U19 Spielbericht: Tränen statt Triumph

Aufstiegsparty der TSG Weinheim U19 im letzten Spiel vom SSV Reutlingen gecrasht.


Weinheim – Hängende Schultern und lange Gesichter statt Jubeltraube und Aufstiegsparty. Auf den letzten Metern haben die U19-Fußballer der TSG 1862/09 Weinheim den Aufstieg in die DFB-Nachwuchsliga vermasselt. Sensationell war der Aufsteiger zuvor durch die Oberliga marschiert und bekleidete vor dem letzten Spieltag der Hinrunde den Spitzenplatz, der gleichbedeutend mit dem Aufstieg in die höchste Juniorenspielklasse Deutschlands im Frühjahr gewesen wäre. Abstiegskandidat SSV Reutlingen hat den Weinheimern vor einer tollen Kulisse von rund 300 Zuschauern beim 3:6 (2:3) am Sonntagnachmittag aber die Party versaut. Die Konkurrenz verdrängte Weinheim von Rang eins, sodass es in der Rückrunde in der Oberliga weitergeht. „Heute hat man gemerkt, dass es um unheimlich viel ging“, sah TSG-Trainer Ever Kassel den Kopf als entscheidende Ursache für die erste Saisonniederlage. „Abläufe, die wir eigentlich blind drin haben, haben nicht funktioniert. Es lief unheimlich viel gegen uns“, bezog er sich auf „etliche 50:50-Situationen, in denen wir die falsche Entscheidung getroffen haben“. Es lief die 65. Minute, als die Mienen auf der Weinheimer Bank wie versteinert schienen. Wenige Minuten zuvor hatte die TSG den 3:4-Anschluss erzielt, da sah Torhüter Lukas Kempa wegen Handspiels außerhalb des Strafraums die Rote Karte. Den Freistoß verwandelten die Gäste zum 3:5. Für Kassel sinnbildlich: „Immer, wenn wir aufgestanden sind, haben wir eine Ohrfeige bekommen.“ Die TSG steckte auch nach diesem Rückschlag nicht auf, schlug einen Ball nach dem anderen in den gegnerischen Strafraum. Erneut klingelte es aber auf der Gegenseite, wo Ersatzkeeper Berthold Speer einen Strafstoß verursachte, der zum 3:6-Endstand führte (74.). Dabei ging alles so gut los. Schon nach 17 Minuten führten die gewohnt dominant auftretenden Hausherren mit 2:0. Alles war angerichtet für die große Party. „Eigentlich ziehen wir es danach durch“, sagte Kassel, der das Nervenkostüm für die folgende Zitterpartie verantwortlich machte. Einen Fehlpass in des Gegners Fuß bestraften die Reutlinger aus dem Nichts (23.). Dann spielte der Kopf eine größere Rolle als die Beine. Die Gäste drehten die Partie noch vor der Pause zum 2:3 und gaben die Führung nicht mehr aus der Hand. „Fußball ist manchmal gnadenlos“, brachte es Koordinator Attila Laskai, der dem SSV einen verdienten Sieg bescheinigte, auf den Punkt. „Am Ende des Tages können wir trotzdem stolz sein“, sagte Kassel angesichts der furiosen Hinrunde – und blickte schon auf den nächsten Höhepunkt: das Pokalviertelfinale gegen Hoffenheim (3. Dezember, 19.30 Uhr, Weinheim). „Wir wollten die größten Vereine bei uns haben jetzt nehmen wir das Geschenk gerne an.“ Zunächst bekommen seine Jungs aber eine Woche frei. Um die Köpfe freizubekommen. nil


Kader: Kempa; Schmitt, Hertel, Bergbauer, Kartal, Gebauer, Mucha, Gervalla, Pister (46. Lipka), Kilichan (65. Speer), Sihlaroglu (54. Eichenauer)

 


BILDER ZUM SPIEL

Die Mannschaft

zum Team

Teamnews

Privacy Preference Center