Ex-Weinheimer machen Unterschied

Ex-Weinheimer machen Unterschied

TSG 62/09 Weinheim kassiert im Verbandsliga-Derby gegen Fortuna Heddesheim beim 0:2 (0:1) erste Heimniederlage der Saison / Ehemaliger TSG-Spieler Andreas Adamek als Doppeltorschütze

Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 11.10.2021

Weinheim. Das war’s erst einmal mit dem Heimnimbus: Im vierten Saisonspiel im Sepp-Herberger-Stadion kassierten die Verbandsliga-Fußballer der TSG 62/09 Weinheim am Samstag ihre erste Niederlage. Ausgerechnet im Derby gegen den Nachbarn Fortuna Heddesheim mussten sich die Gastgeber mit 0:2 (0:1) geschlagen geben. In einem Duell, das vor allem vom Kampf lebte und spielerisch wenig Höhepunkte zu bieten hatte, ging das Ergebnis vor rund 200 Zuschauern in Ordnung. Die Heddesheimer waren vor allem in der ersten Halbzeit die zielstrebigere und energischere Mannschaft und hatten einen Spieler in ihren Reihen, der aufgrund seiner individuellen Klasse eben den Unterschied machen kann.

„Mann des Tages“ war Andreas Adamek, der beide Tore in unnachahmlicher Manier mit platzierten Schüssen von der Strafraumgrenze erzielte und dabei TSG-Torhüter Johannes Halbig jeweils keinerlei Abwehrchance ließ (10. und 68.). Das reichte, auch weil die Weinheimer in der Offensive wiederum nicht die nötige Durchschlagskraft entwickelten, um die stabile Fortuna-Abwehr um die starken Innenverteidiger Oliver Malchow und Timo Gebhardt wirklich ernsthaft in Gefahr zu bringen. Neben Adamek, Malchow und Gebhardt stand mit Andreas Lerchl im zentralen Mittelfeld noch ein vierter Ex-Weinheimer in der Startelf der Gäste, die alle mit der TSG in der Saison 2016/17 die Verbandsliga-Meisterschaft gefeiert hatten.

„An die alte Wirkungsstätte zurückzukehren, war schon ein komisches Gefühl“, räumte Adamek nach der Partie ein. „Genau die Situationen, die zu meinen beiden Toren geführt haben, übe ich im Training immer wieder. Aufgrund der besseren Chancen geht unser Sieg meiner Meinung nach in Ordnung.“

Genauso sah es auch der fehlerfrei agierende Fortuna-Abwehrchef Oliver Malchow: „Entscheidend war, dass wir den Kampf angenommen haben und damit unsere Negativserie in Weinheim beenden konnten.“ Der 31-jährige Lützelsachsener ließ indes kein gutes Wort am holprigen Rasenplatz im Sepp-Herberger-Stadion. „Es ist im Grunde schon eine Frechheit, hier spielen zu müssen.“ So war letztlich die handlungsschnellere Mannschaft im Vorteil. Und das waren in der ersten Halbzeit zweifellos die Gäste, auch wenn Weinheim den ersten Ansatz für eine Chance hatte, als Ole Gärtner im gegnerischen Strafraum eine schlechte Abspielentscheidung traf (9.). Im direkten Gegenstoß kam Heddesheim zur Führung. Mit einem starken Flügellauf über die rechte Seite bereitete Filip Vlahov das 0:1 vor, gegen Adameks perfekte Schusstechnik aus 17 Metern war dann kein Kraut gewachsen (10.).

Eine Schlüsselszene gab es in der 16. Minute. Die TSG-Spieler Nick Huller und Yannick Schneider kombinierten sich gut in den Fortuna-Strafraum, Schneider schlenzte den Ball aus spitzem Winkel ins Tor. Doch Schiedsrichterin Wiebke Frede entschied zusammen mit ihrer Assistentin an der Linie auf Abseits. „Sehr schade, ich bin mir sicher, dass es kein Abseits war“, sagte Schneider nach Spielende, gab aber zugleich zu: „Insgesamt waren wir nicht torgefährlich genug. Am Engagement lag es nicht, aber die Fortuna war in den entscheidenden Situationen abgezockter.“

Dem nicht gegebenen Ausgleichstreffer trauerte später auch TSG-Trainer Jochen Ingelmann nach. „Wenn es 1:1 steht, hätte das Spiel ganz anders laufen können. Zumal wir meiner Meinung nach in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft waren und zumindest auch einen Elfmeter hätten bekommen müssen.“ Ingelmann kritisierte ferner, dass dem 0:2 ein Foulspiel der Heddesheimer vorausgegangen sei. In der Tat hielt Enis Baltaci nach einem langen Abschlag von Fortuna-Torhüter Dennis Broll seinen Weinheimer Gegenspieler Gregor Zimmermann fest. Die Unparteiischen ahndeten es aber nicht. So konnte Baltaci erneut Adamek bedienen, der einmal mehr mit unglaublicher Präzision abzog (68.). Nur einmal konnte Halbig einen ähnlich guten Schuss von Adamek mit einer tollen Parade entschärfen (37.). „Nie mehr werde ich im Vorfeld einen Spieler wie Andreas Adamek loben“, nahm Zimmermann mit ein wenig Galgenhumor Bezug auf sein Interview mit den „Weinheimer Nachrichten“ zur Spielvorschau. „Wir müssen das Ganze jetzt schnell abhaken und uns auf die nächste Partie in Mühlhausen konzentrieren.“ Dann muss die TSG aber auch ihre Probleme im Spielaufbau in den Griff bekommen sowie die zu hohe Quote bei Fehlpässen und Ballverlusten abstellen. bk

TSG 62/09 Weinheim: Halbig; Knauer, Keller, Vidakovic (79. Geissinger), Crisafulli (64. Hoock), Goudar (69. Wilkening), Schneider, Giordano, Huller, Zimmermann, Gärtner.

Tore: 0:1, 0:2 Adamek (10., 68.).

Beste Spieler: Schneider – Adamek, Malchow.

Zuschauer: 200.