Saisonendspurt wird zur Kopfsache

Saisonendspurt wird zur Kopfsache

TSG 62/09 kassiert mit dem 0:2 (0:1) gegen den FC Olympia Kirrlach die dritte Niederlage in Folge/Vorsprung auf Relegationsplatz schmilzt dahin

Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 15. April 2019

Weinheim. Jetzt ist genau das eingetroffen, was die Fußballer der TSG 62/09 Weinheim unbedingt vermeiden wollten. Nach dem 26. Spieltag in der Verbandsliga hat sich das einstmals komfortable Polster auf den Abstiegs-Relegationsplatz 14 rapide verringert. Der Tabellenzwölfte liegt nur noch fünf Punkte vor dem Rang, der am Saisonende den Gang in die Entscheidungsspiele um den Klassenerhalt gegen die Landesliga-Vizemeister bedeuten würde. Die Luft wird nach der dritten Niederlage in Folge und dem fünften Spiel ohne Sieg zunehmend dünner. Am Samstag verloren die Weinheimer zu Hause gegen den bis dato punktgleichen FC Olympia Kirrlach mit 0:2 (0:1).

„Es ist jetzt fünf vor zwölf“, warnte denn auch TSG-Trainer Christian Schmitt nach der Niederlage im Sepp-Herberger-Stadion vor rund 90 Zuschauern, wovon etwa die Hälfte Fans aus Kirrlach waren. Der Sieg der Gäste in einer insgesamt chancenarmen Partie ging in Ordnung. Den Weinheimern gelang es einmal mehr nicht, im Spiel nach vorne die nötige Durchschlagskraft zu entwickeln. „Am Engagement und der Einstellung mangelt es nicht“, sagte Schmitt. „Was uns fehlt, ist die Cleverness.“

Ähnlich beurteilte es David Keller, der nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Abwehrchef Kristijian Vidakovic die Kapitänsbinde bei der TSG übernahm: „Das war eine reine Kopfsache. Wir haben zwei dumme Gegentore kassiert. Jetzt wird es richtig eng. Jeder muss sich in den nächsten Spielen am Riemen reißen und wir müssen als Team zusammenhalten.“ Gerade in den beiden kommenden Partien gegen die auf direkten Abstiegsplätzen stehenden FV Lauda und FC 07 Heidelsheim werden dringend Punkte benötigt. Und auch das dürfte für die junge TSG-Mannschaft vor allem eine Kopfsache werden.

„Gut ist, dass wir vor dem nächsten Spiel am Ostermontag in Lauda ein bisschen mehr Zeit haben“, sagte Trainer Schmitt auch angesichts der größer werdenden Personalprobleme. Am Samstag fielen gegen Kirrlach kurzfristig auch noch Georgios Goulas und Gianluca Lucchese aus. So musste nach der Verletzung von Vidakovic kurz vor Ende der Partie sogar der etatmäßige Torhüter Raul Chira als Feldspieler eingewechselt werden (86.). Zu diesem Zeitpunkt war die Begegnung beim 0:2 allerdings schon entschieden.

Gleich zu Beginn wurden die Gastgeber eiskalt erwischt. Gedanklich offenbar noch richtig im Spiel angekommen, kassierten die zunächst mit einer Dreierkette in der Abwehr agierenden Weinheimer nach gut zwei Minuten schon das 0:1. Alexander Zimmermann, bereits im Vorrundenspiel beim 4:0-Sieg der Kirrlacher dreifacher Torschütze, erzielte beim ersten Angriff der Partie prompt den Führungstreffer für die Gäste (3.). Es dauerte lange, ehe sich die TSG von diesem Schock erholt hatte. So musste der diesmal zwischen den Pfosten stehende TSG-Torhüter Johannes Halbig zweimal einen höheren Rückstand verhindern. Zunächst lenkte er einen Kopfball von Zimmermann gerade noch zur Ecke (13.), dann rettete Halbig im Herauslaufen gegen Andre Redekop (30.).

Auf der anderen Seite kamen die Weinheimer vor der Pause gegen die in der Defensive mit einer massiven Fünferkette spielenden Kirrlacher so gut wie nicht zum Zuge. Einzig ein direkt aufs Tor gezogener Eckball von Abdullah Köse, der in der kommenden Saison für Kirrlach spielen wird, sorgte für ein wenig Gefahr und zwang FCO-Schlussmann Mario Miltner zu einer Parade (44.). Erneut ein Eckball von Köse führte auch gleich nach Wiederbeginn zu einer Weinheimer Möglichkeit, als ein Kirrlacher Verteidiger am langen Pfosten klären musste (46.). Zumindest der Wille war der TSG in der zweiten Halbzeit nicht abzusprechen. Trainer Schmitt hatte taktisch umgestellt und brachte mit Aiman Kurt eine zusätzliche Offensivkraft anstelle von Nico Königsmann.

Allzu viel Produktives brachten die Weinheimer in der Offensive dennoch nicht zustande. Die Partie war zudem von vielen Unterbrechungen und jeder Menge gelber Karten geprägt. Auch deshalb kam so gut wie kein Spielfluss auf. Die letzte nennenswerte Chance der TSG zum Ausgleich entsprang abermals einer Standardsituation. FCO-Torwart Miltner lenkte einen 30-Meter-Freistoß von Muhammed Çalhanoglu mit den Fingerspitzen um den Pfosten (75.). Im Gegenzug brüskierte Redekop die TSG-Defensive mit einem Sololauf über gut 60 Meter, den der beste FCO-Saisontorschütze ungestört zum entscheidenden 0:2 abschloss (76.). bk

TSG 62/09 Weinheim: Halbig; Vidakovic (86. Chira), Kuhn, Bunjaku (77. Meis), Kaul, Keller, Goudar (77. Romagnolo), Königsmann (46. Kurt), Çalhanoglu, Schneider, Köse.

Tore: 0:1 Zimmermann (3.), 0:2 Redekop (76.).

Zuschauer: 90.

Bilder zum Spiel:

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