Ein Remis gibt Mut und stärkt die Moral

Ein Remis gibt Mut und stärkt die Moral

Walldorf, den 26. August 2017,

Originaltext aus dem Weinheimer Nachrichten vom 28. August 2017

TSG 62/09 Weinheim erkämpft sich mit dem 0:0 beim FC Astoria Walldorf II den ersten Saisonpunkt in der Oberliga und gibt die „rote Laterne“ an Spielberg ab

Walldorf. Auch wenn die Freude überwog, ein wenig Verärgerung schwang trotzdem mit. Mit einem 0:0 beim FC Astoria Walldorf II feierte der Aufsteiger TSG 62/09 Weinheim am vierten Saisonspieltag den ersten Punktgewinn in der Fußball-Oberliga. Bei genauerer Betrachtung wäre sogar mehr möglich gewesen. „Heute freuen wir uns über einen Punkt“, veranschaulichte TSG-Trainer Christian Schmitt am Samstag nach dem Schlusspfiff die Weinheimer Gefühlslage. „Aber morgen werden wir uns über zwei verlorene Punkte ärgern.“

In einer ausgeglichenen Partie hatten die Walldorfer zwar die größte Möglichkeit des gesamten Spiels, die Gäste jedoch vor allem in der zweiten Halbzeit ein klares Chancenplus. „Wenn wir vor dem gegnerischen Tor kaltschnäuziger werden, werden wir auch Spiele gewinnen“, sagte TSG-Spielleiter Reiner Werner. Selbst in Unterzahl waren die Weinheimer in der Schlussphase mehr als ebenbürtig gegen eine allerdings auch sehr einfallslos wirkende Astoria-Mannschaft.

TSG-Abwehrspieler David Keller sah in der 79. Minute wegen wiederholten Foulspiels die gelb-rote Karte. Trotz einem Mann weniger hatten die Gäste durch den eingewechselten Kajally Njie auf Vorarbeit des sehr agilen Yigzaw Tesfagaber (80.) und durch Dennis Meis, der in sehr aussichtsreicher Position den Abschluss nicht fand (81.), noch gute Möglichkeiten. Meis wäre denn beinahe vollends zur tragischen Figur geworden. Wie schon im jüngsten Heimspiel gegen Bissingen verursachte der frühere Viernheimer einen Foulelfmeter, als Meis den Walldorfer Marcel Gessel von den Beinen holte. FCA-Kapitän Christoph „Vlado“ Stenzel übernahm die Verantwortung, donnerte den Strafstoß aber an die Querlatte des TSG-Gehäuses – da war Weinheim im Glück (87.). Das hatte sich die TSG dank ihres aufopferungsvollen Kampfes aber auch verdient.

Auf der Gegenseite verhinderte ebenfalls das Gebälk einen Weinheimer Treffer. Ein Freistoß von Abdullah Köse klatschte an die Latte (73.). Vor allem war es immer wieder Yigzaw Tesfagaber, der die Walldorfer Abwehr mit seinen Sololäufen in Bedrängnis brachte. Der 20-Jährige besaß gleich sechs gute Chancen, zweimal setzte er den Ball nur haarscharf vorbei (17. und 70.), zweimal scheiterte er an FCA-Torwart Paul Lawall (33. und 68.). „Wir hätten unsere Chancen besser nutzen müssen“, gab sich Tesfagaber selbstkritisch. „Wir waren die bessere Mannschaft und hätten gewinnen können. Der Punktgewinn in Unterzahl gibt uns dennoch Mut und mehr Moral für die nächsten Spiele.“

Bei Temperaturen über der 30-Grad-Marke und angesichts des dritten Punktspiels innerhalb von acht Tagen hielt sich das Spieltempo auf beiden Seiten in überschaubaren Grenzen. Die TSG 62/09 begann diesmal mit Co-Trainer Deniz Yetkin im Tor anstelle von Nicolas Köpper, der zuletzt gegen Bissingen nicht gut ausgesehen hatte. In der Abwehr agierte Weinheim mit Fünferkette, wobei Trainer Schmitt aber schon früh personell umstellen musste. Nico Königsmann mit einem „Brummschädel“ und Clement Glässer mit muskulären Problemen mussten schon nach einer halben Stunde durch Dennis Meis und Lorik Bunjaku ersetzt werden. Als dritter angeschlagener Spieler gesellte sich Kai Engel hinzu, der sich bei einem Zweikampf Ende der ersten Halbzeit am Sprunggelenk verletzte, es nach der Pause noch einmal probierte, aber in der 49. Minute nicht mehr weiterspielen konnte.

Auch diese Rückschläge warfen die Weinheimer diesmal nicht aus der Bahn. Walldorf kam vor der Pause zu einigen Möglichkeiten insbesondere durch Andre Becker, doch die TSG hielt dagegen und dreimal rettete auch Torwart Yetkin weit außerhalb des Strafraums – riskant, aber es ging gut. Zu Beginn der zweiten Halbzeit sorgten auf jeder Seite Freistöße an der Strafraumgrenze durch Köse (48.) und den Walldorfer Matthias Stüber für Gefahr, dessen Schuss Yetkin aus dem Winkel fischte (52.). Am Ende hatte die TSG dank Tesfagaber ein klares Chancenplus – ein Treffer fiel aber nicht.

„Die Jungs haben trotz Unterzahl bravourös gekämpft. Dieser Punkt gibt Auftrieb“, sagte Trainer Schmitt. Die TSG 62/09 gab die „rote Laterne“ an den SV Spielberg ab – und genau das ist der nächste Gegner am Samstag um 15 Uhr im Sepp-Herberger-Stadion.

TSG 62/09 Weinheim: Yetkin; Yahaya, Glässer (31. Bunjaku), Keller, Karlidag, Königsmann (30. Meis), Goudar, Engel (49. Y. Schneider), Köse (76. Njie), Cermjani, Tesfagaber.

Tore: Fehlanzeige.

Besondere Vorkommnisse: Gelb-rote Karte Keller (TSG, 79.); Stenzel (FCA) verschießt Foulelfmeter (87.).

Zuschauer: 150.