Fußballer der Woche: Gregor Zimmermann

Fußballer der Woche: Gregor Zimmermann

Gefühlsfußballer“ jongliert mit Zahlen / Er hat nach der Rückkehr zum Verbandsligisten TSG 62/09 Weinheim in den ersten Spielen mit starken Leistungen überzeugt

Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 08.09.2021

Weinheim. Ein eigener Treffer war ihm diesmal zwar nicht vergönnt – und dennoch: Auch im zweiten Heimauftritt nach der Rückkehr an die alte Wirkungsstätte zählte Gregor Zimmermann am Samstag wieder zu den Aktivposten beim Verbandsligisten TSG 62/09 Weinheim. Der 24-Jährige war vor der Saison vom Ligakonkurrenten Fortuna Heddesheim in die Zweiburgenstadt zurückgekehrt, wo er bereits ab 2016 eine Spielzeit im TSG-Dress absolviert hatte.

Nach dem jüngsten 4:1-Heimsieg gegen den VfR Gommersdorf blickt Zimmermann auf einen gelungenen Saisonstart mit seinem alten und neuen Verein. „Mit sieben Punkten aus drei Spielen können wir gut leben, auch wenn wir uns im zweiten Spiel in Eppingen leider nicht mit dem Sieg belohnt haben“, sagt unser „Fußballer der Woche“. Im ersten Ligaspiel hatte sich Zimmermann beim 5:0 über die SpVgg Durlach-Aue sogar gleich mit seinem ersten Tor zurückgemeldet, traf zum zwischenzeitlichen 2:0. „Ich freue mich, dass wir direkt mit einem Ausrufezeichen in die Saison gestartet sind“, sagt der Linksfuß. „Die Stimmung im Team ist sehr gut. Wir haben alle richtig Lust auf Fußball. Jetzt peilen wir auch beim SV Waldhof II den Sieg an – ich bin überzeugt, dass wir das schaffen können“, blickt er voraus auf den Auftritt im Derby am kommenden Sonntag um 16 Uhr.

Interesse für den Kapitalmarkt

Zimmermann wohnt aktuell selbst noch in Mannheim. Dort feilt er gerade an seiner Masterarbeit im Studiengang Finanzdienstleistungen und Corporate Finance. „Ich jongliere generell gerne mit Zahlen“, verrät Zimmermann. „Ich interessiere mich sehr für den Kapitalmarkt und bin im Investmentbereich tätig.“ Für die Zukunft könnte er sich einen Beruf im Frankfurter Bankwesen vorstellen. „Aber ich muss erst noch schauen, wie ich mich genau orientiere. Erst mal möchte ich meine Masterthesis ordentlich abschließen und danach vielleicht ein Praktikum machen.“

Abgesehen von Zahlen jongliert Zimmermann natürlich auch zu gerne mit dem Fußball. Die Rückkehr zur TSG war für ihn „eine Herzensangelegenheit. Ich hatte hier damals eine sehr gute Zeit und der Kontakt zum Umfeld des Vereins war stets vorhanden.“

Es sei seinerzeit „der Drang nach oben“ gewesen, der ihn von Weinheim zum Zweitligisten SV Sandhausen führte. Dort reichte es aber nicht ganz zum Sprung in die erste Mannschaft. „Ich habe immer mal oben mittrainiert und angeklopft. Es war aber so, dass Sandhausen einen ziemlich breiten Kader hatte. Dennoch war es eine schöne und lehrreiche Zeit für mich“, sagt Zimmermann, der 2019 daraufhin nach Heddesheim wechselte.

Jetzt scheint er erneut bei der TSG sein sportliches Glück gefunden zu haben. „Ich bin ein Gefühlsfußballer“, sagt der 24-Jährige über sich selbst. „Wenn ich das Vertrauen spüre, kann ich auch meine beste Leistung abrufen.“ Das scheint in Weinheim gegeben, wie auch der persönlich starke Saisonstart des linken Flügelakteurs zeigt.

Nach einigen eher mäßigen Spielzeiten und der schwierigen Corona-Zeit traut er es dem alten und neuen Verein zu, eine gute Runde zu spielen. „Wir brauchen uns definitiv nicht verstecken“, sagt Zimmermann, mahnt andererseits aber, nach dem guten Start nicht zu viel zu erwarten. „Wir haben eine sehr charakterstarke Mannschaft, aber es gibt andere Teams, die vielleicht einen Schritt weiter sind. Wir sollten einfach ein bisschen demütig bleiben – wenn es dann zu mehr reicht, umso besser.“

Nachdem sich bei ihm die Prioritäten inzwischen verschoben haben, möchte er „in erster Linie Spaß am Fußball haben“ – das war zuletzt der Fall und darf auch gerne so bleiben. dbe

Zur Person

Privat unternimmt Gregor Zimmermann gerne viel mit der Familie und mit Freunden. Neben dem Fußball zählt der Single das Schwimmen zu seinen liebsten Hobbys.

Auf dem Feld zeichnen ihn vor allem Schnelligkeit und Zweikampfstärke aus: „In Sandhausen hatte ich immer eine defensive Rolle, daher habe ich im Zweikampf meine Stärken. Ich bin immer giftig, will immer den Ball erobern. Außerdem kann ich ganz gut flanken.“

Er sei generell „ein sehr großer Fan des ästhetischen Fußballs. Deshalb schaue ich zum Beispiel gerne die Bayern. Mein Cousin ist großer Bayern-Fan – und ein bisschen hat sich das auch auf mich übertragen“, sagt der 24-Jährige.