Fehlstart mit der höchsten Niederlage

Fehlstart mit der höchsten Niederlage

TSG 62/09 Weinheim kassiert im ersten Punktspiel des Jahres 0:5-(0:1)-Pleite beim abstiegsbedrohten SV 98 Schwetzingen

Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 04. März 2019

Schwetzingen. Katerstimmung bereits am Fastnachtssamstag: Mit einer herben Enttäuschung endete für die Fußballer der TSG 62/09 Weinheim das erste Punktspiel nach der dreimonatigen Winterpause. Im Verbandsliga-Derby beim SV 98 Schwetzingen kassierten die Gäste eine bittere 0:5-(0:1)-Pleite und damit ihre höchste Saisonniederlage. Während SV-Trainer Kevin Knödler unmittelbar nach dem Schlusspfiff einen lauten Schrei der Befreiung ausstieß und später von einem „Mutmacher“ für die kommenden Wochen sprach, verschwanden die meisten TSG-Spieler mit finsteren Mienen schnurstracks in Richtung Kabine. Nur Torwart Raul Chira saß noch minutenlang mit gesenktem Kopf in seinem Strafraum. „Wir hatten keine Motivation, keine Chance, das geht gar nicht“, brachte der an der Niederlage schuldlose Torhüter gerade noch über die Lippen – mehr wollte er einfach nicht sagen.
Keinen Hehl machte Christian Schmitt aus seiner Verärgerung: „Uns fehlten Spannung und Aggressivität. Es war ein hochverdienter Sieg für die Schwetzinger, die den Erfolg mehr gewollt haben. So wie gegen Spielende dürfen wir uns nicht präsentieren, da hat sich die Mannschaft gehen lassen“, sagte der TSG-Trainer angesichts der deutlichen Klatsche gegen einen mitten im Abstiegskampf steckenden Kontrahenten. „Der Knackpunkt des Spiels war das 3:0.“
Direkt vor diesem Treffer hatten sich die Weinheimer über das Verhalten von Schiedsrichter Philipp Hofheinz geärgert. Als die Gäste in der 66. Minute einen Eckball zugesprochen bekamen, wollte Trainer Schmitt wechseln und den kopfballstarken Kristijan Vidakovic in die Partie bringen. Doch der Unparteiische ließ trotz Weinheimer Protesten keinen Wechsel vor der Ausführung der Standardsituation zu. Und dann ging alles blitzschnell.
Nach der Ecke für die TSG startete Schwetzingen einen Konter, Weinheims Innenverteidiger Matthias Kuhn unterlief im eigenen Strafraum ein Foul an Burak Cavdaro. Der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter und zeigte Kuhn zudem die gelb-rote Karte. Der überragende, an allen Toren beteiligte Patrick Hocker verwandelte den Strafstoß souverän zum 3:0 und sorgte für die Vorentscheidung (68.).
Ab 66. Minute in Unterzahl
In Unterzahl hatten die Gäste durch Marvin Kaul und Lorik Bunjaku zwar noch einmal die Chance zum Anschlusstreffer (75.). Doch abermals im direkten Gegenzug bereitete Hocker das 4:0 durch Cavdaro vor (76.). Nur drei Minuten später vergab der eingewechselte Gilles-Florian Djahini die Riesenchance zum 5:0. Das fiel schließlich, als die mit dem Kopf offenbar nicht mehr richtig im Spiel anwesenden Weinheimer den Ball in den eigenen Reigen leichtfertig vertändelten, was einmal mehr Hocker bestrafte und zum Endstand abstaubte (87.).
„Fünf Tore sprechen für sich. Wir hatten Kompaktheit im ganzen Team und Vorteile durch unsere schnellen Außenspieler“, lobte SV-98-Trainer Knödler vor allem die starken Hocker und Cavdaro. Letzterer hatte die Gastgeber nach einem Konter in der 38. Minute auf Zuspiel von Hocker in Führung gebracht, zuvor hatte TSG-Torhüter Chira noch zweimal glänzend pariert (27. und 31.). Zu Beginn der zweiten Halbzeit vor der mageren Kulisse von rund 60 Zuschauern legte der dreifache Torschütze Hocker auf Vorarbeit von Michael Kettenmann rasch das 2:0 nach (53.).
Auf der anderen Seite kam die TSG-Offensive nach dem Rückstand überhaupt nicht mehr zum Zuge. Daran änderte auch die Einwechslung von Muhammed Çalhanoglu nichts (60.), der elf Monate nach seinem Kreuzbandriss sein Pflichtspiel-Comeback für Weinheim gab. Die TSG, die nur in der ersten 20 Minuten Vorteile besaß und bei einem Kopfball von Yannick Schneider (4.) sowie Distanzschüssen von Marvin Kaul (9.) und Abdullah Köse (13.) durchaus in Führung hätte gehen können, hatte an diesem Tag spielerisch wie kämpferisch viel zu wenig zu bieten. Schwetzingen spielte dagegen seine Konter clever aus und gewann vollauf verdient.
„Hoffentlich wissen die Jungs jetzt, was Wettkampfmodus bedeutet“, sagte TSG-Trainer Schmitt bereits mit Blick auf das erste Heimspiel in diesem Jahr am kommenden Samstag. Dann geht es gegen den TSV Wieblingen und damit erneut gegen eine Mannschaft aus der abstiegsgefährdeten Zone. bk

TSG 62/09 Weinheim: Chira; Königsmann (79. Schillinger), Kuhn, Bunjaku, Romagnolo (60. Çalhanoglu), Goulas, Goudar, Schneider, Köse (67. Vidakovic), Kaul, Kurt (72. Lucchese).

Tore: 1:0 Cavdaro (38.), 2:0 Hocker (53.), 3:0 Hocker (68., Foulelfmeter), 4:0 Cavdaro (76.), 5:0 Hocker (87.).

Besondere Vorkommnisse: Gelb-rote Karte Kuhn (TSG, 66.).

Zuschauer: 60.

Bilder zum Spiel:
http://www.tsg6209weinheim.de/leistungsmannschaften/1-mannschaft/bildergalerie-1-mannschaft/