Die Flinte wird nicht ins Korn geworfen

Die Flinte wird nicht ins Korn geworfen

TSG 62/09 Weinheim beendet ihre „englische Woche“ morgen mit dem Spiel beim badischen Pokalfinalisten 1. CfR Pforzheim / Verletzungspech schlägt jetzt zu

Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 06. April 2018

Weinheim. „Das war kein erfreulicher Abend“: In wenigen Worten fasste Christian Schmitt, Trainer des Fußball-Oberligisten TSG 62/09 Weinheim, die Ereignisse vom Mittwoch zusammen. Nicht nur, dass das Schlusslicht das richtungsweisende „Kellerduell“ gegen den Vorletzten FC Astoria Walldorf II mit 0:2 verlor, darüber hinaus zog sich auch noch Offensivspieler Muhammed Çalhanoglu eine Knieverletzung zu (wir berichteten). Wie schwer die Verletzung tatsächlich ist und wie lange Çalhanoglu ausfallen wird, stand gestern noch nicht fest. Heute steht eine MRT-Untersuchung an.

„Bisher wurden wir in dieser Saison von größeren Verletzungen verschont, doch jetzt haben wir gleich mehrere Sorgenkinder“, sagte Schmitt. Dazu gehören neben Çalhanoglu noch Noureddin Goudar, der Anfang nächster Woche einen Arzttermin hat, und Torjäger Yigzaw Tesfagaber. Alle drei werden auf jeden Fall am Samstag nicht zur Verfügung stehen, wenn die TSG 62/09 um 15.30 Uhr beim 1. CfR Pforzheim antreten muss.

Gegen die Goldstädter feierten die Weinheimer in der Vorrunde zwar einen ihrer bislang drei Saisonsiege, aber diesmal sehen die Vorzeichen anders aus. Pforzheim hat unter der Woche den Einzug ins badische Pokalfinale gefeiert und könnte in der kommenden Saison durchaus im DFB-Pokal vertreten sein. „Der Pokalerfolg wird Pforzheim sicher Auftrieb geben“, sagte Schmitt, der mit einem Gegner rechnet, der nicht an seinem aktuellen 14. Tabellenplatz gemessen werden dürfe. „Der Tabellenstand entspricht nicht dem Kader der Pforzheimer“, so Schmitt.

Derweil wirft der TSG-Trainer keinesfalls die Flinte ins Korn. „Wir werden unsere Mannschaft auch nach der Niederlage gegen Walldorf nicht abmelden. Und wir brauchen den Kopf nicht mehr in den Sand zu stecken als etwa zur Winterpause.“ Schließlich halte sich der Abstand zu den beiden vor Weinheim platzierten Mannschaften mit fünf Punkten immer noch in Grenzen.

Zumal Walldorf am Mittwoch mit einer Mannschaft angetreten sei, die mit einem Vorletzten nichts zu tun gehabt habe. „Die Astoria hatte fünf Mann aus dem Regionalliga-Kader dabei, darunter Leistungsträger wie Niklas Horn“, sagte Schmitt. „Diese Spieler haben den Unterschied gemacht.“ Seiner Mannschaft wollte er bis auf die verschlafene Anfangsphase mit dem frühen 0:1-Rückstand keine Vorwürfe machen.

„In der zweiten Halbzeit haben wir versucht, fußballerische Lösungen zu finden.“ Auch den erstmaligen Versuch, Defensivspieler Tolga Karlidag im Sturm aufzubieten, bewertete Schmitt als „nicht schlecht. Tolga hat mit seiner Präsenz vorne Bälle festgemacht.“ Gut möglich, dass Karlidag in Pforzheim erneut im Angriff spielen wird. Zur Verfügung stehen morgen wieder Torwart Levent Cetin und Dennis Meis, der seine Sperre abgesessen hat. bk