Einstellen auf Abstiegskampf

Einstellen auf Abstiegskampf

TSG verliert ein ganz schwaches Spiel gegen den potenziellen Abstiegskandidaten FV Lauda mit 1:2(1:1)

Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 08. Oktober 2018

Weinheim. So droht der erneute Abstieg. Nach der indiskutablen Vorstellung der TSG 62/09 Weinheim im Verbandsliga-Heimspiel am Samstag gegen den FV Lauda hilft nur noch Klartext. In einer schwachen Partie zweier an diesem Tag schlechter Mannschaften bezogen die TSG-Fußballer eine extrem bittere 1:2-(1:1)-Niederlage. Bitter vor allem deshalb, weil die Gäste bewiesen, dass sie völlig zu Recht auf dem vorletzten Tabellenplatz stehen. Doch die Weinheimer waren nicht in der Lage, einen äußerst biederen und limitierten Kontrahenten in die Schranken zu weisen.
„Wir haben ja auch einen Anspruch an uns selbst“, sagte ein konsternierter TSG-Christian Schmitt nach einer in allen Belangen enttäuschenden Leistung. „Diesem Anspruch sind wir null gerecht geworden.“ Dass es sich um ein Spiel der höchsten Klasse im Badischen Fußballverband handelte, war auf dem Rasenplatz im Sepp-Herberger-Stadion nicht zu erkennen. „Der Gegner hat mit einfachsten Mitteln verdient drei Punkte mitgenommen“, schüttelte Schmitt den Kopf. „Wir sind nicht reif genug, solche Mannschaften mit Geduld auszuspielen und können unsere derzeitigen Ausfälle nicht kompensieren“, sagte Schmitt. „Jetzt sind wir dort angekommen, wo wir nicht hinwollten. Wer so einen Gegner nicht schlägt, muss sich auf den Abstiegskampf einstellen.“
Gleich nach dem Abpfiff der Partie hatte der TSG-Trainer seiner Mannschaft noch auf dem Platz eine geharnischte Ansprache gehalten. Als sich Schmitt anschließend von seinen Spielern abwandte, holte er noch zu einer Schussbewegung aus und drosch vehement gegen einen imaginären Ball – hätte dort tatsächlich etwas Rundes gelegen, es wäre außerhalb des Sepp-Herberger-Stadions gelandet.
Der Frust saß tief, auch bei den rund 90 Zuschauern, unter denen sich der verletzte TSG-Spieler Abdullah Köse befand. „Es ist unglaublich, gegen eine so schlechte Mannschaft wie Lauda zu verlieren“, konnte es auch Köse nicht fassen, der erst am Dienstag eine genaue Diagnose seiner Verletzung erhalten wird. Der 21-Jährige fehlte seinem Team am Samstag an allen Ecken und Enden. Natürlich stand eine extrem junge TSG-Mannschaft auf dem Platz, aber dass kein einziger Spiele imstande war, fußballerische Impulse zu geben, war in dieser Deutlichkeit schon erschreckend.
Hinzu kam, dass Weinheim nicht nur im Spiel nach vorne große Defizite offenbarte, sondern sich auch in der Defensive Patzer erlaubte, die Lauda zum zweiten Dreier in dieser Saison verhalfen. Beim 0:1 in der 22. Minute standen alle TSG-Spieler abwartend im Raum, als sich Gästespieler Nikola Ilic ein Herz fasste und mit seiner „linken Klebe“ aus gut 20 Metern einfach mal abzog – für den jungen TSG-Torwart Johannes Halbig gab es da nichts zu halten. Und dem 1:2 in der 56. Minute gingen ein langer Ball und eine simple Kopfballverlängerung voraus, nach der sich erneut Ilic locker gegen die TSG-Innenverteidigung durchsetzte und vollstreckte.
Danach war noch eine gute halbe Stunde zu spielen. Weinheim rannte zwar gegen einen fortan extrem tief stehenden Gegner an, das Ganze wirkte aber kopf- und ideenlos. So kam die alles andere als sattelfeste FVL-Abwehr kaum in Bedrängnis. Außer einer Halbchance für Yannick Schneider (62.) und einer letzten Möglichkeit für Robert Endler, dessen Schussversuch von der versammelten Laudaer Hintermannschaft geblockt wurde (90.), kam die TSG nicht mehr gefährlich auf.
Bezeichnend auch, dass der zwischenzeitliche 1:1-Ausgleich in der ersten Halbzeit einem halben Eigentor der Gäste entsprang. Als Schneider von der linken Seite den Ball nach innen legte, wollte FVL-Verteidiger Ludwig Greß klären, schoss aber TSG-Sturmspitze Aiman Kurt an. Von dessen Fuß trudelte der Ball ins Tor (29.).
Ansonsten besaß Weinheim nur zwei Chancen jeweils nach guten Flanken von Linksaußen Mehmet Batur durch Kurt (14.) und einen Flugkopfball von Noureddin Goudar (51.). Einmal musste Lauda nach einer Ecke zudem auf der Torlinie klären (34.). Die Gäste hätten ihrerseits bei mehreren schlichten Kontern oder Freistößen noch das eine oder andere Tor nachlegen können. Einmal landete der Ball durch Daniel Fell auch im TSG-Gehäuse, Schiedsrichterin Selina Menzel entschied aber auf Abseits (71.).
Die TSG 62/09 muss sich nun bewusst vor Augen führen, dass es nur noch vier Punkte zu einem direkten Abstiegsplatz sind. Und am kommenden Sonntag steht die richtungsweisende Partie beim FC 07 Heidelsheim an. Da bedarf es unbedingt einer Reaktion auf die desolate Leistung gegen Lauda. bk

TSG 62/09 Weinheim: Halbig; Romagnolo (60. Yücel), Königsmann, Kuhn, Morscheid, Keller, Goudar (60. Lucchese), Schneider, Batur, G. Goulas (76. Endler), Kurt (84. Acik).
Tore: 0:1 Ilic (22.), 1:1 Kurt (29.), 1:2 Ilic (56.).
Schiedsrichter: Selina Menzel (Stutensee).
Zuschauer: 90.

Bilder zum Spiel:

http://www.tsg6209weinheim.de/leistungsmannschaften/1-mannschaft/bildergalerie-1-mannschaft/