TSG ist der eigenen Stärken beraubt

TSG ist der eigenen Stärken beraubt

Extrem ersatzgeschwächte Weinheimer verlieren gegen den VfB Eppingen mit 0:3 (0:2) / Die Mannschaft muss komplett umgebaut werden

Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 14.03.2022

Weinheim. In dieser Konstellation hat die Verbandsliga-Mannschaft der TSG 62/09 Weinheim noch nie zusammen Fußball gespielt – und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird es das auch kein zweites Mal geben. Extrem ersatzgeschwächt und bunt durcheinandergewürfelt mussten die Weinheimer am Samstag zu ihrem Heimspiel gegen den VfB Eppingen antreten. Der Badische Fußballverband hatte es so entschieden, obwohl der TSG gleich neun Spieler wegen Corona-Infektionen oder Verdachtsfällen nicht zur Verfügung standen (wir berichteten). Unter diesen Voraussetzungen und der eigenen Stärken beraubt, war eigentlich von vornherein klar, dass für die Gastgeber nichts zu holen sein würde.

Aufregen bringt nichts

Die noch verbliebene Mannschaft – ergänzt von Spielern aus dem A-Klassen-Kader der Zweiten und A-Junioren-Kapitän Damian Lorenzo Berenjeno – warf zwar Kampfgeist und Einsatzwillen in die Waagschale, konnte eine 0:3-(0:2)-Niederlage aber nicht verhindern. „Mit unserem vollen Kader hätten wir das Spiel gewonnen – davon bin ich fest überzeugt“, sagte TSG-Trainer Jochen Ingelmann. „Natürlich können wir uns aufregen, aber es bringt ja nichts. Die Regel ist, wie sie ist, auch wenn wir damit nicht einverstanden sind. Aber wir können es nicht ändern und müssen versuchen, das Beste daraus zu machen.“

Klar, dass Ingelmann seiner „Rumpftruppe“ keinerlei Vorwürfe machen wollte. Im Gegenteil: „Die Jungs haben sich über 90 Minuten reingeworfen, Leidenschaft und Teamgeist gezeigt. Selbst in dieser Konstellation wäre Eppingen zu knacken gewesen. Wir hätten auch mindestens zwei Tore schießen müssen. Das Endergebnis ist auf jeden Fall zu hoch ausgefallen.“ Verärgert zeigte sich der TSG-Trainer zudem über die Gegentreffer. „Das waren zwei individuelle Fehler und ein sehr guter Freistoß von Eppingen – das ist schon bitter.“

Die Gastgeber gingen mit einer völlig ungewohnten Aufstellung in die Partie. Bis auf die Torhüterposition musste in sämtlichen Mannschaftsteilen komplett improvisiert werden. So lief der offensive Zweitmannschaftsspieler Marian Veigel als Rechtsverteidiger auf, Gregor Zimmermann rückte in die Innenverteidigung. Die neue Doppelsechs bildeten Dominik Knauer und Noureddin Goudar. Im Sturmzentrum gab Nazmi Bulut sein Startelfdebüt in dieser Saison. Dennoch besaß die TSG beinahe die erste Chance. Nach starkem Einsatz von Gregor Zimmermann kam Paul Hoock nur einen Schritt zu spät (2.).

Auf der anderen Seite nutzte Eppingen seine erste Möglichkeit prompt zum 0:1. Einen perfekten Pass in die Spitze legte Giacomo Wiczynski quer, und Mark Rauh hatte keine Mühe, freistehend zu vollenden (11.). Die Gäste waren in der Folge überlegen, benötigten aber einen Standard, um den Vorsprung auszubauen. Alessandro Sautter zirkelte einen Freistoß von der Strafraumgrenze zum 0:2 in die Maschen (31.). Vier Minuten später parierte TSG-Torhüter Johannes Halbig einen erneuten Freistoß von Hüseyin Emre Durmus. Kurz vor dem Seitenwechsel hätte der aufgerückte TSG-Innenverteidiger Patrick Geissinger verkürzen können, brachte jedoch zu wenig Druck hinter seinen 16-Meter-Schuss (43.).

Engagiert, aber keine Tore

Zur zweiten Halbzeit kehrte Weinheim unverändert zurück. Es gab auch kaum Alternativen auf der Bank, auf der lediglich der angeschlagene Kristijan Vidakovic, Zweitmannschaftsspieler Jan Röller und U19-Spieler Damian Lorenzo Berenjeno saßen. Letzterer kam später noch in die Partie und damit zu seinen ersten 26 Minuten in der Verbandsliga. Trotzdem starteten die Weinheimer nach dem Seitenwechsel sehr engagiert und drängten Eppingen in die Defensive.

Nach starkem Antritt und Flanke von Yannick Marx verpasste Hoock knapp den Anschlusstreffer (55.). Auf der Gegenseite musste Torwart Halbig gegen Vincent Fitze retten (58.). Ein schneller TSG-Konter über Veigel und Hoock brachte die größte Chance für die Gastgeber, als der Abschluss von Nick Huller aus kurzer Distanz zur Ecke geblockt wurde (63.). Die Entscheidung fiel in der 69. Minute, wobei die Weinheimer Defensive nicht gut aussah. Einen Schuss von Edrissa Nyassi von halbrechts fälschte Julius Reinbold noch leicht ab, und der Ball trudelte ins lange Eck zum 0:3. Das war’s. Der TSG-Mannschaft war nun auch der Kräfteverschleiß anzumerken, bis auf einen Torschuss von Marko Smiljanic (85.) sprang nichts mehr heraus. Dennoch, angesichts der Umstände hat sich das Weinheimer Team ordentlich verkauft. bk

TSG 62/09 Weinheim: Halbig; Veigel, Geissinger, Zimmermann, Smiljanic, Knauer, Goudar, Hoock, Marx, Huller, Bulut (64. Lorenzo Berenjeno).

Tore: 0:1 Rauh (11.), 0:2 Sautter (31.), 0:3 Reinbold (69.).

Zuschauer: 80.

Bilder zum Spiel: https://www.tsg6209weinheim.de/leistungsmannschaften/1-mannschaft/bildergalerie-1-mannschaft/