Spielbericht 1. Mannschaft: Eine Stunde lang auf Augenhöhe
Verbandsliga (24. Spieltag 18.04.2026) Lange bietet die TSG 1862/09 Weinheim dem Tabellenführer die Stirn, nach einem Handelfmeter für den 1. FC Mühlhausen ist die Gegenwehr aber gebrochen.
TSG 1862/09 Weinheim – 1.FC Mühlhausen 0:3 (0:0)
Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 20.04.2026
von Nicolai Lehnort
Weinheim. Am Ende mussten Marcel Hofbauer und sein neuer Co-Trainer Dennis Sommer, der Jan Herle ablöst, beim Wiedersehen am Samstag ihren alten Bekannten gratulieren. Gemeinsam mit Gästetrainer Steffen Kretz und Mittelfeldmann Jonas Kiermeier – das Quartett kennt sich aus gemeinsamen Zeiten bei Astoria Walldorf – „haben wir darüber gesprochen, wie das Spiel läuft, wenn wir unsere Tore machen“, gibt Weinheims Trainer Hofbauer Einblicke in das Gespräch nach Abpfiff. Und da waren sich Verantwortliche wie auch die 187 Zuschauer im Sepp-Herberger-Stadion einig: Das Heimspiel der TSG 1862/09 gegen den 1. FC Mühlhausen hätte auch eine andere Wendung nehmen können. Weil die Heimelf ihre Chancen aber fahrlässig liegen ließ, nahm der Tabellenführer der Fußball-Verbandsliga beim 3:0 (0:0)-Auswärtssieg alle Punkte mit. „Wir hatten 60 Minuten Zeit, das Spiel auf unsere Seite zu ziehen, haben es aber verpasst“, bilanzierte TSG-Coach Hofbauer, denn über eine Stunde bot sein Team, das weiter auf dem Abstiegsrelegationsplatz steht, dem Spitzenreiter ein hochklassiges und temporeiches Spiel auf Augenhöhe. Auch Gästecoach Kretz sprach im Nachgang von „einem harten Stück Arbeit“.
Schranz vergibt zwei Hochkaräter
Dass der Sieg in Spielberg die Blau-Weißen beflügelte, zeigte sich von Beginn an. Gegen den Ball abwartend im 5-4-1-System schalteten die aggressiven Hausherren nach Ballgewinn schnell um – und hätten schon nach elf Minuten 2:0 führen müssen. Zweimal war es Jermain Schranz. Nach sechs Minuten schob der Stürmer, nachdem der herauseilende Gästekeeper Kai Mutschall am Ball vorbei gesprungen war, die Kugel bedrängt von zwei FCM-Verteidigern aus 16 Metern aber am leeren Tor vorbei. Fünf Minuten später wurde die Aufgabe für den mit sieben Treffern besten TSG-Torschützen gar noch leichter: Den von Mutschall abgewehrten Distanzschuss bugsierte der 22-Jährige aus wenigen Metern freistehend aber über den Querbalken. „Mehr als hundertprozentig gibt es bei Torchancen ja nicht – und das waren diese beiden“, trauerte sein Trainer der vergebenen Führung nach. Die Kraichgauer fanden erst nach einer halben Stunde ins Spiel, hätten sich die Pausenführung aber ebenfalls verdient gehabt. So zielte zunächst Ex-Weinheimer Nick Huller zu ungenau, dann strich Nik Schmids Versuch knapp am Gehäuse vorbei (34.). Noch enger wurde es kurz vor dem Kabinengang. Jörn Wetzels Abschluss von halblinks im Strafraum titschte aber nur auf dem Querbalken auf (45.). Torchancen hüben wie drüben – der zweite Durchgang knüpfte nahtlos daran an. In höchster Not musste Roumeliotis eine der vielen scharfen Huller-Flanken klären (51.), auf der der Gegenseite zögerte Lennox Schmitt nach einer Flanke zu lange (53.). „Teilweise waren wir zu verspielt und nicht klar genug“, bemängelte Hofbauer. Nach 62 Minuten war das Tor auf der anderen Seite eigentlich fällig, doch mit Christopher Wild im Einsgegen-Eins vor dem Heimtor ließ auch Mühlhausen seinen Hochkaräter liegen.
Entscheidung in acht Minuten
Aus dem Spiel sollte es an diesem Samstag nicht sein, also musste ein Strafstoß her. Roumeliotis’ abgespreizter Arm wurde aus kurzer Distanz bei einer verlängerten Hereingabe getroffen, Philipp Neuberger stellte vom Punkt auf 0:1 (64.). Es war der Auftakt in eine achtminütige Phase, in der der Spitzenreiter zeigte, warum er ganz oben steht. Die aufgerückte TSG präsentierte sich nach dem Rückstand defensiv zu unsortiert. Die Gäste ließen sich nicht zweimal bitten. Einen Vorwurf wollte der Trainer seiner Elf deshalb aber nicht machen: „Um die Jungs emotional mitzunehmen, wollten wir höher anlaufen, um noch mal neue Kräfte zu mobilisieren“, erklärte Hofbauer die für den Zeitpunkt zu offen wirkende Ausrichtung. Wieder war es der starke Huller, der mit seiner Flanke am zweiten Pfosten Wetzel fand. Der legte auf Wild ab, der aus kurzer Distanz erhöhte (70.). Dasselbe Trio sorgte zwei Minuten später nach demselben chema für die Entscheidung, Vollstrecker war diesmal Rechtsaußen Wetzel. „Bitter, dass wir die Chancen nicht genutzt haben“, sagte auch TSG-Sportchef Paul Weis. „Es war auf jeden Fall mehr drin.“ Und das gegen den souveränen Ersten. Das darf Weinheim Mut machen für die kommenden Aufgaben.
TSG Weinheim: Kempa – Imsirovic (80. Berger), Roumeliotis, Schranz (66. Hussaini), Gervalla, Hertel, Schmitt, Bergbauer (87. da Silva Arnold), Langer, Kühne (73.Jawadi), Czaker (57. Kartal)
Tore: 0:1 Neuberger (64., HE), 0:2 Wild (70.), 0:3 Wetzel (72.).
Zuschauer: 187.
Beste Spieler: Schmitt, Schranz – Schuster, Huller, Wild.
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