Spielbericht 1. Mannschaft: Pforzheim-Rückzug beschert Weinheim direkten Klassenerhalt
Verbandsliga (30. Spieltag 30.05.2026) Die TSG 1862/09 Weinheim rückt nach der Abmeldung von GU-Türkischer SV Pforzheim einen Platz auf und entgeht damit der Abstiegsrelegation. Saisonausklang mit Auswärtsniederlage.
SV Waldhof Mannheim 2 – TSG 1862/09 Weinheim 5:3 (3:2)
Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 01.06.2026
Von Nicolai Lehnort
Mannheim. Die frohe Kunde kam am Freitagabend genau zur richtigen Zeit. Marcel Hofbauer war gerade in der Trainerkabine, als die Info vom badischen Fußballverband (BFV) einging: GU-Türkischer SV Pforzheim zieht sein Team aus der Verbandsliga zurück. Für die TSG 1862/09 Weinheim ist das gleichbedeutend mit dem direkten Klassenerhalt. Das Team, das als Tabellen-13. bereits als Teilnehmer an der Abstiegsrelegation festgestanden war, entgeht den Entscheidungsspielen. „In der Kabine brach großes Geschrei und große Freude aus“, berichtete der Trainer von den Reaktionen seiner Spieler vor dem Training. Auch bei Hofbauer sei „in dem Moment natürlich eine Last abgefallen“. Nach den Turbulenzen rund um Pforzheim – nachdem die Generalstaatsanwaltschaft im Februar Ermittlungen wegen Geldwäscheverdachts im Umfeld aufgenommen hatte, beantragte das Finanzamt in der Vorwoche die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gegen den Verein – hatte man das Szenario Rückzug und dessen Folgen zwar auch in Weinheim im Hinterkopf, „damit gerechnet haben wir aber trotzdem nicht“, sagte Hofbauer, der sein Team trotz aller Unwägbarkeiten normal auf das Saisonfinale vorbereitet hatte. Das beschränkte sich nach dem feststehenden Ligaverbleib auf das letzte Spiel beim SV Waldhof Mannheim II am Samstag. Denn durch den Rückzug wurde Pforzheim ans Tabellenende gesetzt, während alle Teams hinter dem bis dahin Fünften um einen Rang aufrücken. Weinheim beendet die Saison damit als Zwölfter. Die Punkte aus den Spielen gegen Pforzheim bleiben erhalten.
Führung schnell verspielt
Damit avancierte das Auswärtsspiel bei der Waldhof-Reserve, die als Zehnter einläuft, endgültig zum Sommerkick. Vor 65 Zuschauern am Alsenweg legten die Gäste dennoch motiviert los und gingen durch Maiko Hertel (10.) und Jermain Schranz (13.) früh in Führung. „Danach haben wir das Verteidigen aber eingestellt und uns schnell die Butter vom Brot nehmen lassen“, sah TSG-Coach Hofbauer wie sein Team innerhalb von acht Minuten drei Gegentreffer schluckte. „Defensiv war das vom gesamten Mannschaftsverband eine absolute Katastrophe“, nahm der Trainer kein Blatt vor den Mund, wollte sich angesichts des bedeutungslosen Saisonausklangs aber nicht zu sehr ärgern. Auch die Umstellung auf ein kompaktes 4-4-2 in der Pause brachte keine Besserung, Mannheims Mathias Heiligenstein sorgte mit dem 4:2 (57.) für die Vorentscheidung. Einen emotionalen Moment erlebte Waldhofs Rico Benatelli, der in der 86. Minute sein womöglich letztes Tor zum 5:3 (3:2)-Endstand erzielte und kurz darauf begleitet von einem Spalier ausgewechselt wurde. Der 34-Jährige war 2024 zu den Drittliga-Profis gewechselt, konnte dort aber nie richtig Fuß fassen. Jetzt steht wohl ein Karriereende im Raum. Für die TSG Weinheim endet eine nach dem Umbruch im Sommer schwierige Saison damit vorzeitig mit einem Happy End. „Wir haben in den letzten Wochen alles getan, um mit unseren begrenzten Mitteln in der Liga zu bleiben – und das haben wir uns auch verdient“, zog Trainer Hofbauer ein kurzes Fazit – und verabschiedete sich in den Urlaub. nil
SG 1862/09 Weinheim: Kempa – Berger (46. Czaker), Roumeliotis, Schneider (6. Imsirovic), Schranz, Gervalla, Hussaini, Hertel (66. Benbiga), Jawadi (46. da Silva Arnold), Bergbauer (46. Mucha), Langer.
Tore: 0:1 Hertel (10.), 0:2 Schranz (13.), 1:2 Wetter (18.), 2:2 Bauer (22.), 3:2 Martin (26.), 4:2 Heiligenstein (57.), 4:3 Mitsche (83., ET), 5:3 Benatelli (86.).









