Fussballer der Woche: Halblaub wird auf Anhieb zum Volltreffer

Fussballer der Woche: Halblaub wird auf Anhieb zum Volltreffer

Er kam, sah und siegte: A-Jugend-Spieler André Halblaub feierte sein Debüt im Aktiven-Bereich und war Garant für den extrem wichtigen Sieg in der Kreisliga

Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 29.Mai 2019

Weinheim. Am vergangenen Donnerstag kam der Anruf des A-Jugendtrainers. „Ich habe spontan zugesagt und wusste vorher nicht genau, was mich erwartet“, skizziert André Halblaub die Vorgeschichte zu seinem Debüt für die TSG 62/09 Weinheim im Aktiven-Bereich. Einen Tag später wurde es für den 18-Jährigen erstmals ernst – und Halblaub hatte so gar keine Lust auf halbe Sachen, sondern entpuppte sich auf Anhieb als Volltreffer für sein Team: Im Kreisliga-Spiel der Weinheimer Zweiten beim 1. FC Turanspor Mannheim wurde er zehn Minuten nach der Pause eingewechselt, gut 35 Minuten und zwei Torvorlagen später war nicht zuletzt dank des A-Jugendakteurs ein überlebenswichtiger Sieg im Kampf um den Ligaverbleib eingetütet.

„Das war natürlich kein schlechter Einstand für mich – reingekommen und an beiden Toren direkt beteiligt“, blickt unser Fußballer der Woche mit einem breiten Grinsen auf seine geglückte Premiere. Zweimal avancierte Halblaub dabei quasi als „Verbinder“ für Lennart Binder, einem weiteren Weinheimer Jungspund, der die Vorlagen des Kollegen zu einem Doppelpack veredelte und den 2:0-Erfolg der TSG II unter Dach und Fach brachte.

Vor der Einwechslung sei er in Anbetracht seines Debüts schon etwas aufgeregter gewesen als sonst, räumt Halblaub ein. Die Nervosität des Außenbahnspielers sollte sich aber rasch legen: „Besonders, nachdem ich dann das erste Tor vorbereitet hatte. Danach hat sich die nötige Lockerheit doch schnell eingestellt. Es hat mir viel Spaß gemacht“, sagt der Abiturient und Debütant, der nun auch im letzten Saisonspiel der Weinheimer Reserve frisch und frei wie beim ersten Mal aufspielen möchte. Mit dem Derby gegen den Tabellenzweiten TSG 91/09 Lützelsachsen wartet um Saisonabschluss noch mal ein echtes „Highlight“.

Während Halblaub im Fußball jetzt gerade zum allerersten Mal (erfolgreich) bei den Aktiven reingeschnuppert hat, ist er in Sachen Ausbildung schon etwas weiter. Seit Semesterbeginn widmet er sich seinem Bachelor-Studium im Bereich Public Management und Verwaltung. Nach einer Praxisphase bei der Stadt Weinheim hat er seinen Lebensmittelpunkt nun die meiste Zeit im baden-württembergischen Kehl an der deutsch-französischen Grenze. Dort wohnt er unter der Woche in einer WG, um dann an den Wochenenden in die Heimat in Birkenau und weiter nach Weinheim zu den Spielen zu pendeln. „Wegen meines Studiums kann ich leider nur bedingt am Training teilnehmen. Von daher muss man abwarten, wie sich das Ganze in Sachen Fußball weiterentwickelt“, sagt Halblaub. Immerhin kann er tiefer im Süden der Republik – zur entsprechenden Jahreszeit – dann zumindest leichter eines seiner Hobbys ausüben: Denn Halblaub ist laut eigener Aussage passionierter Ski-Fahrer, was ja im unweit von Kehl gelegenen Schwarzwald noch in etwas ausgiebigerer Form möglich sein sollte als in hiesigen Gefilden. Neben Fußball und dem Ski-Sport hat Halblaub in der Musik eine weitere Freizeitbeschäftigung gefunden. „Ich singe bereits seit zehn Jahren im Volkschor Birkenau“, erzählt Halblaub: „Das ist quasi ein Art Familientradition. Mein Vater ist Vorsitzender des Chors, mein Opa hat seinerzeit den Kinderchor in Birkenau ins Leben gerufen. Singen macht mir einfach Spaß.“

Spaß soll sich künftig auch weiterhin auf dem Fußballplatz einstellen, mit der Hoffnung, dass André Halblaub seiner TSG noch vielfach solche Freude bereitet wie beim beeindruckenden Einstand. dbe

Zur Person

André Halblaub pendelt aktuell studienbedingt zwischen Kehl und dem Elternhaus in Birkenau. Er hat einen älteren Bruder (20), der ebenfalls Fußball spielt, und einen jüngeren (15), der inzwischen nicht mehr kickt, sondern sich verstärkt dem Dartsport – auch mal im Duell mit André – widmet.

Seine berufliche Orientierung, ein Studium im Bereich Verwaltung anzugehen, liegt in einem früheren Praktikum bei der Gemeinde Birkenau begründet. „Das hat mir gut gefallen, deshalb habe ich mich für dieses Studium entschieden“, verrät der 18-jährige „Früh-Abiturient“.

Nach dem wichtigen Sieg im Abstiegskampf wollen die Weinheimer den sicheren 12. Platz nun im Derby gegen Lützelsachsen absichern. „Da sollten wir auf jeden Fall nochmal punkten. Es wäre natürlich schön, wenn es mit dem nächsten Sieg klappt“, sagt Halblaub