Irgendwann wieder um Platz fünf spielen

Irgendwann wieder um Platz fünf spielen

Christian Schmitt, Fußball-Trainer der TSG 62/09 Weinheim, rechnet auch 2019/20 mit einer sehr stark besetzten Verbandsliga mit 18 Mannschaften

Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 14.Juni 2019

Weinheim. Auch in der kommenden Fußball-Saison 2019/20 wird die Verbandsliga Baden wieder mit 18 Mannschaften besetzt sein. Den Sprung in die Oberliga schaffte nur der Vizemeister SV Sandhausen U 23, nachdem der Meister VfB Gartenstadt auf den Aufstieg verzichtet hatte. Der in die Aufstiegsspiele nachgerückte Tabellendritte Fortuna Heddesheim scheiterte bereits zum dritten Mal in Folge in der ersten Runde am Freiburger FC und bleibt damit ein weiteres Jahr in der Verbandsliga. Auf der anderen Seite kommen mit dem SV Spielberg und dem FC Germania Friedrichstal zwei Oberligisten runter in die Verbandsliga. Neu sind zudem die Landesliga-Aufsteiger SV Waldhof II, FV Fortuna Kirchfeld und VfR Gommersdorf. Den letzten freien Platz für 2019/20 spielen am Samstag in der Relegation noch der TuS Bilfingen und die SpVgg Neckarelz aus.
Die TSG 62/09 Weinheim spielte in der zurückliegenden Saison eine ordentliche Rolle und landete mit einer positiven Gesamtbilanz und 51 Punkten auf einem sicheren Mittelfeldplatz. Eine ähnliche Ausbeute wird allerdings auch in der neuen Runde nötig sein, um nicht mit der gefährdeten Zone in Kontakt zu kommen. Schließlich wird es erneut vier Direktabsteiger geben, und der Tabellenfünftletzte muss noch in die Relegation gehen. Wir sprachen mit Christian Schmitt, Trainer der TSG 62/09 Weinheim, über die Herausforderungen der neuen Saison.
Christian Schmitt, wie stark schätzen Sie das Teilnehmerfeld mit erneut 18 Mannschaften in der kommenden Runde ein?
Christian Schmitt: Mindestens genau so stark wie in der abgelaufenen Saison. Es wird wieder sechs, sieben Topteams geben, die um den Aufstieg mitspielen und den Anspruch haben, ganz vorne zu landen. Dazu zähle ich Fortuna Heddesheim, VfR Mannheim, ATSV Mutschelbach, Astoria Walldorf II, 1. FC Bruchsal und die beiden Oberliga-Absteiger.
Welche Rolle kann Ihre Mannschaft spielen?
Schmitt: Für uns gilt es, die Leistung und die Punkteausbeute aus der vergangenen Saison zu stabilisieren und die Mannschaft weiterzuentwickeln. Wenn uns das gelingt und wir wieder die 50-Punkte-Marke knacken, haben wir aus unseren Möglichkeiten das Beste herausgeholt. Irgendwann wollen wir mit Weinheim aber auch wieder um den fünften oder sechsten Platz mitspielen. Das geht allerdings nur unter den Bedingungen, die uns der Hauptverein klar vorgibt. Wir können nicht mit utopischen Summen rechnen, die es bei anderen Vereinen gibt. Und wir stehen auch zu 100 Prozent hinter diesem Konzept der TSG.
Für die neue Saison gibt es neun Zugänge bei ebenfalls neun Abgängen. 14 Spieler haben ihren Vertrag verlängert. Dazu gehört nun doch Aiman Kurt, von dem Sie sich aus disziplinarischen Gründen schon getrennt hatten.
Schmitt: Wir haben uns mit Aiman Kurt noch einmal zusammengesetzt und ausgesprochen. Er ist noch ein junger Spieler und hat erkannt, was falsch gelaufen ist. Ich bin der Überzeugung, dass jeder eine zweite Chance verdient hat. Wir haben auch mit der Mannschaft gesprochen, keiner war dagegen, dass Aiman Kurt bleibt.
Mit Yannick Schneider, David Keller, Abdullah Köse, Patrick Morscheid, Matthias Kuhn und Torwart Raul Chira gibt es allerdings gleich sechs Abgänge, die bisher zum Stammkader und den Leistungsträgern gehörten.
Schmitt: Das ist richtig. Als diese Spieler zu uns kamen, wusste aber keiner, dass sie sich so gut entwickeln würden. Genau das erhoffen wir uns jetzt auch von den Jungs, die wir neu dazubekommen und die in eine tragende Rolle reinwachsen sollen. Wir haben uns gezielt umgesehen und versucht, die schwerwiegenden Abgänge zu ersetzen. Zwar sind Dominik Knauer und Luigi Crisafulli, beide Jahrgang 1999, noch sehr jung. Beide bringen aber schon viel Verbandsliga-Erfahrung von Eintracht Wald-Michelbach mit. Auch der neue spielende Co-Trainer Behcet Oztürk ist sehr erfahren und könnte die Rolle von Abdullah Köse übernehmen. Mit Dino Smajlovic verfügen wir nun über einen richtigen Mittelstürmer. Und USA-Rückkehrer Kai Engel ist definitiv eine Verstärkung im Mittelfeld, der die Lücke von David Keller oder Matthias Kuhn schließen kann.
Welche Spieler haben sich in der abgelaufenen Saison außerdem positiv entwickelt?
Schmitt: Kristijan Vidakovic hat als Kapitän bewiesen, wie wichtig er für unsere Mannschaft ist. Und Noureddin Goudar war in jeder Partie dabei. Als Spieler aus dem Jahrgang 1998 sind seine Beständigkeit und seine Konstanz auf vielen verschiedenen Positionen beeindruckend.
Sind die Kaderplanungen für 2019/20 bereits abgeschlossen und wann steigen Sie in die Vorbereitung ein?
Schmitt: Auftakt ist am 30. Juni. Der Kader steht, wir haben 20 Feldspieler und drei Torhüter und alle Positionen doppelt besetzt. Vielleicht kommt noch ein Torwart dazu.
Wie geht es mit der zweiten Mannschaft nach dem Abstieg in die A-Klasse weiter?
Schmitt: Der Abstieg ist schon bitter, aber sicher auch kein Weltuntergang. Wir brauchen weiterhin unbedingt eine U23-Mannschaft, vor allem auch, damit sich unsere eigenen A-Jugend-Spieler hier weiterentwickeln können und auch ausreichend Spielpraxis bekommen. bk

Der Kader 2019/20

Zugänge: Behcet Öztürk (1. FC Wiesloch), Dominik Knauer, Luigi Crisafulli (beide ET Wald-Michelbach), Dino Smajlovic (SpVgg Wallstadt), Felix Barzantny (U 19 VfR Mannheim), Shkelqim Korbi (Sportfreunde Heppenheim), Simon Wienecke (zurück aus Neuseeland, zuvor FC Dossenheim), Kai Engel (zurück aus den USA), Pascal Link (eigene Jugend).
Abgänge: Yannick Schneider, David Keller (beide VfR Mannheim), Abdullah Köse, Patrick Morscheid (beide FC Olympia Kirrlach), Raul Chira (FC Türkspor Mannheim), Matthias Kuhn (Studium USA), Nico Schillinger (VfR Mannheim U 23), Robert Endler, Tahircan Acik (beide Ziel unbekannt).
Vertrag verlängert: Johannes Halbig, Stefan Rapp, Deniz Yetkin, Lorik Bunjaku, Nico Königsmann, Dennis Meis, Fabrizio Romagnolo, Kristijan Vidakovic, Muhammed Çalhanoglu, Noureddin Goudar, Georgios Goulas, Marvin Kaul, Gianluca Lucchese, Aiman Kurt.
Trainer: Christian Schmitt (3. Saison). Co-Trainer: Behcet Öztürk (neu), Deniz Yetkin (3. Saison), Markus Röcker (3. Saison).