Riesenschritt Richtung sichere Gefilde

Riesenschritt Richtung sichere Gefilde

TSG 62/09 gibt mit 3:1(0:0) Sieg gegen TSV Wieblingen passende Antwort auf Schwetzinger-Pleite / Nur 40 Zuschauer bei widrigen Bedingungen

Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 11. März 2019

Weinheim. Das Zuschauen war sicher nicht vergnügungssteuerpflichtig. Bei widrigen äußeren Bedingungen trafen am Samstagnachmittag die Verbandsliga-Fußballer der TSG 62/09 Weinheim und des TSV 1887 Wieblingen aufeinander. Nieselregen zu Beginn und ein durchgehend fieser, extrem böiger Wind sorgten dafür, dass sich rund um den Kunstrasenplatz im Sepp-Herberger-Stadion gerade einmal 40 Zuschauer verloren – Saisonminuskulisse. Auch die Spieler selbst hatten häufig mit den unberechenbaren Windverhältnissen zu kämpfen, Ball- und Passkontrolle fielen alles andere als einfach.

Dass zumindest der Weinheimer Anhang nach der Partie die Stätte der Unbehaglichkeit durchaus wohlgelaunt verlassen konnte, lag an der angesichts der Umstände beachtlichen Leistung der Weinheimer Mannschaft. Sie feierte einen ebenso verdienten wie richtungsweisenden 3:1-(0:0)-Erfolg. Durch den Heimsieg vergrößerte die TSG den Vorsprung auf den auf dem Relegationsplatz um den Klassenerhalt stehenden TSV Wieblingen auf elf Punkte. So dürfen die Weinheimer den kommenden Begegnungen nun wieder deutlich entspannter entgegensehen und vor allem machten sie damit prompt den schwachen Auftritt in Schwetzingen eine Woche zuvor vergessen.

„Wir haben immer gesagt, Rückschläge und Schwankungen gehören zu unserer jungen Mannschaft. Aber was die Jungs in dieser Saison auszeichnet, ist, dass sie immer in der Lage sind, nach schlechten Leistungen schnell eine Antwort zu geben“, lobte TSG-Trainer Christian Schmitt. Den Willen auf rasche Wiedergutmachung hob auch Abdullah Köse hervor. „Wir wollten das Spiel gegen Wieblingen unbedingt gewinnen und haben dafür in der Woche nach dem Schwetzingen-Spiel sehr motiviert, konzentriert und hart trainiert. Unser Sieg war hochverdient, normalerweise hätten wir schon zur Halbzeitpause in Führung liegen müssen“, sagte der kreative Offensivspieler und fasste sich dabei auch an die eigene Nase.

So hätte Köse nach einem perfekten Zuspiel von Muhammed Çalhanoglu in die Spitze bei freier Schussbahn die TSG früh auf die Siegerstraße bringen können. Doch er verzog den Ball völlig (5.). Und in der 18. Minute schloss Köse nach starker Einzelaktion zu unplatziert ab.

Den ersten Schuss aufs TSG-Gehäuse feuerte der Ex-Weinheimer Mike Kappes ab, dessen 30-Meter-Freistoß mit dem Wind im Rücken jedoch eine sichere Beute von TSG-Torhüter Raul Chira wurde (20.). Dann übernahmen wieder die Gastgeber die Initiative. Einer Möglichkeit für Aiman Kurt (22.) folgte in der 30. Minute die größte Chance der ersten Halbzeit. Abermals Kurt hatte freie Schussbahn, zog den Ball aus halbrechter Position aber am langen Pfosten vorbei. Das perfekte Zuspiel kam erneut von Çalhanoglu. „Es war mein vierter Einsatz nach elf Monaten Verletzungspause. Das fühlt sich gut an“, sagte Çalhanoglu. „An Spritzigkeit und Fitness mangelt es natürlich noch, aber es wird von Mal zu Mal immer besser.“

TSG nutzt den Windvorteil

Die verpasste Führung holte die TSG in der zweiten Halbzeit – nun selbst mit dem Wind im Rücken – schnell nach. Zunächst vergab Kurt noch eine gute Chance (48.), ehe Yannick Schneider seinem Sturmkollegen zeigte, wie es richtig geht. Auf Pass von Georgios Goulas blieb Schneider eiskalt und schob flach zum 1:0 ein (49.). Schneider zwang TSV-Schlussmann Timo Mistele noch einmal zu einer Parade (56.), ehe das kuriose 2:0 fiel. Ein Eckball von Köse fand auch mit Windunterstützung den direkten Weg ins Wieblinger Tor (57.).

„Wir hatten in der Pause angesprochen, gegen den Wind nicht hinten rumzuspielen, haben uns aber nicht daran gehalten“, ärgerte sich TSV-Trainer Norbert Muris. In die gleiche Kerbe schlug TSV-Abwehrchef Mike Kappes. „Beim 0:1 haben wir uns blöd angestellt und dann kam noch das Eckballtor dazu, so kannst du kein Spiel gewinnen“, sagte der Ex-Weinheimer, der im Mai zum zweiten Mal Vater wird.

Endgültig gelaufen schien die Partie, als der Wieblinger Max Lange nach einer Foulsituation zuvor ein Schimpfwort in Richtung TSG-Bank losließ. Für Schiedsrichter Christian Schäffner war das Grund genug, Lange die Rote Karte zu zeigen (61.). In Überzahl verpasste es Schneider, nach einem schönen TSG-Spielzug den Sack vorzeitig zuzumachen (73.). Stattdessen begann plötzlich noch einmal das Zittern.

Nach einem Foul von Noureddin Goudar im eigenen Strafraum an Mustafa Hariri zeigte der Unparteiische auf den Elfmeterpunkt. Der ebenfalls früher für Weinheim spielende Matteo Monetta ließ sich die Chance zum 2:1 nicht entgehen (80.). Wieblingen warf noch einmal alles nach vorne, doch nach einem TSG-Konter brachte Torwart Mistele den durchgebrochenen Aiman Kurt nach einem Konter im Sechzehnmeterraum zu Fall. Erneut gab es Strafstoß, den Kurt selbst verwandelte und mit dem 3:1 endgültig für Ruhe sorgte (89.). bk

TSG 62/09 Weinheim: Chira, Goudar, Vidakovic, Bunjaku, Königsmann(76.Romagnolo), Goulas(87.Lucchese), Keller, Kurt, Schneider(90.Schillinger), Köse, Calhanoglu(84.Meis)
Tore: 1:0 Schneider(49.), 2:0 Köse(57.), 2:1 Monetta(80. Foulelfmeter), 3:1 Kurt(89. Foulelfmeter)
Zuschauer: 40

Bilder zum Spiel:

http://www.tsg6209weinheim.de/leistungsmannschaften/1-mannschaft/bildergalerie-1-mannschaft/