Dreckiger Sieg hält Fortuna im Rennen

Dreckiger Sieg hält Fortuna im Rennen

TSG 62/09 ist beim Heddesheimer 4:2 (2:2) lange ebenbürtig.

Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 05. November 2018

Heddesheim. Zehn gelbe Karten, sechs Treffer und ein Traumtor aus 32 Metern – den 200 Zuschauern im Heddesheimer Stadion wurde einiges geboten beim 4:2-(2:2)-Sieg des FV Fortuna gegen die TSG 62/09 Weinheim. Vor allem sah der neutrale Fußballfan ein ausgeglichenes Verbandsliga-Spiel, in dem sich letztlich die größere Routine und damit einhergehende Cleverness der Gastgeber durchsetzte. Netter Nebeneffekt für die Heddesheimer: Das Spitzentrio patzte und die Mannschaft von Trainer Rene Gölz verkürzte den Abstand auf Tabellenführer SV Sandhausen auf nur noch drei Punkte.
„Wir haben die letzten zwei Spiele verloren, deshalb war der Sieg heute umso wichtiger. Ein schönes Spiel war es nicht“, sagte Fortuna-Kapitän Marcel Höhn und unterstrich damit den „dreckigen“ Sieg seiner Mannschaft, der das Wie letztlich egal war. „Jetzt geht es zum Tabellenzweiten nach Gartenstadt und da gilt’s.“ Fehlen wird dabei Salih Özdemir, der in den Schlussminuten nach einem Rempler von Noureddin Goudar auf den Ellenbogen fiel und mit dem Krankenwagen abtransportiert werden musste.
Weinheim spielbestimmend
Dreckig war der Heddesheimer Sieg auch deshalb, weil die Weinheimer in der ersten Hälfte überraschend das Spiel bestimmten. In den ersten 20 Minuten brachten Marvin Kaul, Aiman Kurt, Georgios Goulas und Co. die Heddesheimer Defensive immer wieder in Bedrängnis und Fortuna-Trainer Gölz zum Kopfschütteln. Hinzu kam, dass sich Stammkeeper Steven Stattmüller beim Aufwärmen verletzte und sein Vertreter Alexander Jäger nicht den sichersten Eindruck machte. Wahrscheinlich wäre aber auch Stattmüller machtlos gewesen, als Patrick Morscheid in der 21. Minute aus 23 Metern abzog und der Ball vom Innenpfosten wieder zurück ins Feld klatschte.
Das Tor machte dann allerdings der FV Fortuna. Und das im direkten Gegenzug. Nachdem die Weinheimer beim Konter den Ball nicht aus dem Strafraum klären konnten, landete dieser bei Enis Baltaci, der sich das 1:0 (23.) nicht nehmen ließ. Und als ein langer Pass von Izzedine Noura übers Halbfeld dann bei Fortuna-Torjäger Cihad Ilhan landete, folgte sogar noch das 2:0 (36.).
Für die bis dahin spielbestimmende Weinheimer Mannschaft eigentlich ein Nackenschlag, doch dass die Moral stimmt im Team, hat die TSG 62/09 in dieser Saison ja bereits mehrfach bewiesen. Die Gäste spielten weiter nach vorn. Schon gleich nach dem Anspiel zwang Kaul Fortuna-Keeper Jäger zu einer Parade. Und in der 40. Minute eroberte der quirlige Beißer an der Strafraumgrenze den Ball, ließ alle Heddesheimer stehen und netzte zum 2:1 ein. Damit nicht genug: Kurz vor der Pause traf Aiman Kurt nach einem Pass von der rechten Seite zum verdienten Ausgleich. Und wäre Noureddin Goudar nicht in Rückenlage geraten, wäre sogar noch das 3:2 für Weinheim drin gewesen. „Das darf uns nicht passieren, das 2:0 hätten wir mit in die Pause nehmen müssen“, sagte Fortuna-Kapitän Höhn.
Im zweiten Durchgang neutralisierten sich beide Teams weitgehend, Offensivaktionen blieben Mangelware. Die beste Gelegenheit für Weinheim hatte erneut Marvin Kaul, der nach einer schönen Einzelaktion von David Keller im Strafraum ins Straucheln geriet und nicht mehr genug Druck hinter den Ball brachte. Heddesheim blieb durch einen Freistoß an der Strafraumgrenze gefährlich, den Yannick Tewelde nur ans Außennetz setzte.
Als sich die Zuschauer schon mit einem durchaus gerechten Remis abgefunden hatten, setzte sich Cihad Ilhan im Strafraum gegen Kristijan Vidakovic durch, der sich nur durch einen kurzen Klammergriff zu helfen wusste. Elfmeter in der 78. Minute. Yannick Tewelde ließ sich die Chance nicht entgehen, auch wenn Raul-Lucian Chira in die richtige Torecke sprang.
Wenig später wurde die Partie dann nach dem unglücklichen Sturz von Özdemir für einige Minuten unterbrochen, bis der Heddesheimer vom Platz getragen werden konnte. Die TSG 62/09 brachte nichts Konkretes mehr vors Heddesheimer Tor, während John Malanga mit einer der letzten Aktionen einen Freistoß aus 32 Metern ins obere linke Toreck zimmerte.
„Ich habe keinen Unterschied zwischen beiden Mannschaften gesehen, in der ersten Hälfte waren wir spielerisch sogar besser und haben tolle Moral bewiesen“, sagte ein durchaus zufriedener TSG-Trainer Christian Schmitt. „Letztlich hat die Cleverness eines Cihad Ilhan den Unterschied gemacht.“ AT

TSG 62/09 Weinheim: Chira; Königsmann (61. Meis), G. Goulas (90.+1 Lucchese), Goudar, Kaul, Schneider, Vidakovic, Keller, Kuhn, Morscheid (79. Bunjaku), Kurt (85. Acik).

Zuschauer: 200.

Tore: 1:0 Baltaci (24.), 2:0 Ilhan (36.), 2:1 Kaul (42.), 2:2 Kurt (44.), 3:2 Tewelde (Foulelfmeter, 79.), 4:2 Malanga (90.+2)

Bilder zum Spiel:

http://www.tsg6209weinheim.de/leistungsmannschaften/1-mannschaft/bildergalerie-1-mannschaft/