Glückliche Pflichterfüllung

Glückliche Pflichterfüllung

TSG 1862/09 quält sich zum 3:2(2:1) gegen Verbandsliga-Schlusslicht SG HD-Kirchheim

Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 26. November 2018

HEIDELBERG. Es bleibt dabei: Gegen die Spitzenteams der Fußball-Verbandsliga wächst die TSG 62/09 Weinheim über sich hinaus, gegen die Mannschaften des unteren Tabellendrittels tun sich die Bergsträ-ßer schwer. Das sah auch am Samstag beim noch sieglosen Schlusslicht SG Heidelberg-Kirchheim nicht anders aus. Die Mannschaft von Trainer Christian Schmitt quälte sich bei einem verbissen kämpfenden Gastgeber zu einem 3:2-(2:1)-Erfolg, der am Ende sogar etwas glücklich ausfiel.Das war mir vorher klar, dass es ganz schwer werden wird. Der Trainerwechsel, der Platz, auf dem wir das Spiel machen müssen. Und dazu noch die personellen Ausfälle – wir haben ganz schlecht gespielt und zum Glück trotzdem gewonnen, sagte Christian Schmitt und atmete nach der mehr schlecht als recht erfüllten Pflichtaufgabe tief durch. Schon in der 7. Minute gerieten die Weinheimer bei tristem Fußballwetter nach einem 20-Meter-Schuss von Heidelbergs Stürmer Hasan Tiryaki mit 0:1 in Rückstand.“Da waren wir sehr schlafmützig unterwegs“, sagte auch TSG-Abteilungsleiter Reiner Werner, der mit den Heidelbergern eine Mannschaft sah, die in den Strudel geraten ist, in dem die Konkurrenz vor der Saison die Weinheimer erwartet hatte. Mir war das schon klar, dass unser Team das Potenzial zu mehr hat. Und ich bin froh, dass die Jungs es über weite Strecken der Vorrunde auch abgerufen haben. Wir haben der Mannschaft gesagt, dass wir diesen Weg weitergehen wollen und hoffen, dass die Personalgespräche jetzt dann positiv verlaufen? Dass sich das Team entwickelt hat, zeigte sich nur vier Minuten nach dem 0:1. Ayman Kurt traf nach einem Eckball per Kopf zum 1:1. Danach versuchten die Weinheimer, der Partie ihren Stempel aufzudrücken, hatten durch Yannick Schneider in der 25. Minute bereits die Chance auf das 1:2, der dann mit einem 20-Meter-Schuss in der 31. Minute auf 1:2 stellte. Das hätten die Gäste ausbauen müssen. Lorik Bunjaku und Ayman Kurt, jeweils auf Zuspiel von Marvin Kaul, und Kaul selbst, dessen Schuss noch auf der Linie geklärt wurde, verpassten aber. Stattdessen blieben die Kirchheimer durch Konter gefährlich, als Raul Lucian Chira in der 40. Minute einen Schuss von Rufus Froschauer noch mit der Fußspitze aus dem Winkel kickte.
Wackelnde Abwehr
Nach der Pause waren die Weinheimer Aktionen nicht mehr zwingend, die Struktur nach vorne fehlte fast komplett und Weinheim ließ sich das Kirchheimer Spiel aufzwingen. Immer wieder geriet die TSG-Defensive ins Wackeln. Der verletzte Kapitän Kristijan Vidakovic ballte am Spielfeldrand mehrfach die Fäuste in seiner Winterjacke, als er sah, wie sich seine Mannschaft immer mehr in die Bredouille brachte. Er fehlte im Abwehrzentrum genauso wie Patrick Morscheid. „Gerade in so einem Spiel hätte es erfahrene Leute gebraucht, die die Spannung aufrecht erhalten, sagte auch Christian Schmitt. Und weil die fehlte, wurde es aus Weinheimer Sicht wieder unnötig spannend. Matthias Kuhn verlor den Ball in der eigenen Hälfte an Jonathan Blaquez-Müller, der wiederum den frei vors Tor laufenden Hasan Tiryaki bediente. Sein Lupfer-Tor bedeutete das 2:2 (61.) und Weinheims Co-Trainer Deniz Yetkin musste noch mehr schreien als ohnehin schon, um seine Jungs wieder aufzuwecken. Doch es schien nicht zu fruchten. Auch nachdem Marco Herbel nach Meckern und Foulspiel an Kaul die Gelb-Rote Karte gesehen hatte (71.), verlor Kuhn erneut einen Zweikampf gegen Tiryaki, dessen Schuss Chira aber parierte. So musste letztlich ein Standard für die Entscheidung herhalten. Die von Agirios Goulas getretene Ecke landete bei Yannick Schneider, der noch am SGK-Schlussmann scheiterte. Den Abpraller stocherte Lorik Bunjaku zum 2:3 ins Kirchheimer Tor – die zwölf Rest-Minuten brachte Weinheim dann mit mehr Glück als Verstand über die Zeit. AT

TSC 62/09 Weinheim: Chira; Königsmann, Bunjaku, A. Goulas (90. Romagnolo), G. Goulas, Goudar (65. Köse), Kaul (81. Lucchese), Schneider, Keller, Kuhn, Kurt (80. Acik).
Zuschauer: 80.
Tore: 1:0 Tiryaki (7.), 1:1 Kurt (11.), 1:2 Schneider (31.), 22 Tiryaki (61.), 2:3 Bunjaku (78.).
Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rote Karte gegen Kerbel (71.), Rote Karte für Roman Just wegen Meckerns (88., beide SGK).

Bilder zum Spiel:

http://www.tsg6209weinheim.de/leistungsmannschaften/1-mannschaft/bildergalerie-1-mannschaft/