Fussballer der Woche: Mit Knauer steht die Abwehrmauer

Fussballer der Woche: Mit Knauer steht die Abwehrmauer

Der 22-jährige Verteidiger Dominik Knauer von der TSG 62/06 Weinheim zählt in dieser Saison zu den Dauerbrennern im Team des Verbandsligisten

Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 27.10.2021

Weinheim. „Nach dem Gegentor zum 1:1 sind wir wieder aufgewacht und haben den Schalter erfolgreich umgelegt“, sagt Dominik Knauer zum jüngsten Auftritt der TSG 62/09 Weinheim. Mit dem verdienten 3:2-Erfolg über den FC Olympia Kirrlach feierte der Verbandsligist am Samstag seinen zweiten Sieg in Folge – auch weil Verteidiger Knauer seine Gegenspieler einmal mehr erfolgreich an die Kette legte. Der 22-Jährige hat in dieser Saison bisher in allen zehn Partien defensiv seinen Mann gestanden.

Wie man sich im Zweikampf behauptet, hat Knauer bereits in seiner Kindheit und Jugend mit auf den Weg bekommen. Als „Sandwich-Kind“ mit sieben Geschwistern, darunter vier Brüder, lerne man es automatisch, sich durchzusetzen, sagt unser Fußballer der Woche. „Es war immer viel los daheim. Besonders für Mama war das nicht immer leicht“, sagt Knauer – und muss lachen. Inzwischen lebt der gebürtige Mannheimer in einer gemeinsamen Wohnung mit Freundin Angelina. Er sei „seit dreieinhalb Jahren sehr glücklich vergeben.“

Seine fußballerische Heimat hat er nun seit gut zwei Jahren bei der TSG Weinheim, nachdem er im Sommer 2019 vom hessischen Verbandsligisten Eintracht Wald-Michelbach in die „Zweiburgenstadt“ gewechselt war. „Die Verbandsliga in Baden-Württemberg ist in meinen Augen einen Tick stärker als die in Hessen“, findet Knauer. Und doch hat er sich dort bestens zurechtgefunden, gerade in dieser Saison läuft es für ihn bislang rund: „Bis jetzt bin ich mit meiner persönlichen Runde sehr zufrieden.“

In neun von zehn Spielen stand Knauer über die volle Distanz auf dem Platz. Nur im Heimspiel gegen den VfR Gommersdorf (4:1) wurde er vorzeitig ausgewechselt – allerdings eher als Belohnung, nachdem Knauer kurz vor der Herausnahme sein erstes Saisontor zum zwischenzeitlichen 3:0 erzielt hatte. Für ihn eine echte Rarität: „Meine Teamkollegen würden ganz klar sagen, dass es extrem selten vorkommt, dass ich mal ein Tor schieße.“

Seine Defensivqualitäten sind trotz eher geringer Körpergröße von 1,75 Metern dafür umso ausgeprägter. Die ersten fußballerischen Schritte hat er bei seinem Vater gelernt, der in der Jugend bei der SG Hemsbach sein Trainer war – und auch Papa Gerhard war übrigens schon mal unser Fußballer der Woche. Am Wochenende möchte Knauer mit seinem Team die jüngste Erfolgsbilanz ausbauen, wenn die mit 16 Punkten siebtplatzierten Weinheimer am Sonntag um 14.30 Uhr beim Tabellenzehnten FC Germania Friedrichstal antreten. „Ich denke, dass wir auf jeden Fall einen stabilen Mittelfeldplatz im Bereich direkt hinter der Spitzengruppe erreichen können.“

Weniger erfreulich lief es für Weinheim vor gut zwei Wochen im Heimspiel gegen Fortuna Heddesheim. Mit 0:2 mussten sich Knauer und Co. im Derby geschlagen geben – was auch Tage später noch Thema war: „Ich befinde mich im letzten Jahr meiner Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik und arbeite aktuell in einem Supermarkt in Heddesheim. Im Laden ist sogar ein Heddesheim-Fan auf mich zugekommen und hat mir unsere Niederlage nochmals unter die Nase gerieben.“ Generell ist er mit seinem Job sehr zufrieden: „Die Arbeit macht mir großen Spaß. Das einzig Negative ist halt, dass die Arbeitsstelle in Heddesheim ist“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Sollte die TSG am Saisonende vor der Fortuna abschneiden, wird er über diesen Punkt sicherlich umso mehr hinwegsehen. dbe

Zur Person

In der Freizeit unternimmt Dominik Knauer gerne etwas mit der Freundin oder mit Freunden. „Ich gehe gerne mal eine Runde bowlen oder Kartfahren“, verrät der 22-Jährige.

Sein Lieblingsspieler ist Superstar Lionel Messi: „Als ich ihn als Kind das erste Mal spielen sah, war ich direkt hin und weg. Es ist verdammt komisch, ihn jetzt in Paris in einem anderen Trikot zu sehen.“

Wo er sich in zehn Jahren sieht? „Mit meiner Freundin zusammen, mit gemeinsamen Kindern – und hoffentlich haben wir mit der TSG dann auch mal den Verbandsliga-Titel gewonnen“, sagt Knauer.