Fussballer der Woche: Der Mann mit dem Torriecher ist zurück

Fussballer der Woche: Der Mann mit dem Torriecher ist zurück

Abdullah Köse, wichtiger Offensivspieler bei Verbandsligist TSG 62/09 Weinheim, ist wieder fit – und trifft.

Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 05. Dezember 2018

Weinheim. Abdullah Köse hat mit seinen 21 Jahren fußballerisch schon einiges erlebt. VfR und Waldhof Mannheim sowie der Karlsruher Sportclub waren die Stationen in seiner Jugend, bevor es ihn im ersten Aktiven-Jahr zum pfälzischen Oberligisten Pfeddersheim zog. Aber Weinheims Co-Trainer Deniz Yetkin erinnerte sich an den talentierten Jugendlichen, den er selbst in der Waldhöfer U19 trainiert hatte, und stellte den Kontakt zu Weinheim her. Beim Verbandsligisten geht er nun in der zweiten Saison auf Torejagd, wo er als zentraler Mittelfeldspieler auch für die Vorbereitung von Toren zuständig ist.
Am Samstag erzielte er den 1:0-Siegtreffer der TSG 62/09 gegen Durlach-Aue selbst – und diesen Treffer feierte er besonders. Schließlich war es erst Köses zweiter Einsatz nach seiner gut zweimonatigen Verletzung, ein Bänderriss hatte ihn am 22. September beim 1:0-Sieg gegen den VfB Gartenstadt außer Gefecht gesetzt. Dass er als torgefährlicher Spielmacher auch Interesse bei anderen Vereinen weckt, streitet „Apo“ Köse nicht ab.
Treuebekenntnis zur TSG 62/09
Aber obwohl er für kommende Saison noch nicht unterschrieben hat, ist seine Tendenz eindeutig: „Ich würde gerne in Weinheim bleiben und die Konzentration auf meine Ausbildung legen. Ich möchte einen guten Abschluss in meinem Beruf erreichen. Mit meinem Wohnort bei meinen Eltern in Waghäusel, der Arbeitsstelle in Mannheim und dem Fußball in Weinheim bekomme ich alles gut unter einen Hut – das soll, wenn möglich, auch im nächsten Jahr so bleiben.“
Eine feste Freundin hat der Wirbelwind im Weinheimer Angriff noch nicht. „Die Ausbildung hat Vorrang. Außerdem sind mir meine Familie und meine drei Geschwister wichtig“, sagt der 21-Jährige. In seinen Urlaub zieht es ihn eher in die klassischen Mittelmeer-Urlaubsziele nach Spanien, Frankreich oder Italien, wohin er mit seinen Freunden gerne Spontanreisen unternimmt.
Dass der in Deutschland geborene Sohn türkischer Eltern auch in Sachen Fußball über den Tellerrand hinaus schaut, zeigt die Wahl seines Lieblings-Fußballvereins: Besiktas Istanbul gehört seine Zuneigung seit Kindheitstagen und voller Stolz erzählt er von seinem Stadionrundgang in diesem Jahr. „Es war zwar kein Spiel, aber das Stadion selbst ist schon einfach toll.“
In der Bundesliga liegen seine Sympathien bei Vereinen wie Hoffenheim oder Leipzig. „Bei diesen Vereinen bekommen die jungen Spieler eine Chance.“ Auch deshalb ist Julian Nagelsmann einer seiner Lieblingstrainer. lu

Zur Person:
Abdullah Köse ist in Bruchsal geboren, wohnt noch bei seinen Eltern in Waghäusel und gehört seit zwei Spielzeiten dem Erstmansnchafts-Kader der TSG 62/09 Weinheim an. Zuvor spielte der 21-Jährige bei der TSG Pfeddersheim in der Oberliga Rheinland-Pfalz als Spielmacher.
Köse, dessen Eltern vor 40 Jahren aus der Zentraltürkei nach Deutschland kamen, hat einen jüngeren und einen älteren Bruder, die beide ebenfalls Fußball spielen. Seine ältere Schwester kann mit diesem Sport gar nichts anfangen.
Nach seinem technischen Fachabitur absolviert er in Mannheim gerade sein zweites Lehrjahr als Elektriker. Er will auch im Handwerk arbeiten, auf keinen Fall im Büro.
Lieblings-Fußballclub, schon seit Kindheitstagen, ist Besiktas Istanbul, wo ihn in diesem Jahr eine Stadionführung begeistert hat.