten, ist schon etwas Besonderes. Prinzipiell will ich zwar aus jedem Spiel immer als Sieger hervorgehen, aber jedem ist klar, dass ich am Sonntag gegen Weinheim unbedingt gewinnen will“, unterstreicht Matthes.

Allerdings geht Leutershausen doch mit größeren Personalsorgen in das brisante Duell. Zwar stehen Nico Manu und Daniel da Silva Guardado wieder zur Verfügung, dafür fallen jedoch die Urlauber Tiberio Ferrarese und Mehmet Najer sowie der verletzte Sabri Dalman (Muskelfaserriss) definitiv aus. Wenig Hoffnungen hat Matthes zudem auf einen Einsatz von Dennis Kupfer und Frieder Pfefferle. Beide konnten in dieser Woche überhaupt nicht trainieren. „Da sieht die Tendenz schlecht aus“, sagt Matthes. „Ich habe derzeit gerade noch 12, 13 Mann, das wird eng. Dennoch brauchen wir uns nicht verstecken“, will der FVL-Trainer keine Ausreden gelten lassen, wobei sich Matthes auch immer noch über die „sauunnötige“ erste Saisonniederlage gegen Enosis Mannheim ärgert.

Auf der anderen Seite feierte die TSG 62/09 Weinheim II am vergangenen Wochenende mit dem 2:1 in Hockenheim endlich den ersten Saisonsieg. „Gott sei Dank“, atmete TSG-Trainer Lars Weidmann durch, der mit der Leistung und den beiden „schön herausgespielten Toren“ zufrieden war. Jetzt freut er sich auf das Derby in Leutershausen, wo es für ihn ein Wiedersehen mit seinem Ex-Spieler Marius Schmitt aus Feudenheimer Zeiten gibt.

„Der FVL hat eine spielstarke Mannschaft und will den ersten Dämpfer gegen Enosis bestimmt gleich wieder ausbügeln“, rechnet Weidmann mit einem motivierten Gegner. „Aber ich sehe uns auf keinen Fall chancenlos. Wir haben die Qualität, um mitzuhalten. Wenn wir unsere Fehler gering halten, können wir in Leutershausen etwas Zählbares holen.“ Bis auf den verletzten Erol Haziray und den gesperrten Hendrik Härtel können die Weinheimer personell aus dem Vollen schöpfen. Zuletzt bekam die zweite Mannschaft auch Unterstützung aus dem Verbandsliga-Kader. „Fabrizio Romagnolo und Gianluca Lucchese waren große Verstärkungen“, freute sich Weidmann. Ob Ähnliches auch am Sonntag passiert, ist aber eher fraglich, da das Weinheimer Verbandsliga-Team ebenfalls erst am Sonntag spielt.