„Eine Riesenchance für mich“

„Eine Riesenchance für mich“

Jochen Ingelmann wird in der neuen Saison Co-Trainer bei der TSG 62/09 Weinheim

Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 04.07.2020

Bild von Norbert Gotha

Weinheim. Vom Nachwuchscoach in einem kleinen Dorfverein zum Co-Trainer bei einem Verbandsligisten mit viel Tradition – diesen Schritt wagt jetzt Jochen Ingelmann. Der 25-jährige Jura-Student, der beim Odenwälder Fußball-A-Ligisten SV Lörzenbach die C-Jugend betreut und in der zweiten Mannschaft spielt, wird in der kommenden Saison den neuen Cheftrainer Seydou Sy beim Verbandsligisten TSG 62/09 Weinheim als Assistent unterstützen. „Diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen“, erklärte Ingelmann im Gespräch mit unserer Redaktion.
Mit dem Fußball begonnen hat er in der Jugend beim SV Mörlenbach, bevor seine Familie berufsbedingt in die Schweiz und nach Italien zog. Als er 2014 wieder in den Odenwald zurückkam, packte ihn wieder die Lust am Kicken und über seinen ehemaligen Schulfreund Marcel Kilian kam er zum SV Lörzenbach. Bei den Grün-Weißen entwickelte er sich nicht nur zum Führungsspieler und Mannschaftskapitän der zweiten Garnitur. Als ihn sein damaliger Mitspieler, der heutige Zweite Vorsitzende Mirco Tremper, fragte, ob er ihn nicht als Trainer bei der E-Jugend unterstützen wollte, sagte er prompt zu, „weil mir grundsätzlich die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen Spaß macht“. Zudem stand er nicht gleich in der ersten Reihe, denn „ich war da gerade mal 19 Jahre alt und gänzlich unerfahren“.
Ingelmann, für den Weiterbildung grundsätzlich ein großes Thema ist, entschloss sich, die Trainer-C-Lizenz zu erwerben. Daran schloss er im vergangenen Jahr mit Erfolg den Lehrgang zur B-Lizenz beim Hessischen Fußball-Verband an, durch den er die Zulassungsvoraussetzungen für die Elite-Jugend-Lizenz geschafft hat, die er auch in den nächsten zwei Jahren absolvieren will. „Das ist gut gelaufen und ich hatte das Gefühl, dass ich mir viel Wissen angeeignet habe und das auch gut vermitteln kann“, sagte Ingelmann im Rückblick auf den B-Lizenz-Lehrgang. Spätestens zu diesem Zeitpunkt reifte bei ihm der Gedanke, als Trainer im Herrenbereich einzusteigen.
Dass es dann aber so schnell gehen würde, damit hatte er nicht gerechnet. Denn zu Beginn des Jahres meldete sich Seydou Sy bei ihm und fragte an, ob er sich vorstellen könne, als Co-Trainer bei dessen neuer Aufgabe als Coach bei der TSG 62/09 Weinheim einzusteigen. „Er ist ein Trainer, der gezielt junge Leute als Assistenten sucht, um diese fortbilden zu können. Über Bekannte ist er so auf mich gestoßen, und nachdem wir uns einige Male getroffen und ausgetauscht hatten, haben wir schnell gemerkt, dass wir uns gut verstehen und es von der Idee her, wie die Zusammenarbeit laufen soll, sehr gut passt. Deshalb gab ich dann auch schnell die Zusage, denn mir war klar, dass das eine Riesenchance ist, auf Verbandsliga-Niveau Erfahrungen als Co-Trainer zu sammeln“, sagte Ingelmann.
Ein Grund für seine Entscheidung war auch, dass er nicht in der vollen Verantwortung steht. „Gleich als Cheftrainer im Herrenbereich einzusteigen, hätte ich als noch zu früh empfunden – zumal ich weiterhin auch noch in Lörzenbach spielen möchte, sofern das zeitlich möglich ist, denn mir macht das Kicken ja immer noch Spaß.“
Video- und Spielanalyse
So freut sich Ingelmann auf seine neue Aufgabe, die er nun – sofern es die Corona-Krise zulässt – antreten wird. Schwerpunkte seiner Arbeit werden die Video- und Spielanalyse sowie die Trainingsgestaltung sein. Und natürlich will er die Gelegenheit nutzen, möglichst viel zu lernen und Erfahrungen zu sammeln.
Durch seine bisherigen Tätigkeiten fühlt er sich gut vorbereitet. „Da wird schon sehr gute Arbeit geleistet“, sagt er im Blick auf die Ausbildung des Nachwuchses in Lörzenbach, aber auch bei den Aktiven, wo er sich gerne mit dem Trainer der ersten Mannschaft, Marcel Hanstein, austauschte. Und auch von Ex-Profi Sebastian Kneißl, der beim SVL seit zwei Jahren Jugendcamps und Fördertrainings durchführt, konnte er einiges mitnehmen.
In Weinheim will er nun seinen Beitrag dazu leisten, dass sich die junge Mannschaft der TSG weiterentwickeln kann. Sportliche Ziele nennt er noch nicht, da er die Spieler und die Verbandsliga erst einmal kennenlernen muss. „Aber beim Fußball geht es immer darum, ein Team weiterzuentwickeln.“ jün