50-Punkte-Marke ist wieder das Ziel

50-Punkte-Marke ist wieder das Ziel

TSG 62/09 strebt mit zwölf Zugängen einstelligen Tabellenplatz in der Verbandsliga an/ Es gibt aber auch schmerzliche Abgänge

Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 25. Juli 2019

Weinheim. Die Leistungen aus der vergangenen Spielzeit stabilisieren, eine nach wie vor sehr jung zusammengestellte Mannschaft Stück für Stück weiterentwickeln und die Platzierung möglichst noch einmal verbessern: Mit diesen Zielen gehen die Fußballer der TSG 62/09 Weinheim in die in gut zwei Wochen beginnende neue Verbandsliga-Saison 2019/20. In seinem dritten Jahr als Trainer strebt Christian Schmitt einen einstelligen Tabellenplatz an, nachdem es in der zurückliegenden Runde trotz der stolzen Ausbeute von 51 Punkten „nur“ zu Rang 11 gereicht hatte.
„Allerdings wird es diesmal noch einen Tick schwieriger werden, sich in der oberen Tabellenhälfte zu etablieren und von den Abstiegsplätzen fernzuhalten“, sieht Schmitt gegenüber dem Vorjahr eine nochmals ausgeglichener besetzte Liga mit 18 Mannschaften. Aufgrund der abermals um zwei Teams überschrittenen Sollstärke wird es in der Verbandsliga erneut vier Direktabsteiger geben und der Fünftletzte muss noch in die Relegation. In der Saison 2018/19 hatte diesen Gang der TuS Bilfingen anzutreten, der mit 43 Punkten auf dem 14. Tabellenplatz landete und noch als fünfter Verein in die Landesliga absteigen musste. „In der vergangenen Runde gab es zudem mit der SG Heidelberg-Kirchheim und dem FV Lauda zwei abgeschlagene Mannschaften am Tabellenende. Solche Ausreißer nach unten sehe ich diesmal nicht“, rechnet Schmitt mit einem knüppelharten Kampf gegen das Abrutschen in die Abstiegszone.
Dennoch geht der Trainer mit seiner durch zwölf Zugänge verstärkten Mannschaft positiv gestimmt in die neue Saison. „Die Vorbereitung lief bisher ganz ordentlich. Mit unserem Kader aus 22 Feldspielern und vier Torhütern sind wir gut aufgestellt.“ Zuletzt schlossen sich noch Torhüter Tobias Fürste, der studienbedingt aus Tübingen in die Region kam, sowie die Feldspieler Jonas Can vom Verbandsliga-Absteiger SV 98 Schwetzingen und Kenta Uchida vom Liga-Konkurrenten TSV 1887 Wieblingen der TSG 62/09 an. Allerdings müssen die Weinheimer auf der Gegenseite mit Yannick Schneider, David Keller, Abdullah Köse, Patrick Morscheid und Matthias Kuhn auch den Abgang von fünf Leistungsträgern verkraften. Ob die Zugänge diese Lücken schließen können, bleibt eine der spannenden Fragen. Gerne hätte die TSG auch noch den Ex-Weinheimer Marc Haffa verpflichtet, der sich aber entschlossen hat, zur U 23 des Aufsteigers SV Waldhof zu wechseln.
„Immerhin haben wir aber auch elf Feldspieler aus dem Stamm des Vorjahreskaders halten können. Da fällt es leichter, die neuen Spieler zu integrieren. Und vom Teamgeist her sind wir diesmal auch schon einen Schritt weiter“, sieht Schmitt seine Jungs auf einem guten Weg. Eine tragende Rolle komme dabei auch dem neuen spielenden Co-Trainer Behcet Öztürk zu. „Er hat sich bisher super eingefunden und geht mit seiner Funktion auch erfreulich offensiv um“, lobt Schmitt. „Behcet weiß genau, dass er nicht automatisch spielen wird, nur weil er Co-Trainer ist. Er akzeptiert ebenso wie die gesamte Mannschaft, dass allein die Leistung auf dem Platz zählt.“
Nicht überbewerten will Schmitt die bisherigen Erfolge in den Testspielen, unter anderem gegen die Verbandsliga-Mannschaften des SV Unter-Flockenbach und des ASV Fußgönheim. „Sicher waren das von uns ordentliche Spiele. Aber man muss auch den Qualitätsunterschied zwischen der badischen Verbandsliga und den Verbandsligen in Hessen und der Pfalz sehen.“
Ärgerlich war zwar das erneute Scheitern in der ersten Runde des badischen Pokals gegen den Landesligisten SpVgg 06 Ketsch, aber auch das will der Trainer nicht überbewerten. „Im Moment hat die Saisonvorbereitung ganz klar die Priorität.“ Was Schmitt indes einige Sorgen macht, ist der Ausfall von vier Spielern zum Saisonstart. Johannes Halbig kommt erst im September aus Australien zurück und Marvin Kaul habe kurzfristig ebenfalls eine zweimonatige Auslandsreise angetreten. Nico Königsmann fällt mit einem Bänderriss im Sprunggelenk noch eine Weile aus und Fabrizio Romagnolo plagt sich noch mit einer Verletzung aus der Vorsaison.
Als Topfavorit auf die Meisterschaft sieht Schmitt den VfR Mannheim mit „einem überragenden Kader“. Ganz vorne seien zudem der FV Fortuna Heddesheim und der ATSV Mutschelbach zu erwarten. Dahinter rechnet Schmitt mit dem 1. FC Bruchsal und Oberliga-Absteiger SV Spielberg, der FC Olympia Kirrlach habe das Zeug zum „Geheimfavoriten“. bk

TSG 62/09 in der Saison 2019/20

Zugänge: Luigi Crisafulli, Dominik Knauer (beide Eintracht Wald-Michelbach), Felix Barzantny (U 19 VfR Mannheim), Tobias Fürste (SSC Tübingen), Behcet Öztürk (1. FC Wiesloch), Dino Smajlovic (SpVgg Wallstadt), Shkelqim Korbi (Sportfreunde Heppenheim), Simon Wienecke (FC Dossenheim), Jonas Can (SV 98 Schwetzingen), Kenta Uchida (TSV Wieblingen), Kai Engel (zurück nach Auslandsstudium), Pascal Link (eigene Jugend).

Abgänge: David Keller, Yannick Schneider (beide VfR Mannheim), Abdullah Köse, Patrick Morscheid (beide Olympia Kirrlach), Raul Chira (FC Türkspor Mannheim), Tahircan Acik (FV Nußloch), Matthias Kuhn (Studium USA), Robert Endler (Ziel unbekannt).

Kader: Tor: Tobias Fürste, Johannes Halbig, Stefan Rapp, Deniz Yetkin; Abwehr: Felix Barzantny, Lorik Bunjaku, Nico Königsmann, Denis Meis, Simon Wienecke, Fabrizio Romagnolo, Kristijan Vidakovic;
Mittelfeld: Muhammed Çalhanoglu, Noureddin Goudar, Kai Engel, Dominik Knauer, Shkelqim Korbi, Jonas Can, Luigi Crisafulli, Georgios Goulas, Kenta Uchida; Angriff: Behcet Öztürk, Marvin Kaul, Pascal Link, Ginaluca Lucchese, Dino Smajlovic, Aiman Kurt.

Trainer: Christian Schmitt (3. Saison); Co-Trainer: Deniz Yetkin (3. Saison), Behcet Öztürk (neu).

Saisonziel: einstelliger Tabellenplatz.

Favoriten: VfR Mannheim, Fortuna Heddesheim, ATSV Mutschelbach.