Eine Rückkehr ohne grosse Emotionen

Eine Rückkehr ohne grosse Emotionen

Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 21. September 2018

Weinheim. Seine Karriere startete er beim FV 09 Weinheim, sein letztes Spiel bestritt Dirk Jörns ebenfalls in der Zweiburgenstadt. 2009 für die TSG 62/09. Als Trainer führte er die Weinheimer 2017 mit begeisterndem Fußball in die Oberliga, wurde dann vom Verein nicht mehr gewollt. Seit knapp einem Jahr trainiert der 41-Jährige nun den VfB Gartenstadt und führt mit den Mannheimern nach sieben Spieltagen nun die Verbandsliga an. Am Samstag um 17 Uhr ist er mit seiner Mannschaft wieder zu Gast im Sepp-Herberger-Stadion. Als Gegner.

Doch Jörns sieht die Sache inzwischen nüchtern. „Mit Emotionen in Weinheim verbinde ich die damalige Mannschaft und Spieler, nicht den Verein“, sagt der Mann, in dessen Truppe viele Spieler mit Weinheimer Vergangenheit auflaufen, Patrick Geissinger, Marcel Schwöbel, Andreas Adamek, Nils Makan und Timo Gebhardt standen im Weinheimer Meisterteam. Daniel Zahnleiter und Timo Krohne, mit bislang fünf Saisontreffern gemeinsam mit Adamek (5) und Patrick Fetzer (6) bester VfB-Schütze trugen auch schon das Weinheimer Trikot.

Dirk Jörns bleibt vor seiner Rückkehr dennoch gelassen. „Die Zeit in Weinheim war schön, wir leben da. Aber ich verbinde weder schlechte, noch besonders gute Gefühle mit dem Verein. Und natürlich haben wir als qualitativ besser besetzter VfB Gartenstadt den Anspruch, am Samstag die Punkte zu holen. Auch wenn die Tabelle nach nur sieben Spieltagen noch nichts aussagt.“

Wie man will: Nach sieben Spielen stehen für die Gartenstadter 21:2 Treffer und 21 Punkte zu Buche. Weinheim weißt 11:14 Treffer und elf Zähler auf. „Und wir sind froh, dass wir die haben“, sagt Christian Schmitt, Trainer der TSG 62/09. „Gartenstadt ist nicht unsere Kragenweite, auch – und das sage ich ganz wertfrei – weil da zwei ganz unterschiedliche Ansätze aufeinandertreffen. Der VfB hat eine gestandene, spielerisch abgezockte Mannschaft mit Topspielern und bei uns stehen fast alle noch am Anfang ihrer Karriere.“

Die Rollen scheinen also klar verteilt am Samstag, an dem die TSG 62/09 schon ab 10.30 Uhr ihr Oktoberfest im Herberger-Stadion veranstalten wird. „Gartenstadt hat nicht nur ein Topteam, sondern auch den herausragenden Verbandsliga-Trainer der vergangenen Jahre. Da passt aktuell alles zusammen. Für uns wird das ein relativ einfaches Spiel. Wir brauchen Glück und einen überragenden Tag, wenn wir etwas holen wollen. Und das wollen wir. Denn nach dem 0:4 beim ATSV Mutschelbach will und muss es die Mannschaft besser machen, egal welcher Gegner kommt.“

Als wäre nicht genug Brisanz in diesem Spiel, kommt es auch noch zu einem Bruderduell: Der Weinheimer Matthias Kuhn trifft auf Christian, seinen Bruder im VfB-Trikot. Und das ist nur eine der vielen Geschichten, dieses Spiels, das hoffentlich auch auf dem Rasen für Oktoberfeststimmung sorgen wird. AT

Fußball-Verbandsliga: TSG 62/09 Weinheim – VfB Gartenstadt am Samstag, 17 Uhr, Herberger-Stadion.