Revanche für die Pleite im Pokalspiel

Revanche für die Pleite im Pokalspiel

Fortuna Heddesheim schlägt TSG 62/09 Weinheim zum Verbandsliga-Auftakt klar 4:0 (1:0) / Den Gästen fehlt es an der Durchschlagskraft / 176 Zuschauer im Stadion am Ahornweg

Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 07.09.2020

Heddesheim. Die Revanche ist geglückt. Zum Auftakt der Fußball-Verbandsliga hat der FV Fortuna Heddesheim die TSG 62/09 Weinheim klar mit 4:0 (1:0) geschlagen. Waren die Fortunen noch Anfang August an den Zweiburgenstädtern in der ersten Pokalrunde gescheitert (1:2), wurden sie diesmal ihrer Favoritenrolle im Derby gerecht. Mit dem deutlichen Sieg springt die Fortuna, traditionell als Aufstiegsaspirant gehandelt, gleich auf den zweiten Tabellenplatz.

Vor 176 Zuschauern gewannen die Heddesheimer dank ihrer überlegenen spielerischen und individuellen Klasse sowie der Tore zum richtigen Zeitpunkt. Der TSG fehlte es im Vergleich zum Pokalsieg dagegen an Durchschlagskraft und Präzision im letzten Drittel.

Weinheims Trainer Seydou Sy blieb trotz der deutlichen Packung nach dem Abpfiff optimistisch. „Wir haben hier bei einem Liga-Favoriten gespielt“, betonte er, „und wir waren nicht so schlecht, wie es das Ergebnis vermuten lässt.“ Für seinen Geschmack fiel das Derby, gemessen an der Leistung seiner Elf, zu hoch aus.

Sein Gegenüber René Gölz war mit seiner Truppe „im Großen und Ganzen zufrieden“ – sieht aber noch Potenzial. 176 Zuschauer sahen im Stadion am der Ahornstraße einen nervösen Verbandsligaauftakt, in den die Hausherren druckvoller hereinkamen. Schon nach sechs Minuten tauchte Patrick Fetzer allein vor TSG-Schlussmann Steven Stattmüller auf, vergab aber. Die Seydou-Elf war um einen ruhigen Spielaufbau über die Innenverteidiger bemüht, kam aber in der Anfangsphase selten durchs Fortuna-Mittelfeld.

Nach einer Viertelstunde war es wieder Fetzer, der am überragend parierenden Stattmüller scheiterte. Dennis Lodato hatte zuvor die komplette TSG-Defensive am Sechzehner ausgetanzt. Den Gastgebern merkte man an, dass sie erstmals seit Jahren fast ihren kompletten Kader in der Vorbereitung beisammen halten konnten. Dennoch kamen die Gäste langsam besser ins Spiel und fanden mehr Zugriff beio den Zweikämpfen. In der 18. Minute brannte dann plötzlich aus dem Nichts der Baum im Heddesheimer Strafraum. Erst verspielte Gaetano Giordano eine Gelegenheit nach einer Ecke, dann kam Malcom Darffour nach einer Flanke im Zweikampf mit dem herausstürmenden Torwart Dennis Broll zu Fall. Die Gäste forderten lautstark Elfmeter, doch Schiedsrichter Marcel Göpferich ließ weiterlaufen. „Für uns war es ein klarer Elfmeter, er trifft nur den Fuß“, sagte Sy. Obwohl er sich während des Spiels über die großzügige Spielleitung des Unparteiischen beschwerte, machte Sy die strittige Entscheidung beim Stand von 0:0 hinterher nicht zum Thema. „Heddesheim war individuell einfach besser“, erkannte er an. Das zeigten die Hausherren postwendend. Christian Kuhn zwirbelte in der 27. Minute einen Freistoß von der Strafraumkante unhaltbar in den Winkel. In der Folge war das Spiel mehr ein zweikampfbetontes Derby denn ein fußballerischer Leckerbissen. Beide Seiten erspielten sich vor der Pause kleinere Gelegenheiten. Heddesheim kam besser aus der Kabine und nutzte gleich die erste Chance: Lodato leitete auf außen auf Vlahov weiter, der das Leder überlegt ins lange Eck schob (49.).

Der Knackpunkt der Partie, wie Fortuna-Coach Gölz es nannte, kam eine Viertelstunde später. Erst verhinderte eine starke Parade von Broll den Anschlusstreffer, dann lupfte Christian Kuhn im direkten Gegenzug bei einer Dreifach-Chance den Ball im Nachsetzen satt über den chancenlosen Torwart unter die Latte zum Doppelpack.

Das Gegentor just in einer kurzen Drangphase zog der TSG den Stecker. In der Folge spielten die Weinheimer zwar weiter nach vorne, kamen aber nicht mehr zum Ehrentreffer. Die Fortuna trug in den Schlussminuten immer wieder schöne Kombinationen vor und nutzte durch den eingewechselten Özdemir (84.) eine von mehreren Gelegenheiten zum 4:0-Endstand. Die Fortuna brachte sich damit als Aufstiegskandidat früh in Stellung. Für die TSG geht es am Samstag im ersten Liga-Heimspiel gegen Mühlhausen um die ersten Punkte. ksm

TSG 62/09 Weinheim: Stattmüller; Geissinger, Krohne, Goudar (62. Smiljanic), Giordano, Huller, Schneider, Knauer, Karlidag, Darffour, Crisafulli (62. Schmid/83. Vidakovic).

Tore: 1:0 Kuhn (27.), 2:0 Vlahov (49.), 3:0 Kuhn (65.), 4:0 Özdemir (84.).

Zuschauer: 176.

Bilder zum Spiel: https://www.tsg6209weinheim.de/leistungsmannschaften/1-mannschaft/bildergalerie-1-mannschaft/