Fussballer der Woche: Yücel freut sich auf „daheim“

Fussballer der Woche: Yücel freut sich auf „daheim“

Der Mittelfeldspieler der TSG 62/09 Weinheim folgt dem Ruf von Christian Schmitt

Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 21. November 2018

Weinheim. Kenan Yücel steht eigentlich im Verbandsliga-Kader der TSG 62/09 Weinheim. Am Wochenende half er in der zweiten Mannschaft in der Kreisliga aus und wurde mit vier Toren und weiteren Assists zum Mann des Spiels beim 8:3-Sieg seiner Mannschaft gegen Turanspor Mannheim.

Dieser Sieg war für den 25-jährigen Mittelfeldspieler in mehrfacher Hinsicht ein besonderer. Zum einen waren es für ihn die ersten Tore dieser Saison für die TSG 62/09, zum anderen hätte er bei diesem Spiel eigentlich auf der anderen Seite des Platzes gestanden. Denn sein Vertrag mit Turanspor Mannheim war bereits schon unterschrieben. Doch dann kam der Anruf von TSG-Trainer Christian Schmitt. Und da der ihm einen Amateurvertrag anbot, war der Wechsel nach Weinheim noch möglich.

„Diese Entscheidung habe ich bisher nicht bereut, zumal ich ja ein echter Weinheimer bin“, sagt der Sohn eines türkischen Vaters und einer deutschen Mutter, der in Weinheim geboren und aufgewachsen ist. „Wenn man dann noch die Möglichkeit erhält in seiner Heimatstadt in der 1. Mannschaft zu spielen, ist die Entscheidung zu diesem kurzfristigen Wechsel nicht schwergefallen.“ So wirbelt Yücel nun auf den Außenpositionen im Mittelfeld und versucht seinem Vorbild, dem Belgier Eden Hazard, nachzueifern.

Vor seinem Weinheimer Engagement spielte er vier Jahre lang bei Anatolia Birkenau und zuvor bei der TSG Lützelsachsen, wo er ab der C-Jugend bis zur ersten Mannschaft kickte. Der Wechsel von Lützelsachsen zu Anatolia Birkenau hatte auch private Gründe, immerhin spielte er dort mit drei Cousins zusammen in einer Mannschaft. „Aber den Hartplatz mit einem Rasenplatz tauschen zu können, ist für einen Fußballer schon ein gewichtiges Argument“, gibt Kenan Yücel zu, den Wechsel nach Weinheim auch deshalb nicht bereut zu haben.

Auf die Frage, was er von den Turbulenzen um die deutschen Nationalspieler Özil und Gündogan hält, hat er eine klare Meinung: „Solche Bilder zusammen mit Erdogan gab es schon zuvor, da hat sich keiner darüber aufgeregt. Unabhängig davon ist mir inzwischen viel zu viel Politik im Spiel, das ist nicht gut für den Sport.“

Sohn die klare Nummer 1

Außerhalb des Fußballs gibt es eine klare Nummer eins seiner Prioritätenliste: seinen sechsjährigen Sohn Berkay Halil. Den zieht er zusammen mit seiner jetzigen Freundin und seinen ebenfalls in Weinheim wohnenden Eltern und seiner 19-jährigen Schwester auf. Auch im Beruf hat er dieses Jahr einen Wechsel vollzogen. Vom gelernten Einzelhandelskaufmann ist er seit Oktober in den Betrieb seines Vaters eingestiegen, der eine Tiefbau/Kabelfirma betreibt, die er später einmal übernehmen soll.

„Wenn neben Beruf, Familie und Fußball noch Zeit bleibt, gehe ich gerne ins Fitnessstudio, oder mit Freunden weg.“ Zum Urlaub fährt er in die Türkei. Doch auch London würde er nicht verschmähen: zu einem Premier-League-Spiel „seines“ FC Chelsea gegen Manchester City live im Stadion. Das wär’s. lu

Zur Person:

Der Weinheimer Kenan Yücel ist 25 Jahre alt, sein Vater ist Türke, die Mutter Deutsche. Die TSG 62/09 ist sein Heimatverein, von der C-Jugend bis zur Aktivität spielte er aber für die TSG 91/09 Lützelsachsen. Danach war er vier Jahre für Anatolia Birkenau am Ball, bevor er nach Weinheim zurückkehrte.

Der Vater eines sechsjährigen Sohnes ist ledig, die Familie ist ihm sehr wichtig.

Yücel geht gern ins Fitness Studio und mit Freunden weg. Zum Urlaub fährt er jedes Jahr in die Türkei nach Ankara und Antalya.

Der Einzelhandelskaufmann soll irgendwann den Betrieb seines Vaters, die ER-HA GmbH, übernehmen.

Yücels Lieblings-Fußballclub ist der FC Chelsea, sein Lieblings-Fußballer der dort spielende Eden Hazard. In der Bundesliga sympathisiert er mit Borussia Dortmund.