FUSSBALLER DER WOCHE: David Keller Stabilisator und Abräumer im Mittelfeld

FUSSBALLER DER WOCHE: David Keller Stabilisator und Abräumer im Mittelfeld

David Keller überzeugt nach seiner Rückkehr zum Verbandsligisten TSG 62/09 Weinheim mit starker Leistung

Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 29.09.2021

Weinheim. Das kleine Zwischentief ist überstanden: Mit dem klaren 4:0-Sieg über den FC Zuzenhausen fanden die Verbandsliga-Fußballer der TSG 62/09 Weinheim am Samstag in die Erfolgsspur zurück. Dabei wussten die Blau-Weißen nicht nur offensiv zu überzeugen. Die Basis für den dritten Saisonsieg legten sie vor allem in der Defensive: „Zuzenhausen ist keine schlechte Mannschaft. Sie haben gut gespielt, aber wir waren im Zentrum sehr kompakt und haben so wenig zugelassen“, sagt David Keller, der im zentralen Mittelfeld zusammen mit Kapitän Yannick Schneider als Stabilisator und Abräumer glänzte. „Nachdem wir die beiden Spiele zuvor nicht gut gespielt und verloren haben, hat dieser Sieg richtig gutgetan“, sagt unser Fußballer der Woche.

Der 24-Jährige war vor der Runde vom VfR Mannheim zurückgekehrt zur TSG, für die Keller bereits ab 2017 zwei Saisons gespielt hatte. Sowohl in der Oberliga als auch im Jahr danach in der Verbandsliga war Keller Stammspieler, bestritt insgesamt 58 Ligaspiele für Weinheim. Im allerersten Verbandsliga-Spiel hatte er sich dabei gleich in die Schützenliste eintragen können, traf beim 3:2 über die SG Kirchheim zum zwischenzeitlichen 2:2 – und auch im ersten Spiel nach der Rückkehr zur TSG glückte ihm auf Anhieb wieder ein Treffer. Beim 5:0-Auftakt gegen die SpVgg Durlach-Aue erzielte Keller das erste Weinheimer Saisontor.

Er fühlt sich wohl in der Mannschaft und traut ihr einiges zu: „Wir haben eine gute Mischung aus vielen jungen und einigen erfahrenen Spielern. Die Mannschaft befindet sich zwar noch in der Entwicklung, aber jeder weiß schon sehr gut, wie der andere tickt. Wir haben eine gute Qualität. Einen Platz im vorderen Mittelfeld halte ich für realistisch.“

Keller selbst hat beim SV Erolzheim südlich von Ulm mit Fußball begonnen. Nach dem Abitur verließ er die heimatlichen Gefilde, um in Mannheim Medizintechnik zu studieren. „Mein Onkel war Ingenieur bei ZF in Friedrichshafen. Mein Vater hat bei Liebherr gearbeitet – daher hat mich alles Technische schon immer interessiert. Und in der Schule hat mir Biologie immer gut gefallen. Für ein Medizinstudium hat der Schnitt nicht ganz gereicht, mit dem jetzigen Studium kann ich dafür mehrere Interessen kombinieren“, erläutert Keller, der nach dem Bachelor kurz vor dem Master-Abschluss steht.

Die Saison in der Verbandsliga hat dagegen gerade erst begonnen. Am Samstag wartet auf Keller und Co. mit dem Gastspiel bei Spitzenreiter ATSV Mutschelbach (15.30 Uhr) eine große Prüfung. „Das wird nicht leicht. Mutschelbach war schon in den letzten Jahren immer oben mit dabei. Ich hoffe aber, dass wir dort bestehen können.“ Direkt neben Mutschelbach, beim anderen Verbandsliga-Rivalen SV Langensteinbach, lag bis zuletzt übrigens die fußballerische Heimat seines älteren Bruders Marc. In der vergangenen Saison kam das Bruderduell allerdings coronabedingt nicht zustande. Inzwischen widmet sich Marc verstärkt seiner Trainertätigkeit. In einem anderen Punkt liegen die Brüder schon länger auseinander: „Ich stamme aus dem Schwabenland, daher fühle ich mich dem VfB Stuttgart verbunden. Das gilt tendenziell auch für meine Mutter. Mein Vater und mein Bruder sind dagegen Bayern-Fans – da wird sich schon manchmal gekabbelt.“ dbe

Zur Person

In der Jugend spielte David Keller auch beim FC Memmingen und beim SSV Ulm, ehe er nach dem Abitur zum SV Waldhof Mannheim ging. Dort bremste ihn ein Meniskusriss ein halbes Jahr aus. „Das war zum Glück die einzig schwere Verletzung.“

Neben Fußball und Studium verdient sich Keller, der mit seiner langjährigen Freundin Katharina liiert ist, als Hilfskraft beim Gesundheitsamt in der Corona-Nachverfolgung etwas dazu. „Da gibt es leider aktuell wieder sehr viel zu tun.“

„Ich treffe positionsbedingt leider eher selten das Tor. Ich habe meine Stärken halt vor allem im Defensivverhalten und gehe als kopfballstarker Spieler nur bei Standards mit nach vorne“, sagt der 1,86 Meter große Keller.

Der 24-Jährige interessiert sich generell sehr für Sport. Neben Basketball und Football spielt er im Sommer gerne Beachvolleyball, wenn er nicht gerade etwas mit seiner Freundin unternimmt.