U19-A1 Junioren drehen einen 1:3 Pausenrückstand noch in einen 5:4 Auswärtssieg

U19-A1 Junioren drehen einen 1:3 Pausenrückstand noch in einen 5:4 Auswärtssieg

A1-Junioren
Landesliga Rhein-Neckar
7. Spieltag, 13.10.18 und
Pokal 2. Runde, 10.10.18

ASC Neuenheim – TSG 62/09 Weinheim 4:5 (3:1)

JSG Brühl/Schwetzingen 2/Hockenheim – TSG 62/09 Weinheim 0:3 (0:0) n. V.

Das erwartet schwere Auswärtsspiel beim ASC Neuenheim war wahrlich kein Spiel für schwache Nerven, durchlebten doch alle Beteiligten auf und neben dem Platz eine Achterbahn der Gefühle. Nur selten musste man sich während eines Spiels so häufig emotional neu sortieren wie in diesen 90 + x Spielminuten. Am Ende glücklich, aber keinesfalls unverdient ging die TSG quasi mit dem Abpfiff als Sieger vom Platz.
Es war wohl ein sogenanntes Charakterspiel, bei dem, aufgrund der Vorstellung in der ersten Halbzeit, nicht unbedingt darauf zu schließen war, dass es für Weinheim noch etwas Zählbares zu holen gibt. Was die TSG-Jungs dann aber in der zweiten Hälfte ablieferten war aller Ehren wert. Einstellung, Körpersprache und Einsatz wurden aus der Halbzeitkabine mit auf den Platz gebracht und auch der Wille war sichtlich erkennbar, nach dem teils selbst verschuldeten 1:3 Pausenrückstand irgendwie nochmal ran bzw. ins Spiel kommen, “ … hier doch noch was mitzunehmen“.
Aus TSG-Sicht waren die ersten 20 Spielminuten zum Verzweifeln und ließen schon erahnen, „dass das noch was geben wird“. Wieder einmal erspielte sich Weinheim beste Torgelegenheiten und vergibt sie zum Teil fahrlässig neben das Tor. Neumann, Veigel, Link scheiterten aber auch am sehr guten ASC-Keeper, der 3 Mal bravourös im 1:1 parierte. In diesem Punkt kann sich die TSG-Offensive insgesamt noch verbessern. Und so kam es wie es kommen musste. Anstelle eines „beruhigenden“ 1-2 Tore-Vorsprungs für Weinheim ging der Gastgeber in Führung. Keeper Tarek Hambrecht wehrte einen Schuss nach vorne ab, der von einem freistehenden ASC-Stürmer unhaltbar zur 1:0 Führung genutzt wurde. „Klar, wer seine eigenen Chancen nicht nutzt, der kassiert …“ wird sich so mancher TSG-Anhänger gedacht haben. Nur einer schönen Einzelleistung von Marian Veigel war es zu verdanken, dass Weinheim nach einer halben Stunde zum 1:1 Zwischenstand ausgleichen konnte. Ein Dribbling in den Strafraum schloss er mit einem strammen Linksschuss hoch unter die Latte ab. Keine Abwehrchance für den ASC-Torwart. Die TSG hielt den Druck der Anfangsphase leider nicht hoch und der ASC kam besser ins Spiel und verstärkte seine Angriffsbemühungen. Weinheim agierte nun zunehmend halbherzig, insbesondere im Mittelfeld in den Zweikämpfen nicht konsequent genug. Ein daraus resultierende Freistoß kurz vor dem Strafraum aus halblinker Position wurde mit einem frechen Effet-Schuss in die Torwartecke zur 2:1 Führung für Neuenheim genutzt. Und nur 2 Minuten später bekam die TSG für ihre nachlassende und fast schon etwas lustlos wirkende Spielweise die nächste Quittung. Tor zum 3:1 für Neuenheim kurz vor Pause.
Nach der Pause ging dann der sprichwörtliche Ruck durch das TSG-Team. Weinheim knüpfte an die engagierte Phase zu Beginn der Partie an und verlagerte das Spiel wieder mehr und mehr in die ASC-Hälfte. Leljak und Wilkening trieben das Weinheim-Spiel nun leidenschaftlicher, mit hoher Laufbereitschaft und höherem Tempo an und versuchten den TSG-Sturm in Szene zu setzen. Neuenheim blieb mit seiner Spielanlage jedoch gefährlich. Schnelle und lange Bälle verlangten der TSG-Abwehr in einigen Situationen höchste Aufmerksamkeit ab. Keeper Hambrecht sowie Albers, Weber, Röller und Vogel hatten sich nun richtig in die Partie reingespielt und verteidigten mit Übersicht und konsequenterem Zweikampfverhalten. Die TSG-Jungs bekamen das, was sie für eine erfolgreiche Aufholjagd benötigten – ein schnelles Anschlusstor. Einem Angriff in der 50. Spielminute über die rechte Seite folgte eine scharfe Hereingabe, die zwischen dem 5-Meterraum und Elfmeterpunkt immer länger wurde. Justin Frohn lief auf der linken Seite durch und kam einen Tick schneller als sein Gegenspieler an den Ball. Mit dem Knie bugsierte er den Ball am zweiten Pfosten am Keeper vorbei ins Tor. Anschlusstreffer zum 2:3. Es keimte Hoffnung auf und auch die anfeuernden Worte innerhalb des Teams wurden lauter. In der 60. Spielminute war Marco Leljak dann für die Mannschaft unterwegs. Steil geschickt, lief er einem langen Pass in die rechte ASC-Strafraumhälfte hinterher und befand sich plötzlich fernab seines sonstigen Wirkungskreises. Bei Ankunft steckte er den Ball vor seinem Gegenspieler geschickt fest, der ihn dann jedoch hörbar und unnötigerweise von den Beinen holte. Den fälligen Elfmeter versenkte Pascal Link zum verdienten 3:3 Unentschieden. Große Freude bei den TSG-Jungs, die nun wieder richtig Bock hatten und sich gegenseitig anfeuerten. Nur 3 Minuten später war die Freude dann nochmal größer als beim Ausgleich.
Tim Wilkening lief von der rechten Seite in vollem Tempo einem flachen Pass von links entlang der 16ner-Kante entgegen und konnte den Ball ungehindert und gegen die Laufrichtung der Abwehrspieler aufnehmen, in den Strafraum einbiegen und mit einem flachen Linkschuss am Keeper vorbei zur 4:3 Führung für die TSG abschließen. Unglaublich! Die Jungs feierten sich in einer Spielertraube an der linken Eckfahne. Genau an diese Stelle sollte dann das komplette TSG-Team kurz vor dem Abpfiff nochmal zusammenkommen.
Neuenheim blieb trotz des Rückschlags mit ihrem Spiel gefährlich. Schnelle Bälle in die Spitze funktionierten gut, doch hielt man den Ball zu lang und war in letzter Konsequenz zu umständlich im Freispielen einer aussichtsreichen Schussposition oder ein TSG-Spieler verteidigte rechtzeitig dagegen. Dem ohnehin schon spannenden Spielverlauf folgte in der 85. Spielminute der nächste Akt. Von himmelhoch jauchzend bis tief bestürzt, doch diesmal umgekehrt. Ein zu ungenauer TSG-Querpass auf der rechten Angriffsseite landete direkt in den Füßen eines ASC-Abwehrspielers. Dieser überspielt das aufgerückte TSG-Mittelfeld und leitet einen Konter ein, bei dem das Laufduell Stürmer gegen Abwehrspieler bis in den TSG-Strafraum dauerte und dort vom ASC erfolgreich zum 4:4 abgeschlossen wurde. Wieder unglaublich! Was für ein Spielverlauf. Wer gedacht hat, beide Teams haben jetzt genug und sind mit dem Unentschieden zufrieden, der sah sich getäuscht. In den letzten Spielminuten war noch richtig Leben auf dem Platz und die Anspannung hoch. In der Nachspielzeit kam die TSG nochmal über die linke Angriffsseite und es wurde eine hohe Flanke zurück an die Strafraumgrenze geflankt. Die Flugbahn des Balles beobachtend, näherten sich unterhalb im Vollsprint zwei Spieler, einer aus jeder Mannschaft. Tim Wilkening kam mit einer halben Schrittlänge vor seinem Gegenspieler mit dem Kopf an den Ball und setzte diesen mit einem Aufsetzer unhaltbar am ASC-Torwart vorbei ins Netz. Siegtreffer zum 5:4 in der Nachspielzeit für die TSG! Nach unglaublich und wieder unglaublich jetzt nochmal unglaublich! Da musste man sich erst einmal schütteln.
Treffpunkt für die Spielertraube war wieder die linke Eckfahne. Die Freude war riesig und selbst TSG-Keeper Tarek Hambrecht hielt es nicht mehr in seinem Kasten. In Usain Bolt-Geschwindigkeit kam er nur Sekunden später AUF der Spielertraube an.
What a game!
Die gesamte TSG-Mannschaft hat in diesem Spiel tolle Moral bewiesen.

Unter der Woche mussten die TSG-Jungs in der 2. Runde des Kreispokals in die Verlängerung auswärts bei JSG Brühl/Schwetzingen 2/Hockenheim. Erst in der zweiten Hälfte der Verlängerung erzielten Philipp Neumann, Tim Wilkening und Andre Holz die Tore für das Weiterkommen. Marian Veigel war in der Verlängerung der auffälligste Spieler, holte einen berechtigten Elfmeter raus zum 2:0 und legte mustergültig auf zum Endstand. Termin und Gegner für das Viertelfinale stehen noch nicht fest.

Am 8. Spieltag: Samstag, 20.10.18 spielt die U19 zuhause gegen TSV Neckarau. Anpfiff ist um 18.00 Uhr

Kader:
Hambrecht, Vogel, Rühle, Weber, Albers, Frohn, Wilkening, Leljak, Link, Röller, Veigel, Holz, Wetterich, Jordan, Neumann