Spielbericht 1. Mannschaft: Maximalziel ist jetzt der Relegationsplatz
Verbandsliga (28. Spieltag 16.05.2026) Chancen auf direkten Klassenerhalt sind für TSG 62/09 Weinheim nach 2:6-Niederlage in Bruchsal nur noch rechnerischer Natur.
1. FC Bruchsal – TSG 1862/09 Weinheim 6:2 (2:0)
Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 18.05.2026
Von Nicolai Lehnort
Bruchsal. Kurz fiel das Fazit von Trainer Marcel Hofbauer am Samstagnachmittag aus: „Sie waren einfach besser und haben verdient gewonnen.“ So ehrlich, so ernüchternd. Über 90 Minuten war die TSG 1862/09 Weinheim dem 1. FC Bruchsal zuvor in allen Belangen unterlegen und musste eine 2:6 (0:2)-Auswärtsniederlage hinnehmen. Wer an welchem Ende der Tabelle steht, wurde auf dem Rasen mehr als deutlich. Während Weinheim auf Abstiegsrelegationsplatz 13 steht, darf Bruchsal als Zweiter aktuell mit der Teilnahme an den Aufstiegsspielen planen. Weil der Zwölfte Zuzenhausen zwei Spieltage vor Schluss sechs Punkte und neun Tore entfernt ist, ist der direkte Klassenerhalt für Weinheim kaum noch erreichbar. „Es hat sich wirklich jeder eingebracht und gemacht und getan“, konnte Hofbauer seiner Mannschaft gar keinen Vorwurf machen. „Bruchsal war in allen Phasen griffiger, vom Kopf her schneller, von den Beinen immer einen Schritt schneller. Da sieht man die Qualität“, musste der Gästetrainer sich den Klassenunterschied eingestehen.Der Matchplan der auf drei Positionen veränderten Gäste – unter anderem stand Verteidiger Kevin da Silva Arnold erstmals seit seinem Kreuzbandriss in der Startelf – wurde schon nach zehn Minuten über den Haufen geworfen: Bruchsals Dennis Klemm traf zur frühen Führung. Zu halbherzig verliefen anschließend die Pressingversuche der TSG. Zu kaltschnäuzig präsentierten sich die Hausherren, die kurz vor der Pause demonstrierten, was Weinheim blüht, wenn sie zu weit aufrücken: Kapitän Jonas Malsam vollendete einen Konter zum 2:0 (45.).
Hoffnung im Keim erstickt
„Wir haben dann versucht, uns offensiver auszurichten, um noch irgendwie einen Punkt zu holen“, erklärte Hofbauer den Vierfachwechsel zur Pause. Drei Minuten später erhielten die Hoffnungen durch Kevin Sollorz’ 3:0 nach einer Ecke aber wieder einen herben Dämpfer – von dem sich Weinheim diesmal nicht beeindrucken ließ. Mit einem Doppelschlag von Jermain Schranz (50.) und Milad Hussaini (53.) zeigten sie wiederum, was Bruchsal blüht, wenn sie einen Gang herunterschalten. Beide vollendeten nach einem Konter im Strafraum zum Torerfolg. Bruchsal gelang es allerdings problemlos, die Schlagzahl wieder zu erhöhen, und mit einem Doppelschlag ihrerseits (Malsam/58., Hirth/59.) war die Messe gelesen.
Torverhältnis kann entscheiden
In der letzten halben Stunde war Weinheim darauf bedacht, nicht noch mehr Gegentore zu schlucken – was angesichts des Schlusspunkts von Daniel Neres de Oliveira (90.) nicht ganz aufging. „Wir müssen inzwischen auch auf das Torverhältnis schauen“, gab Coach Hofbauer zu Bedenken. Seine TSG (-20) hat eine um acht Tore bessere Differenz als die SpVgg Neckarelz (-28) auf dem ersten Abstiegsplatz. Die könnte am Ende darüber entscheiden, wer den direkten Weg in die Landesliga antreten muss und wer die letzte Chance in der Relegation erhält. Dass die klare Schlappe bei einem Spitzenteam nach dem überlebenswichtigen Auswärtssieg in Bretten in der Vorwoche seine Jungs im Abstiegskampf nachhaltig knickt, glaubt der Trainer derweil nicht. „Das hat auch jeder so wahrgenommen, dass der Gegner einfach besser war“, beobachtete Hofbauer, der auch angesichts des dünnen Puffers nach unten für die verbleibenden zwei Partien vorgibt: „Der Optimalfall wären sechs Punkte.“
TSG Weinheim: Kempa – da Silva Arnold (46. Hertel), Berger (76. Mucha), Imsirovic (46. Schmitt), Roumeliotis, Schneider, Schranz, Hoffmann, Gervalla, Jawadi (46.Langer), Kartal (46. Hussaini).
Tore: 1:0 Klemm (10.), 2:0 Malsam (45.), 3:0 Sollorz (48.), 3:1 Schranz (50.), 3:2 Hussaini (53.), 4:2 Malsam (58.), 5:2 Hirth (59.), 6:2 Neres de Oliveira (90.).









