Spielbericht 1. Mannschaft: Erlebnis überstrahlt Ergebnis
Verbandspokal (3. Runde 31.07.2026) Über 700 Zuschauer sehen beim 0:5 im Hardtwaldstadion eine wackere TSG Weinheim. Die Partie in Sandhausen bleibt in Erinnerung.
SV Sandhausen – TSG 1862/09 Weinheim 5:0 (2:0)
Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 01.08.2026
Von Nicolai Lehnort
Sandhausen. Traurig war am Ende kein Weinheimer. Die Freude, am Freitagabend im Hardtwaldstadion wohl eines der größten Spiele der eigenen Karriere erlebt zu haben, überwog nach der 0:5 (0:2)-Niederlage der TSG 1862/09 Weinheim in der dritten Runde des Fußball-Verbandspokals beim Regionalligisten SV Sandhausen. „Wenn man das Strahlen der Spieler sieht, wie sie auf den Platz gehen und dieses Stadion bestaunen, war es definitiv die richtige Entscheidung“, war bei Trainer Marcel Hofbauer auch die Posse um den Rasen im Herberger-Stadion, der zum Tausch des Heimrechts geführt hatte, schnell vergessen. Dort, wo schon Profis des Hamburger SV oder 1. FC Köln gestanden und über 15.000 Zuschauer für einen Hexenkassel gesorgt hatten, machten nach Spielende die Verbandsliga-Kicker Erinnerungsfotos mit Familien und Freunden. „Das sind Erfahrungen, die die Jungs ihr Leben lang mittragen werden“, strahlte auch Hofbauer in den Katakomben. Und doch geriet seine ansonsten „sehr gut und solide verteidigende“ Elf, die mit zwei Neuzugängen auflief, im ersten Durchgang nur wegen zweier prompt bestrafter Schnitzer in Rückstand. Zunächst war der vielbeschäftigte Linksverteidiger Maiko Hertel der Pechvogel, als er an der Strafraumkante SVS-Stürmer Stefan Maderer von hinten in die Beine lief und einen unnötigen Strafstoß verursachte. Sein umtriebiger Gegenspieler Tim Korzuschek traf nach 19 Minuten vom Punkt zur Führung. Drei Minuten später war Daniele Marchitto der Unglücksrabe: Eine flache Korzuschek-Hereingabe grätschte der Neuzugang vor dem einschussbereiten Maderer ins eigene Gehäuse – 0:2. Bis dahin fehlte den vor dem Saisonstart in einer Woche mit einer durchmischten Elf agierenden Hausherren gegen die im 4-4-2 kompakten Weinheimer die Zielstrebigkeit. Die auf Umschaltsituationen lauernden Gäste erhielten in Rückstand mehr Spielanteile, Robert Langer markierte den ersten und einzigen Abschluss aufs Tor (29.). Korzuschek zeigte aber, was einer aufgerückten TSG nach Ballverlusten blüht: Schlussmann Steven Baumann war im Eins-gegen-eins jedoch zur Stelle (38.). „Nicht ganz zufrieden“ mit der
ersten Hälfte wählte SVS-Coach Kevin Stotz in der Kabine deutliche Worte. „Wir haben uns in der zweiten Halbzeit mehr Chancen herausgespielt und es besser gemacht.“ Hinter den Aktionen seiner Mannen war nach Wiederanpfiff viel mehr Zug. Dem war die Weinheimer Defensive nicht mehr gewachsen und so sorgten Maderer per Kopf (54.) und David Mamutovic im Nachsetzen (57.) mit dem 4:0 schnell für klare Verhältnisse. Auch in der letzten halben Stunde drückte Sandhausen die TSG tief in die eigene Hälfte und verpasste mehrfach eine höhere Führung, einzig Tasos Leonidis (79.) bereitete dem Chancenwucher ein Ende. Die Hofbauer-Elf gab sich zwar nicht auf, verteidigte weiter diszipliniert und feierte gar gelungene Abwehraktionen. Den kurz gemähten Rasen in der gegnerischen Hälfte sah in Durchgang zwei aber kaum kein Gästeakteur.
TSG Weinheim: Baumann – Schmitt, Schneider, Hoffmann, Gervalla (46. Miftari), Hertel (56. Weihbrecht), Jawadi, Marchitto (69. Görgülü), Langer (77. Gören), Mucha (56. Shala), Kartal.
Tore: 1:0 Korzuschek (19., FE), 2:0 Marchitto (22., ET), 3:0 Maderer (54.), 4:0 Mamutovic (57.), 5:0 Leonidis (79.).
Zuschauer: 723.




















