Fußballer der Woche: Tim Gärtner - Auf dem Sprung nach oben

Tim Gärtner von der TSG 1862/09 Weinheim verdient sich seine ersten Sporen im Aktivenbereich und hat dabei bleibenden Eindruck hinterlassen


Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 06.03.2024

Weinheim. Der Jahresstart hätte für die Fußballer der TSG 1862/09 Weinheim kaum besser laufen können: Das Verbandsliga-Team verteidigte durch ein mühsames 4:3 über den ASC Neuenheim die Tabellenspitze. Die zweite Mannschaft verschaffte sich mit einem 4:2 im Kellerduell gegen den TSV Schönau Luft im Abstiegskampf der A-Klasse. Und die A-Junioren kletterten mit einem 2:0 über die SpVgg Neckarelz auf Rang drei der Verbandsliga.Und bei allen drei Teams hat Tim Gärtner seine Füße im Spiel: Der 19-Jährige trainiert zweimal die Woche im Verbandsliga-Kader von Trainer Marcel Abele, dazu kommt eine Einheit in der U19, für die er am vergangenen Wochenende ebenso die Schuhe schnürte, wie für die TSG Zweitvertretung. In der U23 macht der Auszubildende zum Industriekaufmann trotz defensiverer Rolle im zentralen Mittelfeld sogar verstärkt als Torschütze von sich reden. Gegen Schönau führte Gärtner die Blau-Weißen nach der Pause mit seinem Treffer zum 2:1 auf die Siegerstraße. Es war schon sein viertes Tor in nur wenigen Einsätzen für die Zweite. In der Vorsaison glückte ihm beim 6:0 über den SSV Vogelstang ein Doppelpack. In dieser Saison erzielte er im vorletzten Spiel vor der Winterpause sein Premierentor – das beim 2:2 bei der SG Viernheim aber nur einen Punkt wert war. Umso mehr freut er sich, dass es jetzt zu mehr reichte: „Es war mein bisher wichtigstes Tor. Ich bin vor allem froh, dass wir diesmal auch gewonnen haben“, betont Gärtner, der in der A-Jugend kurioserweise noch auf sein Tor-Debüt wartet. „Bei den Herren klappt es irgendwie besser. Ich frage mich schon die ganze Zeit, warum das so ist“, kann er sich seine Ladehemmung in der U19 kaum erklären. Doch auch dort trägt Gärtner entscheidend zum Erfolg bei. Im Vorjahr feierte er sogar den Gewinn des „Triples“: Landesliga-Meisterschaft und Aufstieg, Triumph im Kreispokal sowie Hallenkreismeister. „Das war eine wirklich sehr erfolgreiche Runde“, betont Gärtner, der über sich sagt: „Meine Aggressivität ist eine meiner Stärken, wobei ich da sogar noch weiter zulegen kann. Ansonsten bin ich sehr ausdauernd und habe eine gute Übersicht“, erklärt er. Den größten Unterschied zwischen Jugend und Aktiven sieht er in der Physis. „Es ist viel körperlicher, da muss man sich als junger Spieler schon umstellen“ – was ihm aber bereits bestens gelungen ist. Und sein Ziel ist klar: „Perspektivisch möchte ich für die TSG in der ersten Mannschaft spielen.“ Die Chancen stehen nicht schlecht: Die komplette Winter-Vorbereitung absolvierte er bei der „Ersten“. In fast jedem Testspiel kam er überdies zum Einsatz. Trainer Marcel Abele hat den Jungspund längst auf dem Zettel, für den Sportlichen Leiter Peter Laudenklos ist Gärtner „einer von zwei Hybridspielern, die zum erweiterten Verbandsliga-Kader gehören“. Die Einsätze in der U23 sieht er selbst „als guten Zwischenschritt“ auf dem Weg nach oben. Mit dem Fußball begann Gärtner mit vier Jahren beim FSV Zotzenbach, für den sein Vater Georg lange auflief. „Er hatte großen Einfluss, dass ich mit Fußball angefangen habe, hat sehr lange auf verschiedenen Positionen gespielt: Als Libero, Sechser, Zehner oder Stürmer. Ich bin da weniger vielseitig, das defensive Mittelfeld bleibt meine bevorzugte Position“, verrät der Junior. Seine berufliche Orientierung habe er derweil von Mutter Claudia. „Was meine Affinität zum Kaufmännischen und Buchhalterischen an geht, komme ich eher nach ihr“, erzählt Gärtner. Im Sommer stehen die finalen Prüfungen an. „Bei den Stadtwerken Weinheim habe ich viele Abteilungen durchlaufen und konnte mir ein gutes Bild von der Arbeitswelt machen“, sagt der Bayern Anhänger, der klarstellt, dass er den jetzigen Bundestrainer Julian Nagelsmann damals nicht so schnell als Trainer der Münchner entlassen hätte. Einen kleinen Funken Hoffnung auf die zwölfte Meisterschaft in Folge hat Gärtner noch – betont aber: „Wenn Bayer Leverkusen so weiter spielt, haben sie es auch einfach verdient.“ Und wenn er selbst so weiter spielt, wird Gärtner wohl bald auch auf dem Spielberichtsbogen der Verbandsliga-Mannschaft stehen. dbe


Zur Person:

  •  „Eigentlich ist der Verein, für den ich spiele, immer auch mein Lieblingsverein. Durch meinen Vater bin ich aber ein bisschen zum Bay
    ern-Anhänger geworden“, verrät Tim Gärtner.
  •  Die Berufsausbildung mache ihm viel Spaß, sei aber auch anspruchsvoll. „Es gibt viel zu tun, daher bin ich schon jetzt dabei, für
    die Prüfungen im Sommer zu lernen“, sagt der 19-Jährige.
  •  Fußballerisch möchte er sich bestmöglich entwickeln und gerne so hoch wie möglich spielen – wobei er betont: „Natürlich erhofft man sich immer mehr. Mein Hauptaugenmerk gilt aber ganz klar der TSG Weinheim.“
  •  Der U23 traut er im Spiel bei der DJK Feudenheim den nächsten Dreier zu. Die Aufgabe sei „machbar“, so Gärtner. „Es wäre vor allem schön, vielleicht mal kein Gegentor zu kassieren.“