Spielbericht 1. Mannschaft: Fortuna erteilt TSG 62/09 bittere Lektion  

Verbandsliga (1. Spieltag 15.08.2026) Weinheim bekommt beim Verbandsliga-Auftakt im Derby gegen Heddesheim seine Grenzen aufgezeigt. TSG-Trainer Hofbauer bleibt nach Hitzeschlacht trotzdem cool.   


TSG 1862/09 Weinheim – FV Fortuna Heddesheim 0:5 (0:2)

Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 17.08.2026
Von Anja Treiber

Weinheim. Autsch. Das tat weh. Im Auftaktspiel der Fußball-Verbandsliga kassierte die TSG 1862/09 Weinheim ein bitteres 0:5 (0:2) gegen den FV Fortuna Heddesheim und erlebte fast ein Déjà-vu zum 0:8 aus dem Vorjahr. Eine Halbzeit lang standen die Gastgeber vor 100 Zuschauern im Sepp-Herberger-Stadion quasi nicht auf dem Platz und erhielten dabei nicht nur spielerisch und taktisch eine Lehrstunde von den Fortunen. Die Heddesheimer waren offensichtlich auch bereiter, das Derby anzunehmen. Der Gästesieg war absolut verdient, hätte sogar noch höher ausfallen müssen. 11:1 Torabschlüsse – darunter ein Pfostenschuss durch den überragenden Andre Redekop nach Ballverlust in der eigenen Hälfte gleich nach zwei Minuten – verzeichneten die Heddesheimer in den ersten 45 Minuten. Das 0:2 zur Pause war schmeichelhaft. Weinheims Trainer Marcel Hofbauer blieb angesichts der unterschiedlichen Möglichkeiten beider Vereine zwar in der Analyse entspannt, rief seine Spieler aber unmittelbar nach dem Schlusspfiff zu einer Standpauke zusammen: „Das ist Verbandsliga. Genauso wird diese Saison werden. Wenn wir da nicht hellwach sind und uns an taktische Vorgaben halten, dann kommt so ein Ergebnis zustande. Es muss ein fach mal jeder auf seiner Position seinen Job machen und sich an die taktischen Vorgaben halten.“ In den ersten 45 Minuten waren die Weinheimer allenfalls Begleiter der Heddesheimer Offensive, ließen sich immer wieder überspielen, kamen nicht in die Zweikämpfe und durften sich bei Torwart Steven Baumann bedanken, dass es zur Pause nur 0:2 stand. „In den ersten 25 Minuten waren wir gar nicht da, waren nach dem 0:1 dann auch geschockt, sodass nach dem gefühlt 800. Konter dann auch noch das 0:2 fiel“, suchte der TSG-Schlussmann nach den Gegentreffern durch Edobor und Marsal eine Erklärung. In der zweiten Hälfte sei man dann präsenter gewesen. Allerdings führte dann ausgerechnet ein individueller Torwartfehler zum 0:3 durch Ait Khardi (49.). „Überhaupt entstanden die Tore bis auf das vierte durch unsere Fehler. In der zweiten Halbzeit verteidigen wir dann auch noch die Konter katastrophal“, gab Marcel Hofbauer seiner Mannschaft noch als Denkaufgabe mit ins Wochenende. Beim 0:5, das Redekop per Fallseitzieher nach Flanke von Sentürk in der Nachspielzeit sehenswert abschloss, war Weinheim gegen den Schützen und Assistgeber sogar mit zwei Mann in Überzahl. Zwar verlief die Partie im zweiten Durchgang ausgeglichener, doch die deutlich eingespielter wirkenden und abgeklärteren Gäste ließen trotzdem so gut wie nichts zu. Heddesheims Keeper Dos Santos musste in 45 Minuten nur zweimal eingreifen: bei einem Jawadi-Freistoß in der 47. und in der 78. Minute, als Milad Hussaini nach Zuspiel von Gervalla zum Abschluss kam. Die Zuschauer durften dann fünf Minuten später bestaunen, wie Keshawan Metthew Pownall zunächst die gesamte TSG-Verteidigung austanzte, um den Ball dann wunderbar in den rechten oberen Torwinkel zu schlenzen. „Das war eine sehr gute Leistung von uns“, freute sich Fortuna-Trainer Feytullah Genc über einen sehr reifen Auftritt seiner Mannschaft. „Klar hätten wir unsere Chancen noch besser verwerten müssen. Aber fünf Tore sind ja nicht schlecht. Wir hatten eine gute Vorbereitung, in der die Jungs gut mitgezogen haben.“ Aussagekraft hinsichtlich des Saisonziels Platz vier bis sieben wollte Heddesheims Trainer dem guten Start aber nicht beimessen. „Es kommen ja auch noch andere Gegner.“ Die kommen auch auf Weinheim zu, schon am nächsten Sonntag in Spielberg steht eine mindestens genauso große Hürde an. „Das sind nicht die Gegner, die unsere Kragenweite haben“, sagt TSG-Trainer Marcel Hofbauer. „Wie sagt man so schön: Die Saison wird kein Sprint, sondern ein Marathon.“ Mit einer noch jüngeren Mannschaft als in der Vorsaison gelte es, aus diesen Spielen zu lernen. „Da muss man so etwas wie heute auch mal aushalten können. Wir werden auch noch anderen Fußball von diesem Team sehen.“


SG 1862/09 Weinheim: Baumann; Berger, Schmitt, Schneider (86. Mucha), Hoffmann, Jawadi (75. Tchuigwa), Miftari, Marchitto (46. Gervalla), Langer (46. Hertel), Kühne, Kartal (62. Hussaini)

Tore:  0:1 Edobor (27.), 0:2 Marsal (44.), 0:3 Ait Khardi (49.), 0:4 Pownall (83.), 0:5 Redekop (90+1).

Zuschauer: 100.

Beste Spieler: keiner – Teamleistung.

 


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